Hal­lo­ween

27. Oktober 2014 | von | Kategorie: Spielplatz

Mundart-Text (Grafik: Irma Stolz)

 
HALLOWEEN

Al­so, däi nervn mi fei, di ban­gerdn mid ihrm ameri­ga­nischn scheiss. »Sü­ßes oder Sau­res!« Ä su­woss bläids. Do sten­ners dou, mid he­xn­hüt aff di köpf und krum­me noosn od­der mid su ko­mi­sche mas­gn wäi än lang­zuch­ner dodnkubf. Man­che se­eng a aus wäi ä kür­bis! Wäi ä kür­bis! Ich halds ned aus! Al­les wäi am fa­sching! Der­bei is nu vuhrm 11.11. Ob­ber von ameri­ga is ja nu nie woss gscheids kum­mer. Lez­des jo­ar hodd su­er monsder­grubbn bei mir klin­geld und däi vier homm blärrd »Sü­ßes oder Sau­res!« Und wäii mi we­nigs­dens äweng hobb un­der­haldn wolln, homms im­mer blo­as »Sü­ßes oder Sau­res« gs­achd. Dou sichsd dann scho, dass di kei­ner­lei er­zie­hung homm. Sol­che bringd wohr­schein­li ned äm­ool der buldser­mär­del äweng mo­res bei. Däi glaam ja su­wio­eso ned droo, hob­ber mer dengd. Mir homm vuhrn buldser­märdl ei­nen resch­be­gd ghabbd. Dou hodds nix gehm. Mir woarn ei­gend­li froh, wen­ner ned kum­mer is. Ob­ber heid? Ob däi heid nun angsd vurhm buldser­mär­del homm?

Ob­ber seid lezd jo­ar wass iich des. Iich hobb nehm­li ein ex­be­ri­mend gmachd. Ich hobb mir än belz­märdl­mandl oo­zu­ung, hobb mir änn board hig­hängd, di ro­de ka­buzn ie­bern kubf zu­ung und die rudn in di händ gnum­mer und hobb gward. Und dann hodds klin­geld am Al­ler­hei­lign ohmd. Ich hobbs drei­mool klin­geln loun, dann hodd der buldser­märdl di dier aaf­g­rissn und be­vuhrs nu so­ong homm ken­nen: »Sü­ßes oder Sau­res« hobb iich scho brülld: »Seid ihr auch im­mer brav ge­we­sen?« und hobb di ruudn gschwun­ger. Dou homms zuggd. Sie homm­si um­drehd und sin di drebbn noo. Iich hobb dann nu­mool gs­achd: »Seid ihr auch al­le brav ge­we­sen?« und mi am drebb­n­absadz aaf­baud. An­ner hodd­si nu­mool um­drehd und hodd äweng un­si­cher gs­achd: »Sü­ßes oder Sau­res« Ob­ber dou hob­bi scho don­nerd: »Willsd nei in sagg?« Dou iss­ser schnell di an­dern nooch.

Und wä­is dann es zwei­de mool klin­geld hodd, hob­bi mir scho gfreid und bin naus­grum­beld und hobb mei sprüch­ler blärrd: »Seid ihr auch al­le brav ge­we­sen?«. Ob­ber dou hodd­mi su­er ver­schüch­der­der aus­län­der ganz ver­dad­derd oog­schaud und hodd gschdam­meld. »End­schul­di­gung, Ha­be nichts ge­macht. Bin Her­mes. Ha­be pa­ket für Herrn Mei­er.« Edz er­klär dem äm­ool, das du we­chern hal­lo­ween su doustähsd! Ich hobb­ner dann blo­as gs­achd. »Dengdn se­ri­si nix. I bin scho der Herr Mei­er. Wis­sens, des sin al­de bräuch. Su­woss – su­woss – su­woss ähn­lichs wäi der ra­ma­dan bei ih­ner.« Iich hobb dann un­der­schriem und der ned­de moo is glei gan­ger. Hodd­mer äweng leid dou. Hof­fend­li ma­an­der ned, dass der buldser­mär­del aus­län­der­feind­li is.

Ob­ber anns is edz si­cher: Der Buldser­märdl is doch schdär­ger is als der hal­lo­ween.

 
Der Au­tor ist Leh­rer und Schul­lei­ter im Ru­he­stand, Spre­cher des Col­le­gi­ums Nürn­ber­ger Mund­art­dich­ter so­wie Mit­glied im Au­toren­Ver­band­Fran­ken. Er lebt und tex­tet in Ca­dolz­burg.

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