Neo­na­zi­de­mon­stra­ti­on in Fürth

19. Februar 2012 | von | Kategorie: Politik

Knapp acht­zig Neo­na­zis aus den Rei­hen des Frei­en Netz Süd (FNS) mar­schier­ten am Sams­tag, den 18.02.2012 un­ter dem Mot­to »Ge­gen lin­ke Ge­walt« von 13–15 Uhr durch Fürth. An­ge­mel­det hat die­sen Auf­marsch, der als Eil­ver­samm­lung de­kla­riert wur­de, der FNS Füh­rungs­ka­der Nor­man K. aus Nürn­berg. Das Freie Netz Süd ist ei­ne bay­ern­weit agie­ren­de Neo­na­zi­ka­me­rad­schaft, der sich et­li­che Ka­me­rad­schaf­ten aus ver­schie­de­nen Städ­ten an­ge­schlos­sen ha­ben. So un­ter an­de­rem auch rech­te Ka­me­rad­schaf­ten aus Nürn­berg, Fürth und Er­lan­gen.

Nazidemo in Fürth (Foto: Timo Müller / a.i.d.a.)

Na­zi­de­mo in Fürth (Fo­to: Ti­mo Mül­ler / a.i.d.a.)

Dass es sich bei der De­mon­stra­ti­on nicht um ei­ne Eil­ver­samm­lung han­del­te, wur­de deut­lich, da die De­mon­stra­ti­on sich auf die Bom­bar­die­rung Dres­dens be­zog, aber ge­ra­de kein ak­tu­el­ler Be­zug da war, den die An­mel­der erst am Frei­tag­abend hät­ten an­zei­gen kön­nen. In­halt­lich be­zo­gen sich die Neo­na­zis auf die Bom­bar­die­rung Dres­dens vor über 67 Jah­ren, am 13.02.2012.

Die Na­zis tra­fen sich ab 11 Uhr an der Für­ther Stadt­hal­le, um dort Fly­er an die vor­bei­lau­fen­den Bür­ge­rIn­nen zu ver­tei­len. Für die Flug­blät­ter ver­ant­wort­lich im Sin­ne des Pres­se­rechts zeich­net Se­ba­sti­an Schmaus, An­ti-An­ti­fa-Ak­ti­vist und Stadt­rat der Bür­ger­initia­ti­ve Aus­län­der­stopp Nürn­berg (BIA). In dem Fly­er wer­den 300.000 Op­fer durch die Bom­bar­die­rung Dres­dens am 13. Fe­bru­ar 1945 her­bei-hal­lu­zi­niert (Hi­sto­ri­sche Un­ter­su­chun­gen be­le­gen 22.700 To­te). Eben­falls schrei­ben die FNS-Ak­ti­vi­stIn­nen in dem Fly­er von ei­ner Ver­nich­tungs­po­li­tik Ost­deutsch­lands. Dass Dres­den aber kei­ne un­schul­di­ge Stadt ist, wie es die Ge­schichts­re­vi­sio­ni­stIn­nen ger­ne dar­stel­len, zeigt der gu­te Kom­men­tar der Jour­na­li­stin des Hes­si­schen Rund­funks (HR) Esther Scha­pi­ra, die Dres­den nicht als »un­schul­di­ge Stadt« sieht, son­dern als Rü­stungs­stadt mit acht KZ-Au­ßen­la­gern (ARD Ta­ges­the­men vom 13.02.2012). Wie sie eben­falls rich­tig fest­stellt, geht es den Na­zis nicht um die Er­in­ne­rung an die Bom­bar­die­rung Dres­dens, son­dern an die Um­deu­tung der Ge­schich­te.

Nazidemo in Fürth (Foto: Timo Müller / a.i.d.a.)

Na­zi­de­mo in Fürth (Fo­to: Ti­mo Mül­ler / a.i.d.a.)

Schon an der Stadt­hal­le grif­fen ein­zel­ne Neo­na­zis aus den Rei­hen der An­ti-An­ti­fa Nürn­berg und des Frei­en Netz Süd ein­zel­ne Jour­na­li­stIn­nen tät­lich an und ver­such­ten die­se durch Trit­te, schub­sen und hin­ter­her ren­nen, ein­zu­schüch­tern. Als sich ein Jour­na­list zu ei­ner Po­li­zei­strei­fe ret­ten konn­te, for­der­ten ein­zel­ne Neo­na­zis auch noch ei­nen Platz­ver­weis des Pres­se­ver­tre­ters.

Die an­we­sen­den Neo­na­zis sind aus ganz Bay­ern und teil­wei­se aus Ba­den-Würt­tem­berg an­ge­reist. So fan­den sich neo­na­zi­sti­sche Ak­ti­vi­stIn­nen aus Ober- und Nie­der­bay­ern, Mit­tel- und Un­ter­fran­ken und Schwa­ben ein. Der ver­ur­teil­te Rechts­ter­ro­rist Tho­mas Schatt, der zu­sam­men mit Mar­tin Wie­se und Karl-Heinz Statz­ber­ger ei­nen Bom­ben­an­schlag auf das jü­di­sche Zen­trum in Mün­chen plan­te, war eben­falls auf dem Auf­marsch an­we­send. Al­le drei ver­ur­teil­ten Rechts­ter­ro­ri­sten sind mitt­ler­wei­le fest in die Struk­tu­ren des Frei­en Netz Süd (FNS) ein­ge­bun­den. Die Mo­de­ra­ti­on über­nahm der in Sta­deln wohn­haf­te Mat­thi­as Fi­scher. Die­ser war füh­ren­der Kopf der »Frän­ki­schen Ak­ti­ons­front« (FAF). Die FAF wur­de 2004 auf­grund von We­sens­ver­wandt­schaft zum Na­tio­nal­so­zia­lis­mus vom baye­ri­schen In­nen­mi­ni­ster ver­bo­ten.

Nazidemo in Fürth (Foto: Timo Müller / a.i.d.a.)

Na­zi­de­mo in Fürth (Fo­to: Ti­mo Mül­ler / a.i.d.a.)

Mit Pa­ro­len wie »Ak­ti­on Wi­der­stand – Ro­te raus aus un­se­rem Land«, »Na­tio­na­ler So­zia­lis­mus jetzt« und »Wer Deutsch­land nicht liebt soll Deutsch­land ver­las­sen« lie­fen die rech­ten De­mon­stra­ti­ons­teil­neh­me­rIn­nen von der Stadt­hal­le am Rat­haus vor­bei zum Bahn­hof. Auf zwei Trans­pa­ren­ten war zu le­sen »Wer das Wei­nen ver­lernt hat, der lernt es wie­der beim Un­ter­gang Dres­dens – Freie Kräf­te Schweinfurt/Haßberge – Frei­es Netz Süd«. Ei­ne De­le­ga­ti­on aus Ba­den-Würt­tem­berg trug das Spruch­band »Kein Ver­ge­ben kein Ver­ges­sen des al­li­ier­ten Bom­ben­ter­rors – JN BW«. Als die Neo­na­zis an der Für­ther Frei­heit an­ge­kom­men wa­ren, hielt der lo­ka­le Nach­wuchs­ka­der des FNS Kai Z. ei­nen Re­de­bei­trag, in dem er ei­nen ge­setz­li­chen Fei­er­tag am 13.02. fo­der­te. Am Bahn­hof er­griff dann der Rech­te-Sze­ne-Pu­bli­zist Jür­gen Schwab das Wort.

Nazidemo in Fürth (Foto: Timo Müller / a.i.d.a.)

Na­zi­de­mo in Fürth (Fo­to: Ti­mo Mül­ler / a.i.d.a.)

Mat­thi­as Fi­scher zeig­te sich er­freut über die knapp 100 an­we­sen­den An­ti­fa­schi­stIn­nen, da er nicht mit so we­nig Ge­gen­pro­test ge­rech­net hat. Sei­nen Ka­me­ra­den schrie er zu »Heu­te se­hen wir es! Fürth ist un­se­re Stadt!«. Dass nur so ei­ne ge­rin­ge An­zahl an Ge­gen­de­mon­stran­tIn­nen vor Ort war ist dem Um­stand ge­schul­det, dass knapp drei­hun­dert Na­zi­geg­ne­rIn­nen am Sams­tag nach Dres­den ge­fah­ren sind. Am Wo­chen­en­de nach dem 13. Fe­bru­ar hat­ten die Neo­na­zis in den letz­ten Jah­ren im­mer wie­der in Dres­den den größ­ten Na­zi­auf­marsch Eu­ro­pas or­ga­ni­siert. Auf­grund der mas­si­ven Ge­gen­pro­te­ste und Blocka­den der ver­gan­ge­nen Jah­re ha­ben die Fa­schi­stIn­nen den tra­di­tio­nel­len Na­zi­auf­marsch die­ses Jahr ab­ge­sagt. Da­für mar­schier­ten sie bun­des­weit in meh­re­ren Städ­ten auf. In Dres­den fand ei­ne an­ti­fa­schi­sti­sche De­mon­stra­ti­on ge­gen Po­li­zei­re­pres­si­on ge­gen Na­zi­geg­ne­rIn­nen und das säch­si­che De­mo­kra­tie­ver­ständ­nis statt.

Et­li­che An­ti­fa­schi­stIn­nen be­rich­te­ten, dass sie im­mer wie­der ver­such­ten, an den Auf­marsch der Neo­na­zis her­an­zu­kom­men, ih­nen dies aber nicht ge­lang, da sie im­mer wie­der von Ein­satz­kräf­ten des baye­ri­schen Un­ter­stüt­zungs­kom­man­dos (USK) auf­ge­hal­ten und ein­ge­kes­selt wur­den.

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14 Kommentare zu »Neo­na­zi­de­mon­stra­ti­on in Fürth«:

  1. Zum glei­chen The­ma er­schien ge­stern be­reits ein an­de­rer Ar­ti­kel.

  2. Peter sagt:

    Ist ja toll, wenn in Fürth so un­bü­ro­kra­tisch »Eil­ver­an­stal­tun­gen« mög­lich sind, da kommt doch ger­ne wie­der!

  3. Gert sagt:

    Mei­ner Mei­nung nach wi­der­spricht die An­mel­dung als Eil­ver­samm­lung in der Tat dem ent­spre­chen­den Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes von 1991. Von da­her wür­de mich schon in­ter­es­sie­ren, wel­che Eil­be­dürf­tig­keit in der An­mel­dung ge­nannt wur­de. Denn dass Mit­te Fe­bru­ar in Dres­den der Luft­an­grif­fe ge­dacht wird bzw. sei­tens der Neo­na­zis die­se An­grif­fe zu pro­pa­gan­di­sti­schen Zwecken in­stru­men­ta­li­siert wer­den, ist all­ge­mein be­kannt.

  4. Schul­dig oder un­schul­dig kön­nen nur Men­schen sein, Städ­te nicht. Wie auch? Ob Dres­den sei­ner­zeit nun Rü­stungs­stadt war oder nicht, ist völ­lig un­er­heb­lich: Bom­ben­ter­ror ge­gen die Zi­vil­be­völ­ke­rung ist im­mer ein Ver­bre­chen! Wie das geht, ha­ben deut­sche Pi­lo­ten der Le­gi­on Con­dor in Gu­er­ni­ca und der Luft­waf­fe in Co­ven­try vor­ex­er­ziert, die Eng­län­der ha­ben die lo­dern­de Fackel dann u.a. nach Dres­den zu­rück­ge­tra­gen, die Ame­ri­ka­ner schließ­lich ha­ben in Hi­ro­shi­ma und Na­ga­sa­ki die don­nern­den Schluß­ak­kor­de ge­setzt. Je­des die­ser Fa­na­le war und ist durch nichts zu recht­fer­ti­gen, je­des Kriegs­ver­bre­chen je­der be­tei­lig­ten Par­tei schreit zum Him­mel, da gibt es kein Ver­glei­chen, kein Auf­rech­nen, kein Re­la­ti­vie­ren und kein Recht­fer­ti­gen.

    Dres­den taugt da­her nicht als Ar­gu­ment, we­der für die ei­nen noch für die an­de­ren. Es dient in­des uns al­len zur Mah­nung, daß so­was nicht mehr pas­sie­ren darf, nir­gend­wo auf die­ser Welt.

  5. Hier kann ich Ralph nur bei­pflich­ten! Auf den Punkt ge­bracht! Es gibt kei­ne »schul­di­gen Städte«!....Den glei­chen »Grum­mel« im Bauch hat­te ich auch beim Le­sen des obi­gen Ar­ti­kels.....

  6. Timo Müller sagt:

    Ich möch­te dar­auf hin­wei­sen, dass von Sei­ten der Na­zis Dres­den im­mer als »un­schul­di­ge Stadt« hin­ge­stellt wird. Je­der Bom­ben­an­griff ist zu ver­ur­tei­len, aber wenn ich ei­ne KZ Über­le­ben­de zi­tie­ren darf »Ich ha­be ge­weint, als ich hör­te Dres­den steht in Flam­men. Das hieß für uns die Be­frei­er sind nicht weit«. Je­de Bom­bar­die­rung die To­des­op­fer for­dert soll­te ver­ur­teilt wer­den, aber wenn ei­ne sol­che Bom­bar­die­rung die Men­schen vom Fa­schis­mus be­freit, dann muss man da lei­der Got­tes dif­fe­ren­zie­ren.

    Hier üb­ri­gens der, wie ich fin­de, sehr gu­te Kom­men­tar in der Ta­ges­schau.

  7. Timo Müller sagt:

    Zu dem strit­ti­gen The­ma Eil­ver­samm­lung hat die Po­li­zei ei­ne mitt­ler­wei­le sehr in­ter­es­san­te Stel­lung­nah­me ver­öf­fent­licht:

    »Ak­tu­el­ler An­lass die­ser Eil­ver­samm­lung war laut An­mel­der, dass ihm am Frei­tag­abend (17.02.2012) be­kannt wur­de, dass es of­fen­sicht­lich ge­gen ei­ne ord­nungs­ge­mäß an­ge­mel­de­te De­mon­stra­ti­on in Dres­den zu Blocka­den kom­men sol­le.«

    Da ist der Für­ther Po­li­zei aber ein ge­wal­ti­ger Feh­ler un­ter­lau­fen. An­statt die Aus­sa­ge des Rech­ten zu über­prü­fen ha­ben die zu­stän­di­gen Be­am­tIn­nen ihm an­schei­nend ein­fach ge­glaubt.

    Denn in Dres­den war am Sams­tag, den 18.02.2012 zwar ein rech­ter Auf­marsch an­ge­mel­det wor­den. Nur wur­de die­ser schon vor Mo­na­ten ab­ge­sagt. So­mit ist der Neo­na­zi­auf­marsch von Fürth rechts­wid­rig ge­we­sen. Wers nicht glaubt liest es selbst nach:

    »Na­zi­auf­mär­sche in Dres­den – al­les kon­zen­triert sich auf den 13. Fe­bru­ar« (LVZ on­line)

    »POL-MFR: (318) Ver­samm­lungs­ge­sche­hen am 18.02.2012 in Fürth« (news ak­tu­ell pres­se­por­tal)

  8. Carsten sagt:

    Neo­na­zi-An­griff und die Ver­tu­schung der Po­li­zei

    Sa. 18.02.2012
    Wie je­den Sams­tag mach­te ich mit ein paar Freun­den ei­ne Jam­ses­si­on bei mir zu­hau­se, die um 14 Uhr an­fing. Ge­gen 22:30 Uhr sind wir Mu­si­ker in ei­ne be­nach­bar­te Knei­pe, Mu­sik­club ge­gan­gen, um gut ge­launt un­se­re Ses­si­on dort fort zu set­zen. Wir setz­ten uns an ei­nen Tisch und be­gan­nen ab­wech­selnd mit dem Mu­sik ma­chen, wo­durch im­mer wie­der ein an­de­rer Platz frei wur­de.

    So. 19.02.2012
    Im lau­fe des vor­an ge­schrit­te­nem Abend set­zen sich zwei kurz­haa­ri­ge mit ih­ren Freun­din­nen und ein Jun­ger Punk zu uns an den Tisch. Ich lob­te noch das ei­ne Mäd­chen, we­gen ih­rem aus­se­hen, wor­auf­hin sie sich be­dank­te. »Ich war wirk­lich höf­lich« Ich be­grüß­te auch den Nach­barn und er er­wi­der­te mei­nen Gruß. Als ich den ei­nen ganz Glatz­kopf nor­mal, wie in ei­nem Gast­haus üb­lich be­grüßt ha­be, ant­wor­te­te er. »Ich re­de nicht mit Zecken«

    Ich dach­te mir der ist schlecht drauf, nahm mei­ne Jacke mit 3 ge­gen Rechts But­tons dar­auf, die ich an mei­nem Stuhl hän­gen hat­te und stell­te mich da­nach an den Tre­sen um mir mein drit­tes Bier zu be­stel­len und mög­li­chem Är­ger aus dem Weg zu ge­hen. Mit der Zeit merk­te ich, das mei­ne Ho­se hin­ten nass war und ging auf die Toi­let­te um nach zu se­hen war­um.

    Als ich wie­der den Gastraun be­trat und mich zu­rück zu mei­nem Bier be­weg­te wur­de ich von ei­nem der »Ri­ni Tussen« mas­siv zu­rück ge­schubst und bin di­rekt in die Faust des ganz Kurz­haa­ri­gen ge­fal­len, ich ging zu Bo­den.

    Nach­dem ich rea­li­siert ha­be was pas­siert ist, bin ich wie­der auf­ge­stan­den und wur­de so­fort vom Wir­ten zu­rück ge­hal­ten den An­grei­fern ei­ne zu lan­gen, denn ich war auf 180. Der Wirt mein­te noch ich soll nicht die Po­li­zei ru­fen, was ich aber un­be­dingt woll­te und mich be­ru­hi­gen. Weh­re doch ei­gent­lich sei­ne Auf­ga­be ge­we­sen. Mir wur­de auch das Han­dy von der ei­nen »Ri­ni« aus der Hand ge­ris­sen, was ich mir aber so­fort zu­rück ge­holt ha­be.

    Nach ca. 5 Mi­nu­ten ver­ließ ich das Lo­kal mit den Hän­den über dem Kopf um auch laut­hals zu si­gna­li­sie­ren das ich kei­nen Streit will und nur nach hau­se. Ich woll­te nur nach hau­se und kon­trol­lie­ren wo ich im Mund blu­te.

    2. An­griff
    Zu­hau­se stell­te ich fest das ich mir kräf­tig auf die Lip­pe ge­bis­sen ha­be (mei­ne Schuld). Um mit je­man­den über die­sen Vor­fall re­den zu kön­nen be­schloss ich in ein Re­stau­rant in mei­nem Haus zu ge­hen, wo ich ei­nen be­freun­de­ten Mu­si­ker ver­mu­te­te. Kaum bog ich bei mir zu­hau­se um die Ecke rann­ten 6 oder 7 Leu­te auf mich zu und ris­sen mich auf den Bo­den und stie­fel­ten von al­len Sei­ten auf mich ein. Ich er­kann­te sie als die sel­ben wie zu­vor und rief mehr­mals nur »Hil­fe Hil­fe Po­li­zei« be­vor ich ohn­mäch­tig wur­de.

    Der Ver­tu­schungs­ver­such der Po­li­zei

    Im Kran­ken­waa­gen kam ich wie­der zu mir und wur­de von, ich glau­be Sa­ni­tä­ter ge­fragt wo ich bin und wo­her ich kom­me, was ich noch nicht wuss­te. Die Al­ko­hol­kon­trol­le er­gab ei­nen Wert von 0,5 Pro­mil­le was mein Bru­der und mei­ne Mut­ter be­stä­ti­gen kann weil ich sie vor dem Kran­ken­waa­gen ne­ben ei­nem Po­li­zi­sten ste­hen sah. Ich rief dem Po­li­zi­sten zu, das es Na­zis wa­ren und das ich sie be­schrei­ben kann, doch er ant­wor­te­te nur »Sie wer­den erst ein­mal im Kran­ken­haus be­han­delt«

    Ich rief ein zwei­tes mal »Herr Po­li­zist, das wa­ren Neo­na­zis, ich weiß wie die aus­ge­se­hen ha­ben, die ha­ben mei­ne ge­gen Na­zis But­tons ge­klaut« Dar­auf hin kam der Po­li­zist in den Wa­gen, bau­te sich vor mich auf und wie­der­hol­te sei­ne Aus­sa­ge mit Nach­druck. »Jetzt langt es aber«

    Ich wur­de ins Kran­ken­haus ge­bracht.

    01:52:00 Uhr
    Im Kran­ken­haus lie­sen die Po­li­zi­sten mich am Schal­ter ste­hen und un­ter­hiel­ten sich mit den Sa­ni­tä­tern. »Ver­si­che­rungs­kar­te« usw. Ich setz­te mich dann auf den Bo­den weil mir Schwarz vor Au­gen wur­de aber die Po­li­zei war nicht da um mei­ne Aus­sa­ge auf zu neh­men. Mir wur­de nur ge­sagt ich wer­de schrift­lich zur Aus­sa­ge ein­ge­la­den.

    Es wur­de der Arm und Tho­rax ge­röntgt, mei­ne Platz­wun­de am Kopf ge­näht. Der P.A. frag­te mich ob ich mir den Arm die letz­ten 2 Jah­re schon ein­mal ge­bro­chen hät­te, was ich aber ver­nein­te. Dar­auf­hin sag­te er »Der Arm ist nicht ge­bro­chen« was ich aber auch wie­der ver­neint, den ich ha­be mir schon öf­ters was ge­bro­chen und weiß wie das tut. Auch den Arm. Nach der Be­hand­lung war ich al­lein im Kran­ken­haus. Kei­ne Po­li­zei.?!

    Sonn­tag mor­gen
    Ich konn­te nur am So­fa schla­fen, denn dort konn­te ich mich an der Rücken­leh­ne mit der rech­te Hand hoch­zie­hen. Mein Bauch so­wie mein gan­zer Kör­per tat weh und war mit Blut­ergüs­sen über­sät. Beim hin­set­zen oder le­gen wur­de mir schwin­de­lig und schwarz vor Au­gen.

    Mo. 20.02.2012
    Ich stell­te Blu­t­ei­weiß in mei­nem Urin fest.

    Ärz­te­be­such 1. Teil

    Arzt­be­su­che ste­hen an, denn ich bin im Arsch!

    Fan­gen wir mit dem Arm an. Der er­ste Kno­chen­dok­tor hat mich gleich zur Ra­dio­lo­gie ge­schickt und mir ge­sagt ich soll gleich da­nach zur Arm­chir­ur­gie, wo der Arm nun mög­li­cher wei­se Ope­riert wird, doch nun nur wö­chent­lich kon­trol­liert wird.

    Mo. ca. 17:30
    Nach 9 Stun­den Arzt­be­su­chen zu Fuß, Schmer­zen am gan­zen Kör­per und vor al­lem mit ge­schwol­le­nem Zeh und Je­sus schlap­pen, ging ich zur Po­li­zei­di­rek­ti­on um mei­ne Aus­sa­ge zu ver­voll­stän­di­gen.

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    Es hieß an der Pfor­te:
    Po­li­zei: »Es wur­de schon ei­ne An­zei­ge ge­macht!«
    Ich: »WAS- nicht von mir!«
    Po­li­zei: »Sind Sie schon schrift­lich ein­ge­la­den wor­den?«
    Ich: »NEIN«
    Po­li­zei: »Dann war­ten Sie dar­auf«
    Al­so ging ich nach Hau­se.
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    In der Zei­tung sah ich dann die­sen Be­richt.

    »Neo­na­zis zo­gen durch Fürths«

    Rech­te hat­ten über Nacht ei­ne De­mon­stra­ti­on an­ge­mel­det – Schei­be ein­ge­wor­fen

    FÜRTH – Völ­lig über­ra­schend hat am Sams­tag­mit­tag in der Für­ther In­nen­stadt ei­ne De­mon­sta­ti­on von rund 100 Neo­na­zis aus dem süd­deut­schen Raum statt­ge­fun­den, die durch die Stra­ßen zo­gen und Pa­ro­len skan­dier­ten. Nach Aus­kunft der Po­li­zei war ei­ne Eil­an­mel­dung für die Ver­an­stal­tung in der Nacht zu­vor bei der Für­ther In­spek­ti­on ein­ge­gan­gen. Nach dem Ver­samm­lungs­recht ha­be man die De­mon­stra­ti­on ge­neh­mi­gen müs­sen, sag­te Po­li­zei­spre­cher Ro­bert Sand­mann im Ge­spräch mit den FN Man ha­be le­dig­lich mit Auf­la­gen re­agie­ren kön­nen; so sei die ge­wünsch­te Rou­te durch die Fuß­gän­ger­zo­ne ab­ge­lehnt wor­den, statt­des­sen zo­gen die Rech­ten von der Stadt­hal­le aus durch Hir­schen­stra­ße und Max­stra­ße über den Bahn­hof­platz bis zur Frei­heit. An­ge­mel­det wor­den sei die De­mo von ei­nem be­kann­ten Ver­tre­ter des »rech­ten Spek­trums im Großraum«,so Sand­mann, des­sen Nar­nen er in­des nicht nen­nen woll­te. In den Rei­hen der Teil­neh­mer be­fan­den sich al­ler­dings et­li­che Ver­tre­ter des Rechts·extremen »Frei­en Net­zes Süd« um den Sta­del­ner Mat­thi­as Fi­scher. Hin­ter­grund war ein für den Sams­tag in Dres­detl ge­plan­ter Auf­marsch von Neo­na­zis, ge­gen den Tau­sen­de auf die Stra­ße gin­gen und der wie­der ab­ge­sagt wor­den war. In Fürth war des­halb auch die Bom­bar­die­rung Dres­dens vor 67 Jah­ren zen­tra­les The­ma auf Spruch­bän­dern und in ein­schlä­gi­gen Re­de­bei­trä­gen. Die Ver­an­stal­tung in Fürth sei »stö­rungs­frei« ver­lau­fen, so die Po­li­zei, bei der Be­völ­ke­rung sei sie »nur auf ge­rin­ges In­ter­es­se« ge­sto­ßen. We­gen der Kurz­fri­stig­keit kam es of­fen­bar auch nicht zu Ge­gen­de­mon­stra­tio­nen im üb­li­chen Aus­maß – der Auf­tritt der rech­ten Sze­ne war schlicht­weg kaum be­kannt. Le­dig­lich an der Für­ther Frei­heit hät­ten laut Po­li­zei et­wa 50 Pas­san­ten ih­rem Un­mut durch Zwi­schen­ru­fe Luft ge­macht.

    Vor­wür­fe aus An­ti­fa-Krei­sen, die Po­li­zei ha­be ver­sucht, den Ge­gen­pro­test im Keim zu er­sticken«, weist Spre­cher Sand­mann, der selbst vor Ort war, zu­rück. Da­von kön­ne nach sei­nen Er­kennt­nis­sen kei­ne Re­de sein. Be­stä­ti­gen kann Sand­mann da­ge­gen, dass In der Nacht zum Sonn­tag ei­ne Schei­be des In­fo­la­den »Be­n­a­rio«, ei­nes Treffs der Für­ther An­ti­fa-Sze­ne in der Nürn­ber­ger Stra­sse ein­ge­wor­fen wur­de.

    Für die Be­trei­ber steht fest, dass die Tä­ter aus dem Neo­na­zi ‑La­ger stam­men. Die Po­li­zei hat Spu­ren ge­si­chert und er­mit­telt auch in die­se Rich­tung, hieß es ge­stern auf FN-An­fra­ge. In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten wa­ren, wie be­rich­tet, auf das Ei­gen­tum von An­ti­fa­schi­sten in der Re­gi­on meh­re­re An­schlä­ge ver­übt wor­den, die dem rech­ten Spek­trum zu­ge­rech­net wer­den.

    WOLFGANG HANDEL

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    Di. 21.02.2012
    Ärz­te­be­such 2. Teil

    Ich lies mich beim Haus­arzt durch­checken und in­for­mier­te Ihn das ich Blut im Urin ha­be. Er wird auch ei­nen At­test aus­schrei­ben. Ich ging gleich zum Uro­lo­gen und mach­te schnellst mög­lich ei­nen Ter­min bei ihm. Zu­hau­se sah ich dann den Be­richt im Fran­ken TV (FrankenTV_Nazis in Fürth)

    Und von mei­ner fast Tö­tung NIX! Und ich hat­te Schmer­zen am gan­zen Kör­per und den Ge­dan­ken von Blut im Urin, was ich Mon­tags schon fest­stell­te!

    Mi. 22.02.2012
    Ärzt­be­such 3. Teil. Es wird in­ter­res­sant.

    8:30
    Uro­lo­ge → Ul­tra­schall we­gen Blut im Urin → Kon­trol­le be­dürf­tig.

    9:00
    Rat­haus im Bü­ro des Ober­bür­ger­mei­sters

    Ich möch­te den OB spre­chen, es geht um ei­nen Neo­na­zi An­griff! Ei­ne hal­be Mi­nu­te spä­ter war ich beim Bür­ger­mei­ster und er­klär­te ihm was pas­siert war. Er sag­te mir, er neh­me es sehr ernst und ruft mal bei der Po­li­zei an, dann in­for­miert er mich. DANKE und auf wie­der se­hen.

    9:30
    Ich ging zum Amts­ge­richt Fürth, wo mir schnell und ich glau­be kom­pe­tent wei­ter ge­hol­fen wur­de um ei­ne Ge­richts­hil­fe zu be­an­tra­gen. Dar­auf folg­ten die »Für­ther Nach­rich­ten« wo ich von dem der den Zei­tungs­be­richt am Mon­tag ge­schrie­ben hat­te um Rück­ruf ge­be­ten ha­be.

    10:00:30
    Es ruft der Herr Exxxxxxx von der Po­li­zei­di­rek­ti­on an. »Ähh ich ha­be sie schrift­lich ein­ge­la­den, aber erst für näch­ste Wo­che das ha­be ich ih­nen per Post zu ge­schickt doch kön­nen sie mor­gen schon vor­bei kom­men?«

    »Nein, mor­gen ha­be ich Ge­burts­tag, war­um tref­fen wir uns nicht gleich?«

    »OK«

    End­lich konn­te ich bei der Po­li­zei aus­sa­gen!

    Mei­ne Po­li­zei­ver­neh­mung

    Ich er­klär­te Herrn Exxxxxxx mei­ne Ge­schich­te und woll­te wis­sen, was ich im Kran­ken­waa­gen an die­sem Abend aus­ge­sagt ha­be, doch das durf­te er mir nicht sa­gen.

    Wir gin­gen hoch da­mit ich mir ein paar Bil­der an­se­hen kann und ha­be dort die Tä­ter Frau­en ge­nau be­schrie­ben. Rechts­ra­di­ka­le Ri­nis. Dar­auf­hin wur­den mir ca. 24 Fo­to von Frau­en ge­zeigt. Die ei­ne war schwar­zer Haut­far­be und hat­te Ra­stas, die an­de­re kam aus an­schei­nend In­di­en, wie­der ei­ne an­de­re war vom Chry­s­tal ge­zeich­net und ist be­stimmt schon tot.

    Was soll das, frag­te ich und woll­te mir wei­te­re Fo­tos er­spa­ren.

    (Skin­heads und sie zei­gen mir Fo­tos von Lang­haa­ri­gen, weil sie ja heu­te kurz tra­gen könn­ten?)

    Wir gin­gen wie­der run­ter und fin­gen mit mei­ner Zeu­gen­be­fra­gung an. Ich soll­te aber noch was von we­gen Fo­to Ge­gen­über­stel­lung oder so was un­ter­schrei­ben, was ich nicht tat.

    Der Herr Exxxxxxx und sein Kol­le­ge stell­ten sich echt dumm. Mei­ne Ein­la­dung zum Ver­hör soll an des Haus Nr.3 ge­schickt wor­den, ich woh­ne aber Nr.7. Ran­gers, Docmar­tens Schu­he was ist das und was ist ei­ne Ri­ni usw.

    Nun kam noch ein drit­ter Po­li­zist da­zu, von der So­ko 5 (oder so) und nahm sich den schon fer­ti­gen Sta­pel Pa­pie­re um ihn zu le­sen, setz­te sich zur Sei­te und las. Ich fuhr mit mei­ner Ge­schich­te fort.

    An der Stel­le, wo ich aus dem Kran­ken­waa­gen ge­ru­fen ha­be es wa­ren Neo­na­zis, sprach mich der So­ko Be­am­te an »Hal­lo, ich bin usw. er­mit­te­le ge­gen Rechts und sie ha­ben aber im Kran­ken­waa­gen aus­ge­sagt, Sie wis­sen von nichts, sie ha­ben nichts ge­hört, ge­se­hen und wis­sen nicht wer sie an­ge­grif­fen hat.«

    Er sag­te, das wer­den wir schon auf­klä­ren und ich la­de sie noch­mal zur Aus­sa­ge ein. (Haus Nr.3 oder 7. dach­te ich mir) Ich be­en­de­te mei­ne Aus­sa­ge, ging heim und freu­te mich auf mei­nen er­sten Ge­burts­tag in mei­nem neu­en Le­ben.

    Mi. Abend
    Von ei­nem Gast er­fuhr ich, daß mir ei­ne von den »Ri­ni Tussen« Bier oder so hin­ten in die Ho­se rein ge­schüt­tet hat. Des­we­gen war ich dort nass und mein Han­dy ist ka­putt. Geld. Egal!

    Do.23.02.2012
    Um 11:00 rief die FN an, sag­te sie ha­ben es schon Ge­stern ver­sucht mich zu er­rei­chen, da war ich aber ge­ra­de bei der Po­li­zei zum Ver­hör und die Po­li­zei, hat­te das an­ders dar­ge­stellt, ich wä­re be­trun­ken ge­we­sen usw. Ich sag­te: »Na klar, mit 0,5 Pro­mil­le nachts um halb 2 an ei­nem Sams­tag Abend oh­ne Au­to im Knei­pen­vier­tel und ich ha­be ein Al­ko­hol­pro­blem.«

    um 11:30 er­zähl­te ich ih­nen mei­ne Ge­schich­te der FN mit Kran­ken­haus Be­richt und sie ga­ben mir den Ein­druck, rich­tig em­pört über die Ak­ti­on der Po­li­zei zu sein. Sie mel­den sich, wenn der Ar­ti­kel ge­druckt wird.

    Der Stein soll­te rol­len. FEIERABEND!

    Am 10.03.2012 dann der Zei­tungs­ar­ti­kel mit der Über­schrift

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    »Nach Schlä­ge­rei: Kri­tik an der Po­li­zei«

    FÜRTH – Nach ei­ner Schlä­ge­rei am Grü­nen Markt übt das Op­fer Kri­tik am Ver­hal­ten der Po­li­zei. Der 37-Jäh­ri­ge, der in der Nacht auf den 19. Fe­bru­ar von meh­re­ren Ju­gend­li­chen an­ge­grif­fen, ge­schla­geh und ge­tre­ten wur­de, hat sich kürz­lich bei Ober­bür­ger­mei­ster Tho­mas Jung über die Be­am­ten be­schwert. Er wirft ih­nen vor, sei­ne Ver­mu­tung, dass die Tä­ter aus der Neo­na­zi-Sze­ne stam­men, igno­riert zu ha­ben. Sei­nes Wis­sens nach sei der Hin­weis in je­ner Nacht nicht ins Pro­to­koll mit auf­ge­nom­men wor­den. Auf FN-Nach­fra­ge ver­si­chert Po­li­zei­chef Pe­ter Mes­sing, dass sich die Aus­sa­ge durch­aus in den Ak­ten fin­de. Man ha­be den 37-Jäh­ri­gen in der Tat­nacht aber nicht aus­führ­li­cher be­fragt, da er merk­lich al­ko­ho­li­siert ge­we­sen sei; ein Test ha­be 1,12 Pro­mil­le er­ge­ben. Man sei ver­fah­ren, wie in ei­nem sol­chen Fall üb­lich: Der Mann, der Prel­lun­gen und ei­nen Bruch an der Hand er­lit­ten hat­te, wur­de ins Kli­ni­kum ge­bracht und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass er noch ein­mal zur Aus­sa­ge vor­ge­la­den wer­de.

    Völ­lig un­er­klär­lich ist dem 37-Jäh­ri­gen, wie­so er dann drei Ta­ge lang nichts von den Be­am­ten hör­te. Laut Mes­sing gin­gen die Din­ge je­doch ih­ren ge­wohn­ten Gang. Ein Sach­be­ar­bei­ter sei be­auf­tragt ge­we­sen, ei­nen Ter­min für die Aus­sa­ge zu fin­den.

    Als er schließ­lich vor den Po­li­zi­sten saß und sei­ne Aus­sa­ge mach­te, hat­te der 37-Jäh­ri­ge er­neut den Ein­druck, dass man sei­ne Be­ob­ach­tun­gen nicht ernst ge­nug nahm: Auch wenn sie kei­ne rechts­ra­di­ka­len Pa­ro­len ge­äu­ßert hat­ten, deu­te­te für ihn vie­les dar­auf hin, dass er von Neo­na­zis an­ge­grif­fen wor­den war: So ha­be ihn ei­ner der Be­tei­lig­ten »Zecke« ge­nannt, zu­dem sei­en An­ti-Na­zi-An­stecker an sei­ner Jacke ab­ge­ris­sen wor­den, und auch das Aus­se­hen der Ju­gend­li­chen sei »ty­pisch« für die Sze­ne ge­we­sen.

    Ob­wohl er dies der Po­li­zei mit­teil­te, hät­ten ihm die Be­am­ten auch Fo­tos von »far­bi­gen« Tat­ver­däch­ti­gen ge­zeigt, Ver­ste­hen kön­ne er das nicht. Auch hier hat Mes­sing ei­ne Er­klä­rung: Es sei nor­mal, dass un­ter den Fo­tos im­mer auch ei­ni­ge sei­en, die nicht al­le Kri­te­ri­en er­fül­len. Den Vor­wurf, dass die Po­li­zei nach­läs­sig mit dem Hin­weis auf ei­nen mög­li­chen rech­ten Hin­ter­grund der Schlä­ge­rei um­ge­gan­gen sei, will er sich nicht ge­fal­len las­sen. Man ha­be in al­le Rich­tun­gen en­nit­telt. Aus­sa­gen von »un­be­tei­lig­ten Zeu­gen« hät­ten al­ler­dings schnell zu Tat­ver­däch­ti­gen ge­führt, die nach Po­li­zei­er­kennt­nis­sen nicht zur rech­ten Sze­ne ge­hö­ren. Ei­ni­ge von ih­nen sei­en »aus dem Pun­ker­mi­lieu«.

    Aus­lö­ser für die Schlä­ge­rei wa­ren laut Mes­sing of­fen­bar Flirt­ver­su­che des 37-Jäh­ri­gen, die ei­ner Ju­gend­li­chen nicht ge­fie­len. Ab­surd fin­det das der Ge­schla­ge­ne: Die­se An­mach­ver­su­che ha­be es nicht ge­ge­ben, das Mäd­chen »ist doch gar nicht mei­ne Al­ters­klas­se«. Die Po­li­zei wol­le das wah­re Ge­sche­hen nur »ver­tu­schen«.

    CLAUDIA ZIOB

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    Am 26.3.2012 Bin ich noch ein­mal zur Hand­chiru­gie, wo ein an­de­rer Arzt ent­setzt dar­über war, daß mein Dau­men nicht ruihg ge­stellt wur­de. Er klär­te mich auch zum er­sten mal über mei­nen Kahn­bein­bruch auf und gip­ste den Arm neu ein.

    Im Nachin­ein wur­de mir 70 Ta­ge nach dem Über­fall ein Backen­zahn ge­ris­sen, da die Wur­zel be­schä­digt war und ei­ter­te. Ich pas­se echt auf mei­ne Zäh­ne auf und dach­te so­fort an die Schlä­ge­rei, wo mir die gan­ze lin­ke Ge­sichts­hälf­te wo­chen­lang weh tat und im­mer noch tut ‚ich aber bei die­sen Schmer­zen nie auf Zahn­pro­ble­me ge­tippt hät­te.

    Am 9.05.2012 rief dann noch­mal der Herr Exxxxxx von der Po­li­zei an und er­zähl­te mir das die Er­mitt­lun­gen nun Ab­ge­schlos­sen sind.

    Am15.05.2012 wur­de mein Gips ab­ge­nom­men und ich ma­che wei­ter 6 Wo­chen Kran­ken­gym­na­stik.
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    Nun bin ich stink sau­er. Nicht auf die Neo­nais, denn von de­nen er­war­te ich ja sol­che hirn­ver­bran­ten Ak­tio­nen.

    1. Die Po­li­zei ver­sucht das ge­sche­hen der lin­ken Sze­ne zu­zu­ord­nen, doch be­haup­te ich, dass wa­ren ein­deu­dig Na­zis. So­wohl sie, bis auf den un­be­tei­lig­ten Punk in ei­ner stadt­be­kann­ten Na­ziknei­pe ver­keh­ren. Dem »MOSQUITO«, gleich bei mir umd Eck.

    Im In­ter­net fand ich die­ses Flug­blatt:

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    Be­reits seit meh­re­ren Jah­ren ver­su­chen Neo­na­zis in Fürth ei­nen re­gel­mä­ßi­gen Stamm­tisch zu eta­blie­ren. Da­bei ver­än­der­te sich mit den Struk­tu­ren der Fa­schi­stIn­nen auch die Nut­zung der von ih­nen be­such­ten Gast­stät­ten.

    Wäh­rend NPD und JN 2007 – dank an­ti­fa­schi­sti­scher Pro­te­ste er­folg­los – ver­such­ten ei­nen wö­chent­li­chen In­for­ma­ti­ons­ter­min für Mit­glie­der und In­ter­es­sier­te ein­zu­rich­ten, sind die Knei­pen­be­su­che des Ka­me­rad­schafts­netz­werks »Frei­es Netz Süd« (FNS) in­of­fi­zi­el­le­rer und in­halts­lo­se­rer Na­tur. So traf man die Für­ther FNS­le­rIn­nen im letz­ten Jahr meist al­ko­ho­li­siert und zu­sam­men mit un­or­ga­ni­sier­ten Neo­na­zis im Um­feld von Knei­pen mit bil­li­gem Bier und ei­nem kaum wech­seln­den Kun­den­kreis.

    An­ti­fa­schi­stIn­nen mach­ten vor al­lem auf die Gast­stät­te »Treff­punkt« am Rat­haus auf­merk­sam, aus der her­aus mehr­mals Na­zi­geg­ne­rIn­nen an­ge­grif­fen wur­den. Trotz des Wis­sens über die Ge­sin­nung und die Ge­walt­tä­tig­keit sei­ner Kund­schaft und an­hal­ten­der Pro­test­ak­tio­nen an­ti­fa­schi­sti­scher Für­the­rIn­nen di­stan­zier­te der Wirt sich nicht von sei­nen Gä­sten oder de­ren men­schen­ver­ach­ten­den Ge­dan­ken­gut.

    Eben­so ver­hält es sich auch mit dem Wirt ei­ner neu­en Gast­stät­te, dem »Mos­qui­to« (frü­he­res »Klei­nes Ver­steck«) am Ran­de des Grü­nen Markts. Seit de­ren Er­öff­nung schaff­te es ein wei­te­rer na­zi­sti­scher Über­griff in die Me­di­en. In der Nacht zum er­sten No­vem­ber be­droh­ten und be­lei­dig­ten meh­re­re Mit­glie­der des FNS jun­ge An­ti­fa­schi­stIn­nen und schlu­gen und tra­ten auf ei­nen von ih­nen ein, der da­durch meh­re­re Prel­lun­gen und Hä­ma­to­me er­litt. Die An­grei­fer ka­men aus dem »Mos­qui­to« und zo­gen sich teil­wei­se auch wie­der dort­hin zu­rück, um der da­zu­ge­ru­fe­nen Po­li­zei zu ent­kom­men. Eben­so hiel­ten sich wäh­rend des jähr­li­chen Ge­den­kens in der Ge­leits­gas­se an die Op­fer der Reichs­pro­grom­nacht 1938 meh­re­re Fa­schi­stIn­nen dort auf. Ei­ne Stö­rung durch die­se, die ei­ner Ver­höh­nung der Op­fer dar­stel­len wür­de, muss­te von en­ga­gier­ten Na­zi­geg­ne­rIn­nen ver­hin­dert wer­den.

    Das Für­ther Na­zi­pro­blem be­steht al­so wei­ter­hin, auch wenn die Fa­schi­stIn­nen wie­der ein­mal die Gast­stät­te wech­sel­ten. Da­bei ist vor­al­lem das FNS von zen­tra­ler Be­deu­tung. Die Or­ga­ni­sa­ti­on wur­de von Köp­fen der Für­ther Neo­na­zis, wie Mat­thi­as Fi­scher (we­gen zahl­rei­cher Straf­ta­ten noch min­de­stens bis En­de näch­sten Jah­res in Haft) und Sa­scha Ru­disch (vor­be­straft un­ter an­de­rem we­gen Kör­per­ver­let­zung an sei­ner ei­ge­nen Frau und Volks­ver­het­zung) mit­be­grün­det und kann als Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­ti­on der »Frän­ki­schen Ak­ti­ons­front« (FAF) ge­wer­tet wer­den, die 2004 we­gen ih­rer We­sens­ver­wand­schaft zum Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ver­bo­ten wur­de. Da­zu ge­hört auch der Für­ther Neo­na­zi Pe­ter Rausch, der im Früh­jahr ei­nen 17-jäh­ri­gen An­ti­fa­schi­sten in der Nürn­ber­ger U‑Bahn ins Ko­ma prü­gel­te und da­her we­gen Tot­schlags an­ge­klagt ist. Be­reits meh­re­re Treff­punk­te der Für­ther Na­zis konn­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren durch an­ti­fa­schi­sti­sche Pro­te­ste für die­se un­brauch­bar ge­macht wer­den. Auch die fak­ti­sche Un­ter­stüt­zung durch Wir­te wird nichts dar­an än­dern, dass wir in Fürth Na­zi­struk­tu­ren wel­cher Art auch im­mer nicht dul­den wer­den!

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    Oder das hier:

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    Na­zi-Treff­punk­te in Fürth

    24.01.2011 | von Rü­di­ger Lö­ster
    Mit De­mon­stra­tio­nen in der Fuß­gän­ger­zo­ne und am Grü­nen Markt wur­de letz­ten Sams­tag in Fürth auf zwei Na­zi-Treff­punk­te auf­merk­sam ge­macht. In den Gast­stät­ten, dem »Mos­qui­to« und der »Gast­stät­te Flo­ry­sche Re­stau­ra­ti­on«, tref­fen sich re­gel­mä­ßig Mit­glie­der und An­hän­ger des »Frei­en Netz Süd« (FNS).

    Wäh­rend das »Mos­qui­to« der Durch­füh­rung von »Ka­me­rad­schafts­aben­den« dient, fin­den in der »Gast­stät­te Flo­ry­sche Re­stau­ra­ti­on« die Ver­an­stal­tun­gen des FNS statt. Zu den bis­he­ri­gen drei Ver­an­stal­tun­gen rei­sten je­weils et­wa 80 Neo­na­zis aus ganz Bay­ern an.

    Ob­wohl den Wir­ten be­kannt ist, um wel­che Gä­ste es sich hier han­delt, wer­den die­se von ih­nen ge­dul­det. Und im Rat­haus sieht man kei­ne recht­li­chen Mög­lich­kei­ten, ge­gen die Na­zi­treff­punk­te vor­zu­ge­hen, oh­ne Re­ak­ti­on bei den Wir­ten blie­ben Ap­pel­le von Stadt und Po­li­zei, die Räu­me den Na­zis nicht zur Ver­fü­gung zu stel­len.

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    Jetzt wir es mir klar. Nach dem An­griff im Mu­sik­club am 18.02. ging ei­ner der Be­tei­lig­ten nach drau­sen um sei­ne Freun­de te­le­fo­nisch zu un­ter­rich­ten, das er ei­nen er­wischt und ge­schla­gen hat. Sie sol­len schnell her­kom­men.

    Mei­ne Woh­nung ist di­rekt zwi­schen den zwei Knei­pen und als ich Nachts noch mit mei­nem Freund re­den woll­te und das Haus ver­lies ha­ben sie mich di­rekt vorm Haus er­wischt. Die ei­nen ka­men rich­tung Mu­sik­club von links, die an­de­ren rich­tung Mos­qui­to von rechts. Wo die Tä­ter fast je­des Wo­chen­en­de ver­keh­ren.

     
    An­mer­kung der Re­dak­ti­on: Der Na­me ei­nes mehr­fach ge­nann­ten Po­li­zei­be­am­tens wur­de nach­träg­lich im In­ter­es­se des Kom­men­tar­schrei­bers (üb­le Nach­re­de) als auch der Her­aus­ge­ber (Be­trei­ber­haf­tung) an­ony­mi­siert.

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