Neo­na­zis wol­len in den Stadt­rat – In­itia­ti­ven ru­fen zum Ge­gen­pro­test auf

21. Dezember 2013 | von | Kategorie: Politik

Ei­ni­ge ha­ben noch ge­hofft, die Für­ther Neo­na­zis schaf­fen es dank Per­so­nal­man­gel und in­ter­ner Que­re­len nicht, zu den Für­ther Stadt­rats­wah­len an­zu­tre­ten. Seit Don­ners­tag Vor­mit­tag sam­meln die Neo­na­zis der »Bür­ger­initia­ti­ve so­zia­les Fürth« (BiSF) al­ler­dings Un­ter­stüt­ze­rIn­nen-Un­ter­schrif­ten in der Klee­blatt­stadt. Das Für­ther Bünd­nis ge­gen Rechts, An­ti­fa-Grup­pen, zahl­rei­che Or­ga­ni­sa­tio­nen und Ge­werk­schaf­ten ru­fen der­weil da­zu auf, den Na­zis den Wahl­kampf zu ver­mie­sen.

BiSF-AktivistInnen verteilen antisemitische und rassistische Flugblätter (Foto: Timo Müller)

BiSF-Ak­ti­vi­stIn­nen ver­tei­len an­ti­se­mi­ti­sche und ras­si­sti­sche Flug­blät­ter (Fo­to: Ti­mo Mül­ler)

Die BiSF, ein Sam­mel­becken ge­walt­be­rei­ter Neo­na­zis

Das »Freie Netz Süd« (FNS) ist ein Ka­me­rad­schafts­dach­ver­band von baye­ri­schen Neo­na­zis, dem knapp 30 Ka­me­rad­schaf­ten an­ge­hö­ren. Zu den füh­ren­den Köp­fen im FNS zäh­len u.a. Nor­man Kemp­ken (Nürn­berg), Mat­thi­as Fi­scher (Fürth-Sta­deln) und Stel­la Ruff (Fürth-Vach). Letz­te­re sind Spit­zen­kan­di­da­tIn­nen für die »Bür­ger­initia­ti­ve so­zia­les Fürth« (BiSF). Die BiSF ist da­bei ei­ne rei­ne Tarn­or­ga­ni­sa­ti­on des FNS, ge­gen wel­ches ge­ra­de ein Ver­bots­ver­fah­ren läuft.

In ih­ren Flug­blät­tern hetzt die »Bür­ger­initia­ti­ve« ge­gen Mi­gran­tIn­nen, Lin­ke, Ju­den und Jü­din­nen. Seit Don­ners­tag Vor­mit­tag ste­hen die Ak­ti­vi­stIn­nen der BiSF in der Für­ther Fuß­gän­ger­zo­ne und for­dern die Pas­san­tIn­nen auf, für ih­re ras­si­sti­sche Li­ste zu un­ter­schrei­ben. In Fürth müs­sen al­le Par­tei­en und Or­ga­ni­sa­tio­nen, die über kein Man­dat im Stadt­rat ver­fü­gen, knapp 400 Un­ter­stüt­zungs­un­ter­schrif­ten sam­meln, um an den Kom­mu­nal­wah­len im März 2014 an­tre­ten zu dür­fen. Für die Für­ther Neo­na­zis ist die­ses Ver­fah­ren nicht neu, so ver­such­ten Fi­scher, Ruff &Co. be­reits 2008, da­mals noch im Na­men der »Na­tio­nal­de­mo­kra­ti­schen Par­tei Deutsch­land« (NPD), in den Für­ther Stadt­rat ein­zu­zie­hen. Auf­grund re­gel­mä­ßi­ger In­ter­ven­ti­on, Auf­klä­rung und Prä­senz von An­ti­fa­schi­stIn­nen war es den Na­zis nicht mög­lich, auch nur an­nä­hernd die be­nö­tig­ten Un­ter­schrif­ten zu sam­meln.

Ge­ra­de herrscht im Frei­en Netz Süd al­ler­dings ei­ne ge­wis­se An­span­nung. Das Ver­bot steht kurz be­vor, die FNS- Ak­ti­vi­stIn­nen aus der Ober­pfalz ver­su­chen mit der Tarn­or­ga­ni­sa­ti­on »Bür­ger­initia­ti­ve So­zia­le Al­ter­na­ti­ve Op­fer­pfalz« bei den dor­ti­gen Kom­mu­nal­wah­len an­zu­tre­ten, füh­ren­de Neo­na­zis schlie­ßen sich der neu­ge­grün­de­ten Kleinst­par­tei »Der drit­te Weg« an und an­de­re wol­len sich mehr in der Or­ga­ni­sa­ti­on »Eu­ro­päi­sche Ak­ti­on« (EA), ein län­der­über­grei­fen­des Netz­werk von Ho­lo­caust-Leug­ne­rIn­nen, en­ga­gie­ren.

Kundgebung gegen Nazis am 19.12.13 in Fürth (Foto: Timo Müller)

Kund­ge­bung ge­gen Na­zis am 19.12.13 in Fürth
(Fo­to: Ti­mo Mül­ler)

»Fürth Na­zi­frei«

In Mit­tel­fran­ken sind die Na­zi­ge­ge­nerIn­nen auf­grund der Na­zi­um­trie­be in Fürth alar­miert. »Ziel ist es, dass die Na­zis erst gar nicht zu den Stadt­rats­wah­len an­tre­ten dür­fen. Wir wer­den im Vor­feld ver­su­chen, mit In­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen und Kund­ge­bun­gen auf die Hin­ter­grün­de der ras­si­sti­schen BiSF auf­merk­sam zu ma­chen«, so ei­ne Spre­che­rin der In­itia­ti­ve »Na­zis stop­pen- Der BiSF den Wahl­kampf ver­mie­sen!«. Die­ser In­itia­ti­ve ge­hö­ren die bei­den Für­ther An­ti­fa- Grup­pen »An­ti­fa­schi­sti­sche Lin­ke Fürth« (ALF) und die »Ju­gend­an­ti­fa Fürth« (JAF) an. Lin­ke Ak­ti­vi­stIn­nen ha­ben be­reits seit Wo­chen meh­re­re zehn­tau­send In­for­ma­ti­ons­flug­blät­ter über die BISF an sämt­li­che Für­ther Haus­hal­te ver­teilt. Auch das Für­ther Bünd­nis ge­gen Rechts (BgR), Ge­werk­schaf­ten und Or­ga­ni­sa­tio­nen ha­ben sich zu­sam­men­ge­schlos­sen, um den Neo­na­zis ak­tiv ent­ge­gen­zu­tre­ten. Vor­er­ster Hö­he­punkt ist ei­ne De­mon­stra­ti­on am 11. Ja­nu­ar, die um 13 Uhr am Koh­len­markt star­ten soll. Un­ter dem Mot­to »Fürth Na­zi­frei- kei­ne Na­zis in den Für­ther Stadt­rat« will das Bünd­nis ein kraft­vol­les Zei­chen ge­gen Neo­na­zis set­zen. Zu ei­ner er­sten Kund­ge­bung am 19.12. ver­sam­mel­ten sich be­reits 130 Per­so­nen vor dem Für­ther Weih­nachts­markt. »Die heu­ti­ge Kund­ge­bung ist ein gu­ter An­fang ge­we­sen, um ein deut­li­ches Zei­chen ge­gen Rechts zu set­zen«, so ein Mit­glied des Bünd­nis­ses.

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4 Kommentare zu »Neo­na­zis wol­len in den Stadt­rat – In­itia­ti­ven ru­fen zum Ge­gen­pro­test auf«:

  1. SpvGG Anhänger sagt:

    Gut zu wis­sen, wel­che Ty­pen das sind, die da in der Füß­gän­ger­zo­ne sol­che Flug­blät­ter ver­tei­len.

    Ha­be so ei­nen Zet­tel auch be­kom­men. Man merkt aber schnell, dass das Na­zis sein müs­sen. Al­lei­ne die Wort­wahl »Ju­den­mu­se­um« und »Deut­sche die es noch sein wol­len« be­rei­tet dem auf­merk­sa­men Le­ser Bauch­schmer­zen!

    Wenn die in den Stadt­rat ein­zie­hen, wä­re das ei­ne Schan­de für ganz Fürth!

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