Vor­sicht, die will sich wirk­lich in­te­grie­ren!

23. Oktober 2016 | von | Kategorie: Politik

Am Diens­tag, dem 18. Ok­to­ber 2016 war ich bei ei­ner Ak­ti­on, die das Für­ther So­zi­al­fo­rum zu­sam­men mit dem Für­ther Bünd­nis ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus zur Mo­bi­li­sie­rung ge­gen das baye­ri­sche In­te­gra­tions­ge­setz durch­ge­führt hat. Da­bei trat ei­ne als Fuß­ball­spie­le­rin und Mi­ni­stran­tin ge­klei­de­te Afri­ka­ne­rin vor dem CSU-Bü­ro auf.

Integrationswillige Afrikanerin (Foto: Peter A. Lefrank)

In­te­gra­ti­ons­wil­li­ge Afri­ka­ne­rin (Fo­to: Pe­ter A. Le­frank)

Die Ver­an­stal­ter woll­ten zei­gen, dass die Äu­ße­rung des CSU-Ge­ne­ral­se­kre­tärs Scheu­er zu den fuß­ball­spie­len­den, mini­strie­ren­den Se­ne­ga­le­sen ein Schlag­licht auf die Gei­stes­hal­tung der CSU wirft, die nun im Ge­setz­ent­wurf des baye­ri­schen »In­te­gra­tions­ge­set­zes« in Pa­ra­gra­phen ge­gos­sen wer­den soll. Es sol­len nur die­je­ni­gen blei­ben, die »nütz­lich« sind. Da­mit trägt das baye­ri­sche In­te­gra­ti­ons­ge­setz sei­nen Na­men zu Un­recht, denn die CSU will ei­nes auf kei­nen Fall: Die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen.

Im Ge­set­zes­ent­wurf zum »baye­ri­schen In­te­gra­ti­ons­ge­setz« wird die frem­den­feind­li­che Ein­stel­lung deut­lich sicht­bar. Der Ent­wurf ist in er­ster Li­nie von dem Ge­dan­ken ge­tra­gen, mög­lichst we­ni­gen Flücht­lin­gen ei­nen dau­er­haf­ten Schutz zu bie­ten. Flücht­lin­ge oh­ne »Blei­be­per­spek­ti­ve« wer­den aus­sor­tiert. Rea­le Be­dro­hun­gen vie­ler Men­schen in den »si­che­ren Her­kunfts­län­dern« oder an­dau­ern­de Dis­kri­mi­nie­rung, wie im Fal­le der Ro­ma, wer­den schlicht miss­ach­tet. Und als deut­li­ches Si­gnal, dass sie hier un­er­wünscht sind, sol­len Kin­der in »Rück­füh­rungs­zen­tren« vom Schul­un­ter­richt aus­ge­schlos­sen wer­den. Sie dür­fen »Schwimm­bä­der erst nach ei­ner vor­her­ge­hen­den Be­leh­rung und der aus­drück­li­chen An­er­kennt­nis der be­stehen­den Vor­schrif­ten be­nut­zen«

Selbst an­er­kann­ten Asylbewerber*innen soll der Wohn­ort vor­ge­schrie­ben wer­den. In Un­ter­künf­ten kön­nen sie oh­ne An­lass ei­ner Per­so­nen­kon­trol­le un­ter­zo­gen wer­den. Ins­ge­samt wer­den die Flücht­lin­ge zur per­ma­nen­ten Ge­fahr und Be­dro­hung sti­li­siert. Das Gan­ze gip­felt in der Angst, die »fal­schen« Men­schen könn­ten sich hier so­weit in­te­grie­ren, dass man sie nicht mehr ab­schie­ben kann. Klaus Hahn­zog, bay­ri­scher Ver­fas­sungs­rich­ter, ur­teilt »was da auf dem Tisch liegt, hat mit der baye­ri­schen Ver­fas­sung und dem Grund­ge­setz nichts mehr zu tun.« Ich den­ke, dass da nach­ge­dacht wer­den soll­te, ob die CSU nur hin­ter der AFD her­läuft oder ob man wagt, im Wind­schat­ten der AFD ei­ge­ne ras­si­sti­sche Po­si­tio­nen deut­li­cher zu äu­ßern.

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