P&P darf sich wie­der ein­mal aus Ver­pflich­tun­gen her­aus­mo­geln

23. Mai 2016 | von | Kategorie: Politik

»Steht die Stadt Fürth zu ih­ren Auf­la­gen oder lässt man sich ein wei­te­res Mal vom Bau­trä­ger P&P an der Na­se her­um­füh­ren?«, so frag­ten wir als GRÜ­NEN-Stadt­rats­frak­ti­on an­läss­lich der Sit­zung des Bau- und Werk­aus­schus­ses am 6. April 2016. Auf der Ta­ges­ord­nung stand un­ter TOP 10.1. ei­ne Be­schluss­fas­sung zur »Stell­platz­ab­lö­sung für 22 Kraft­fahr­zeu­ge in der Ka­ro­li­nen­stra­ße 86« an. Da­hin­ter ver­birgt sich nach un­se­rer An­sicht ein wei­te­rer Ver­such des Bau­trä­gers P&P, sich über städ­ti­sche Bau­auf­la­gen hin­weg­zu­set­zen.

Firmenlogo P&P am Gebäude Karolinenstr. 86 (Foto: Susanne Krebs)

Fir­men­lo­go P&P am Ge­bäu­de Ka­ro­li­nen­str. 86
(Fo­to: Su­san­ne Krebs)

In der Ka­ro­li­nen­stra­ße 86 ent­stan­den 55 Wohn­ein­hei­ten. Die Ge­neh­mi­gung für die­ses Pro­jekt er­folg­te im Bau­aus­schuss im Sep­tem­ber 2015 un­ter der ex­pli­zi­ten Auf­la­ge, dass von den not­wen­di­gen Stell­plät­zen 22 auf dem Pri­vat­grund nach­ge­wie­sen wer­den müs­sen. Denn es lie­gen be­reits jetzt Be­schwer­den von Anwohner*innen vor, dass trotz Be­woh­ner­park­re­ge­lung nicht ge­nü­gend Stell­plät­ze in der Ka­ro­li­nen­stra­ße zur Ver­fü­gung ste­hen. Durch die ge­plan­ten 55 Wohn­ein­hei­ten kom­men wei­te­re po­ten­zi­el­le Park­platz­su­cher hin­zu.

Ein hal­bes Jahr nach Er­tei­lung der Bau­ge­neh­mi­gung und nach Fer­tig­stel­lung des Pro­jekts be­an­tragt P&P nun rück­wir­kend, die­se Park­plät­ze nicht zu bau­en, son­dern statt­des­sen ei­ne Ab­lö­se zu zah­len. Die Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de (SVA) lehnt die­sen An­trag auf Stell­platz­ab­lö­se eben­so ent­schie­den ab wie das Stadt­pla­nungs­amt (SpA).

Hier tre­ten frap­pie­ren­de Par­al­le­len zur Dis­kus­si­on um die Baum­fäl­lun­gen im Grun­dig-Park zu­ta­ge: Auch hier gab es von Sei­ten der Stadt Fürth Auf­la­gen im Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren, über die sich P&P dann aber mit der Ket­ten­sä­ge hin­weg ge­setzt hat. Da­mals ver­häng­te die Stadt Fürth Sank­tio­nen über den Bau­trä­ger. Doch nicht für lan­ge: Nach­dem man im Ok­to­ber 2015 im Stadt­rat ei­nem völ­lig un­an­ge­mes­se­nen Ver­gleich mit P&P zu­ge­stimmt hat­te, hat der Stadt­rat im März 2016 mit der Rück­nah­me des Ver­kaufs­stopps für städ­ti­sche Grund­stücke und Ge­bäu­de auch die letz­te Sank­ti­on ge­gen­über P&P au­ßer Kraft ge­setzt.

Das Gebäude Karolinenstr. 86 (Foto: Susanne Krebs)

Das Ge­bäu­de Ka­ro­li­nen­str. 86 (Fo­to: Su­san­ne Krebs)

Und der Bau­trä­ger P&P zeigt mit dem An­trag auf Stell­platz­ab­lö­sung deut­lich, dass man auch künf­tig nicht vor­hat, sich an städ­ti­sche Bau­auf­la­gen zu hal­ten, son­dern die­se eher als Ver­hand­lungs­sa­che be­trach­tet – ganz of­fen­sicht­lich durch das Ver­hal­ten der Stadt Fürth im Fall Grun­dig-Park ani­miert.

Als GRÜ­NEN-Stadt­rats­frak­ti­on warn­ten wir schon im Zu­ge der Grun­dig-Park-Dis­kus­si­on vor ei­ner fa­ta­len Si­gnal­wir­kung auf an­de­re Bau­trä­ger. Ein wie­der­hol­tes Ein­knicken der Stadt wür­de die­se Si­gnal­wir­kung nun ver­stär­ken.

P&P ver­sucht er­neut, sich aus Ver­pflich­tun­gen her­aus­zu­mo­geln. Da­zu ge­hö­ren aber im­mer zwei: ei­ner, der mo­gelt und ei­ner, der das zu­lässt. Und auch dies­mal sieht es so aus, als ob P&P sich der lä­sti­gen Ver­pflich­tun­gen ent­le­di­gen kann: Der Bau­aus­schuss stimm­te der Ab­lö­sung der frag­li­chen 22 Stell­plät­ze zu – mit der Maß­ga­be, dass u.a. mit die­ser Stell­platz­ab­lö­se ein Park­haus in der Geb­hardt­stra­ße rea­li­siert wer­den kann.

Die Sum­me aus der Stell­platz­ab­lö­se wird beim Bau nur ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein sein und die Ko­sten für den Bau der 22 Stell­plät­ze bei wei­tem nicht decken.

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