Plä­doy­er für die Bei­be­hal­tung des Ver­kaufs­stopps ge­gen­über P&P

17. Mai 2016 | von | Kategorie: Politik

Als Stadt­rats­frak­ti­on von Bünd­nis 90/Die GRÜNEN ha­ben wir am 16.04.2016 in der Stadt­rats­sit­zung ver­geb­lich für ei­ne Bei­be­hal­tung des Ver­kaufs­stopps ge­gen­über der Fir­ma P&P plä­diert. P&P hat­te im Grun­dig-Park mit Ket­ten­sä­gen Fak­ten ge­schaf­fen, statt wäh­rend der jah­re­lan­gen Be­bau­ungs­pla­nung mit der Stadt Fürth über die Auf­la­gen und Fest­set­zun­gen zu ver­han­deln.

Firmenflagge P&P (Foto: Susanne Krebs)

Fir­men­flag­ge P&P (Fo­to: Su­san­ne Krebs)

Das war un­se­rer Ein­schät­zung nach zu die­sem Zeit­punkt ei­ne wi­der­recht­li­che Hand­lung, die ent­spre­chend hät­te sank­tio­niert wer­den müs­sen. Nun wur­de so­gar der Ver­kaufs­stopp von städ­ti­schen Grund­stücken an die Fir­ma P&P auf­ge­ho­ben. Wir kön­nen in kein­ster Art und Wei­se er­ken­nen, dass ein sol­cher Ver­trau­ens­vor­schuss ge­gen­über P&P ge­recht­fer­tigt wä­re, es steht viel­mehr zu be­fürch­ten, das P&P zum »Wie­der­ho­lungs­tä­ter« wer­den könn­te.

Be­reits seit Ju­li 2006 gab es ei­nen städ­te­bau­li­chen Ver­trag mit P&P und ei­nen rechts­ver­bind­li­chen Be­bau­ungs­plan (B‑Plan 315b) zum Bau­ge­biet »Grun­dig­Park« – Jah­re vor den Baum­fäl­lun­gen im Jahr 2013! So­mit wa­ren P&P vor die­sen mas­si­ven Baum­fäll­ak­tio­nen al­le Fak­ten, Auf­la­gen, Vor­ga­ben und Fest­set­zun­gen der Stadt Fürth um­fas­send be­kannt. Im Ok­to­ber 2011 wur­de hier­zu von P&P ei­gens ein Gut­ach­ter­bü­ro mit der Er­stel­lung ei­ner Ein­griffs- und Aus­gleichs­bi­lan­zie­rung be­auf­tragt. In die­ser fin­den sich sehr de­tail­lier­te An­ga­ben zum Baum­be­stand und P&P selbst hat in sei­nem ei­ge­nen Gut­ach­ten die frag­li­chen Be­rei­che, in de­nen die Baum­fäl­lun­gen statt­fan­den, ein­deu­tig als Be­stand­teil des Be­bau­ungs­plans an­er­kannt und so­mit die An­wend­bar­keit der Baum­schutz­ver­ord­nung nicht in Fra­ge ge­stellt. Zu­dem hat P&P zu­sam­men mit dem Bau­an­trag auch ei­nen Frei­flä­chen­ge­stal­tungs­plan für die ge­sam­te Flä­che ein­ge­reicht, in dem die strit­ti­gen Bäu­me als zu er­hal­ten ein­ge­tra­gen wa­ren.

Der Stadt­rat hat im De­zem­ber 2015 ge­gen die Stim­men der GRÜ­NEN-Frak­ti­on ei­nem Ver­gleich zu­ge­stimmt, der sehr viel nied­ri­ge­re Aus­gleichs­zah­lun­gen für den Baum­schutz von P&P ak­zep­tiert, ob­wohl P&P die Be­den­ken ge­gen­über der Schutz­wür­dig­keit der Bäu­me erst nach­träg­lich »aus dem Hut ge­zau­bert« hat. Die­se und an­de­re Wi­der­sprü­che wur­den der Stadt wäh­rend der ge­sam­ten mehr­jäh­ri­gen Pla­nungs- und Ge­neh­mi­gungs­pha­se in kei­ner Form an­ge­tra­gen. Statt­des­sen wur­den mit Ket­ten­sä­gen Fak­ten ge­schaf­fen.

Für uns stellt sich die Fra­ge: Hat die Stadt Fürth hier – statt auf Aus­gleichs­pflan­zun­gen zu be­stehen – auf Spen­den von P&P ge­setzt, wel­che vor kur­zem in be­trächt­li­cher Hö­he (z.B. für die Mit­tel­schu­le in Sta­deln) ein­ge­gan­gen und ne­ben­bei er­wähnt für P&P auch noch steu­er­lich ab­setz­bar sind?

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Ein Kommentar zu »Plä­doy­er für die Bei­be­hal­tung des Ver­kaufs­stopps ge­gen­über P&P«:

  1. Völ­lig ab­ge­se­hen von die­ser Baum­fäll­ak­ti­on: Im De­zem­ber 2015 ver­laut­bar­te P&P, man wol­le den hi­sto­ri­schen Lok­schup­pen in das Ge­wer­be­pro­jekt an der Stadt­gren­ze in­te­grie­ren: »Stadt Fürth will mit P&P rie­si­ge Brach­flä­che ent­wickeln«. Der Ver­käu­fer klagt je­doch nach dem Ver­kauf auf Ab­riss: »Tau­zie­hen um hi­sto­ri­schen Lok­schup­pen vor Ge­richt«.

    Wer will im Ernst glau­ben, dass das nicht im Ein­ver­neh­men mit P&P ge­sche­hen ist? Die­sel­ben, die im De­zem­ber 2015 be­haup­te­ten, der Lok­schup­pen kön­ne er­hal­ten und in das Ver­wer­tungs­kon­zept in­te­griert wer­den. Se­ri­ös? – Nach Für­ther Maß­stä­ben viel­leicht schon ...

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