»Für­ther Mo­dell« statt ech­tem So­zi­al­ticket

19. Juni 2011 | von | Kategorie: Politik

Am 27. Mai 2011 fand im Ge­mein­de­saal »Zu Un­se­rer Lie­ben Frau« ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on statt mit dem Ti­tel: »So­zi­al­ticket! Nö­tig? Sinn­voll? Mach­bar?« Da­zu ein­ge­la­den hat­ten das Für­ther So­zi­al­fo­rum und die Für­ther Er­werbs­lo­sen­in­itia­ti­ve, FEI. Vor dem ak­tu­el­len Hin­ter­grund, dass die VAG Preis­er­hö­hun­gen von 30 Pro­zent an­ge­kün­digt hat, sei es nach An­sicht des So­zi­al­fo­rums nö­ti­ger denn je, ei­ne gün­sti­ge Mo­nats­kar­te für be­dürf­ti­ge Men­schen ein­zu­füh­ren. Die Dis­kus­si­on wur­de vom Chef­re­dak­teur der Für­ther Nach­rich­ten, Wolf­gang Hän­del, in be­ein­drucken­der und span­nen­der Wei­se hart aber fair mo­de­riert.

Mobilität bedeutet Teilhabe (Foto: Ralph Stenzel)

Mo­bi­li­tät be­deu­tet Teil­ha­be (Fo­to: Ralph Sten­zel)

Al­le Po­di­ums­teil­neh­mer ein­schließ­lich un­se­rer Re­fe­ren­tin für So­zia­les, Ju­gend und Kul­tur, Eli­sa­beth Rei­chert, un­se­res SPD-Stadt­rats­frak­ti­ons­vor­sit­zen­den, Sepp Körbl und des Ge­schäfts­füh­rers der in­fra fürth gmbh, Dr. Hans Parthei­mül­ler, be­ton­ten die zwin­gen­de Not­wen­dig­keit ei­nes So­zi­al­tickets un­ter den ge­ge­be­nen Um­stän­den. Eli­sa­beth Rei­chert emp­fand so­gar tie­fen Schmerz über die La­ge der Be­trof­fe­nen. Sepp Körbl und die SPD im Für­ther Stadt­rat hat­ten be­reits frü­her an­ge­kün­digt, dass sie ei­nem So­zi­al­ticket zu­stim­men wür­den, wenn die Fahr­prei­se er­neut er­höht wür­den, weil auch sie den Zu­stand nicht gut fin­den. Eben­so hat­te Herr Parthei­mül­ler schon frü­her ein So­zi­al­ticket zum Aus­gleich für Preis­er­hö­hun­gen an­ge­bo­ten. Ih­re frü­he­ren Zu­sa­gen hat­ten sie bei der Po­di­ums­dis­kus­si­on aber völ­lig ver­ges­sen. Statt­des­sen wur­de das »Für­ther Mo­dell« mit­hil­fe ei­ner Bür­ger­stif­tung an­ge­bo­ten. Das kann be­stimmt nicht scha­den. Es be­steht al­ler­dings die Ge­fahr, dass ei­ne dau­er­haf­te »Zwi­schen­lö­sung« ein­ge­rich­tet wird, die den wirk­li­chen Be­dürf­nis­sen nicht ge­recht wer­den kann. Das »Für­ther Mo­dell« bringt pro Kopf viel­leicht 5 Eu­ro Zu­schuss im Mo­nat. Bes­ser als nichts, sa­gen die Be­trof­fe­nen. Aber sie sa­gen auch: »So­zi­al­po­li­tik nach Guts­her­ren­art – Kru­men vom Ti­sche des Herrn«. Vor al­lem, wenn das Pro­vi­so­ri­um zur Dau­er­lö­sung ver­kommt.

Beim So­zi­al­ticket soll­te es aber nicht in er­ster Li­nie um Zah­len ge­hen son­dern um Men­schen. Die Be­trof­fe­nen sind durch die stän­di­gen Fahr­preis­er­hö­hun­gen tat­säch­lich von der ge­sell­schaft­li­chen Teil­ha­be aus­ge­schlos­sen. Ein So­zi­al­ticket, das sei­nen Na­men wirk­lich ver­dient, ist aber an­geb­lich nicht fi­nan­zier­bar. Mit der Fi­nan­zier­bar­keit ei­nes So­zi­al­tickets ist es wie mit der Si­cher­heit von AKWs: Es kommt ganz dar­auf an, wel­che An­nah­men man macht. Spie­len wir das ein­mal für das Für­ther So­zi­al­ticket durch und neh­men zwei ex­tre­me Vor­aus­set­zun­gen an. In Fürth gibt es wahr­schein­lich 7000 Men­schen, die An­spruch auf ein So­zi­al­ticket hät­ten – ge­naue Zah­len sind nicht be­kannt. Neh­men wir wei­ter an, dass al­le mo­nat­lich ein So­zi­al­ticket für 15 Eu­ro kau­fen wür­den an­statt ein So­lo 31 Ticket zu 35 Eu­ro. Da­mit wür­de sich bei sei­ner Ein­füh­rung ein jähr­li­cher Ver­lust von 7000 x 20 x 12 Mo­na­te = 1.68 Mil­lio­nen Eu­ro für die in­fra fürth ver­kehr gmbh er­rech­nen. Wenn man um­ge­kehrt an­nimmt, dass sich die­se Men­schen bis­lang gar kein So­lo 31 Ticket für 35 Eu­ro lei­sten konn­ten, nun aber al­le das So­zi­al­ticket für 15 Eu­ro kau­fen wür­den, er­rech­net man ana­log für die in­fra ei­nen Ge­winn von 1.26 Mil­lio­nen Eu­ro. Die rich­ti­ge Ant­wort kennt kei­ner, aber sie liegt ir­gend­wo da­zwi­schen. Des­we­gen wur­de aus dem Pu­bli­kum vor­ge­schla­gen, doch ein­fach ei­nen drei­mo­na­ti­gen Pro­be­lauf mit dem So­zi­al­ticket zu star­ten. Dann hät­te man rea­le Zah­len und wo­mög­lich so­fort ein be­zahl­ba­res So­zi­al­ticket ein­ge­führt. Statt je­doch die­sen kon­struk­ti­ven Vor­schlag zu te­sten, wird lie­ber mit dif­fu­sen Zah­len ar­gu­men­tiert und da­mit die Ein­füh­rung ei­nes ech­ten So­zi­al­tickets er­schwert.

Sepp Körbl hat da­zu ge­sagt, dass »wir« zwar die Macht im Stadt­rat da­zu hät­ten, aber an­ders als die Lin­ke und die Grü­nen ver­ant­wor­tungs­vol­le Po­li­tik ma­chen wür­den. Jo­chen Schwarz, als Ver­tre­ter der FEI auf dem Po­di­um, mein­te da­zu: »Das klingt für mich nach dem Hoch­mut der ab­so­lu­ten Mehr­heit und nach ei­ner Ver­höh­nung al­ler Be­trof­fe­nen ein­schließ­lich mir selbst«. Ein So­zi­al­ticket kann an­geb­lich we­gen des Grund­ver­tra­ges des Ver­kehrs­ver­bun­des Groß­raum Nürn­berg (VGN) nicht ein­ge­führt wer­den. Dar­in ist fest­ge­legt, dass Mit­glie­der für ein­nah­me­min­dern­de Ta­rif­maß­nah­men Aus­gleichs­zah­lun­gen lei­sten müs­sen. Sol­che Ver­trä­ge sind aber von Po­li­ti­kern ge­macht und kön­nen von ih­nen im Sin­ne ei­ner mensch­li­chen So­zi­al­po­li­tik ge­än­dert wer­den. Dem Stadt­rat liegt des­we­gen ein An­trag für die Sit­zung am 29. Ju­ni 2011 vor, in dem ge­for­dert wird, die In­fra zu be­auf­tra­gen, beim VGN zu be­an­tra­gen, dass je­des Mit­glied im VGN be­rech­tigt wer­den soll, ein So­zi­al­ticket oh­ne Aus­gleichs­zah­lun­gen an den VGN ein­zu­füh­ren. Wei­ter­hin soII in Fürth ein ech­tes So­zi­al­ticket oh­ne Aus­schluss­zei­ten gül­tig für den Be­reich Fürth-Er­lan­gen-Nürn­berg zu mo­nat­lich 15 Eu­ro ein­ge­führt wer­den. In­ter­es­sant, wer im Stadt­rat da­für und wer da­ge­gen stim­men wird. Dann wird sich zei­gen, ob die Aus­sa­gen über die zwin­gen­de Not­wen­dig­keit ei­nes So­zi­al­tickets nur Lip­pen­be­kennt­nis­se blei­ben wer­den.

Grund­sätz­lich geht es aber nicht nur um die Ein­füh­rung ei­nes ech­ten So­zi­al­tickets, son­dern um die Frag­wür­dig­keit stän­di­ger Preis­er­hö­hun­gen im ÖPNV, die al­le Men­schen auf­bringt. Auf die­se Wei­se wer­den näm­lich vie­le da­zu ver­an­lasst, mit dem Au­to zu fah­ren an­statt den Bus oder die U-Bahn zu nut­zen. Des­we­gen hat der Spre­cher des Für­ther So­zi­al­fo­rums, Ste­phan Stadlbau­er, in sei­nem Le­ser­brief in den Für­ther Nach­rich­ten zur Po­di­ums­dis­kus­si­on um das »Für­ther Mo­dell« auch ge­schrie­ben: »Wir wer­den uns aber mit dem ‘Für­ther Mo­dell’ nicht zu­frie­den ge­ben und wei­ter für ein So­zi­al­ticket kämp­fen und ganz all­ge­mein ge­gen die Preis­er­hö­hun­gen im VGN, auch des Kli­mas we­gen!«

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15 Kommentare zu »»Für­ther Mo­dell« statt ech­tem So­zi­al­ticket«:

  1. Es gibt üb­ri­gens seit län­ge­rem ei­ne In­itia­ti­ve na­mens Bünd­nis So­zi­al­ticket im Groß­raum ER – FÜ – N.

  2. Doc Bendit sagt:

    »...die Frag­wür­dig­keit stän­di­ger Preis­er­hö­hun­gen im ÖPNV...«

    der ÖPNV fährt seit Jahr­zehn­ten Mil­lio­nen­ver­lu­ste ein, 2010 wa­ren es so um die 13 Mil­lio­nen Mi­nus !! Je­der wirt­schaft­lich den­ken­de Un­ter­neh­mer hät­te die­sen hoch­de­fi­zi­tä­ren La­den längst dicht ge­macht. Dann hät­te sich auch die­se lei­di­ge Dis­kus­si­on um das So­zi­al­ticket er­le­digt...

  3. Der ÖPNV ist not­wen­di­ger­wei­se im­mer de­fi­zi­tär; man kann ihn aber nicht wirk­lich mit ge­winn­ori­en­tier­ten Un­ter­neh­mun­gen ver­glei­chen, ist er doch ei­ne ele­men­ta­re ge­sell­schaft­li­che In­fra­struk­tur-Ein­rich­tung der Da­seins­vor­sor­ge, in sei­ner Re­le­vanz et­wa ver­gleich­bar mit Stra­ßen, Kran­ken­häu­sern, Po­li­zei, Feu­er­wehr und Müll­ab­fuhr. Ich fin­de da­her die (r)evolutionäre Über­le­gung nicht un­char­mant, den ÖPNV für al­le ko­sten­los und da­mit Ticket­au­to­ma­ten, Schal­ter und die gan­ze Ab­rech­nungs­bü­ro­kra­tie auf ei­nen Schlag über­flüs­sig zu ma­chen. Ob das un­ter dem Strich nicht wo­mög­lich bil­li­ger kä­me?

  4. Peter A. Lefrank sagt:

    Den ÖPNV dicht zu ma­chen, be­deu­tet mehr Au­tos auf den Sta­ßen und mehr Um­welt­be­la­stung. Und die­je­ni­gen, die sich kein Au­to lei­sten kön­nen oder wol­len – und da­von gibt es im­mer mehr – müs­sen zu­hau­se blei­ben oder zu­fuß lau­fen. Das ist kei­ne Lö­sung. Da ist schon et­was mehr Krea­ti­vi­tät ge­fragt. Das wird auch im the­men­ver­wand­ten Ar­ti­kel »Fürth wird Durch­schnitt – ob das reicht?« (s.o.) an­ge­spro­chen. Die char­man­te und krea­ti­ve Über­le­gung von Ralph Sten­zel als Ant­wort auf Doc Ben­dit soll üb­ri­gens dem­nächst auf ei­nem in­ter­na­tio­na­len Tref­fen in Ber­lin dis­ku­tiert wer­den. Viel­leicht könn­ten da ja Ver­te­ter un­se­res Stadt­ra­tes und der in­fra teil­neh­men.

  5. Michael sagt:

    Die VAG ist in der Tat kein Un­ter­neh­men, wie je­des an­de­re. In mei­nen Au­gen ein ty­pi­scher Staats­kon­zern wie die deut­sche Bahn, bei der die Kun­den doch nur ein lä­sti­ges Übel sind.

    Man se­he sich nur ein­mal die Fahr­kar­ten der VAG an, die se­hen wahr­schein­lich seit 100 Jah­ren gleich aus. In­no­va­ti­on = 0. Das der­zei­ti­ge Sy­stem war im vor­he­ri­gen Jahr­hun­dert schon ver­al­tet. Wä­re ich Chef, be­kä­men die Kun­den ei­ne RFID Kar­te die sie beim be­tre­ten des Bus­ses an ei­nem Kon­takt­lo­sen Sen­sor vor­bei­füh­ren. Ge­büh­ren: Grund­preis + Fahrt­strecke... da­mit der Preis fair ist. Das ist er der­zeit nicht, weil ich für 3 oder 4 Sta­tio­nen ge­nau­so viel zah­le, wie, wenn ich quer durch Fürth fah­re. Ge­zahlt wird au­to­ma­tisch am En­de des Mo­nats. Über Web­ap­pli­ka­ti­on kön­nen Abos etc. kom­for­ta­bel da­zu­ge­bucht wer­den usw

    Bei­spiel 2: Die Ver­bin­dun­gen bei »un­ver­her­seh­ba­ren Er­eig­nis­sen« wie z.B. der Berg­kirch­weih. Ein Witz!

  6. Ich bin nicht nur ei­ner der Her­aus­ge­ber die­ses Blogs hier, son­dern auch im Zi­vil­be­ruf Mit­ar­bei­ter der Deut­schen Bahn AG. Als sol­cher be­daue­re ich auf das Hef­tig­ste, daß in mei­nem Un­ter­neh­men nur un­fä­hi­ge Grant­ler und Kun­den­has­ser be­schäf­tigt sind, wäh­rend drau­ßen im Land mehr als 80 Mio. bes­se­re Bun­des­trai­ner Bahn­chefs und -ken­ner her­um­lau­fen, die un­se­ren ma­ro­den La­den frag­los weit bes­ser füh­ren und qua­li­fi­zier­ter be­trei­ben könn­ten als un­se­re no­to­risch schlecht­ge­laun­ten DB-Be­schäf­tig­ten. Es ist mir ein Rät­sel, war­um sich die Eli­te der Dienst­lei­stungs­ge­sell­schaft in al­len an­de­ren Fir­men zu­sam­men­ballt und an Ser­vice­freund­lich­keit nach­ge­ra­de über­schlägt, wäh­rend bei uns nur die of­fen­sicht­lich Un­fä­hi­gen Dienst zu neh­men schei­nen. Ko­misch auch, war­um ich den­noch im­mer wie­der sehr po­si­ti­ves Feed­back von mei­ner ge­schätz­ten Kund­schaft zu hö­ren krie­ge. Ir­gend­wie schei­ne ich was Grund­sätz­li­ches falsch zu ma­chen...

  7. Doc Bendit sagt:

    zu 3.: ei­ne ko­sten­lo­ser ÖPNV kä­me aber ei­ner Ade­lung al­ler bis­he­ri­gen Schwarz­fah­rer gleich. Ne, ne, ganz oh­ne Ge­büh­ren gehts mei­ner Mei­nung nach auch nicht. Die Idee der Ab­schaf­fung lä­sti­ger Kon­troll­me­cha­nis­men er­scheint aber durch­aus reiz­voll. Die Be­zah­lung könn­te über ei­ne »Be­för­de­rungs­ab­ga­be« er­fol­gen, ähn­lich der GEZ (auf ei­ne Steu­er mehr oder we­ni­ger kommts doch auch nicht mehr an, oder ?). Be­frei­ung für Ar­beits­lo­se und so­zi­al Schwa­che gäbs auch, hach, al­les könn­te so schön sein. Aber be­vor so­was ein­ge­führt wird, wä­ren erst­mal wie­der locke­re zwan­zig Jah­re Dis­kus­si­on drin mit ei­nem völ­lig ver­wäs­ser­ten und bü­ro­kra­tisch auf­ge­bläh­ten End­pro­dukt das mit der Grund­idee kaum noch was zu tun hat.

  8. Die­ses Für­ther Mo­dell ist nichts als ein Ali­bi-So­zi­al­ticket, um die Dis­kus­si­on end­lich los zu wer­den. Die Für­ther Grü­nen se­hen dies üb­ri­gens ge­nau­so und ha­ben ei­ne ent­spre­chen­de Pres­se­mit­tei­lung ver­öf­fent­licht.

    »Schwarz­fah­ren le­ga­li­sie­ren« soll­te lang­fri­stig das Ziel ver­nünf­ti­ger Ver­kehrs­po­li­tik sein. In ei­ni­gen Städ­ten funk­tio­niert das Pri­ma. Z.B. auch in der In­nen­stadt von Port­land, Ore­gon im Au­to­land USA. Die hat ein wun­der­bar dich­tes und ko­sten­lo­ses Stra­ßen­bahn­netz.

  9. Peter Kunz sagt:

    Ich hal­te ko­sten­lo­sen ÖPNV schon lan­ge für die sinn­voll­ste Lö­sung über­haupt. Dann wä­ren VGN und DB zwar im­mer noch schmut­zig und un­freund­lich, aber we­nig­stens ko­sten­los;)

    Und mal ganz oh­ne Iro­nie: für was zah­len wir ei­gent­lich Steu­ern? Au­to­bah­nen? Ver­wal­tung? Kul­tur? Die zah­len doch auch Au­to­geg­ner, Freun­de des Nacht­wächter­staats und Opern­has­ser? War­um al­so nicht ein pau­scha­ler Obo­lus für Trans­port? Ist das nicht auch ei­ne DER Fra­gen der Le­bens­qua­li­tät in un­se­ren Städ­ten? Da­mit hät­ten auch ÖPNV-Muf­fel ei­ne rie­si­ge Mo­ti­va­ti­on mal spon­tan mit der U-Bahn statt dem Au­to zu fah­ren.

    Dann kann je­der, muss aber nicht. Wie­viel wür­de das denn pro Jahr und Me­tro­pol­re­gi­ons-Na­se ko­sten? 100 Eu­ro? Mehr, we­ni­ger? Aber im Au­to­land Deutsch­land wird das noch lan­ge ein Traum blei­ben. Und dass Nürn­berg und Fürth mal ech­ten Mut zur In­no­va­ti­on zei­gen könn­ten, glaubt ja wohl auch kei­ner.

    Was der VGN hin­ge­gen mit der an­ge­kün­dig­ten Preis­er­hö­hung macht, ist ein­fach ei­ne Frech­heit. An­ge­deu­tet war doch, die Gei­ster­bahn und der Stel­len­ab­bau wür­den die Fahr­kar­ten­prei­se sen­ken!

    Den öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr des­halb ab­zu­schaf­fen, weil er Geld ko­stet, ist al­ler­dings min­de­stens ge­nau­so hirn­tot! Ich emp­feh­le den Ver­fech­tern die­ser Va­ri­an­te mal ei­ne der gro­ßen Städ­te die­ser Welt zu be­su­chen, die kei­ne öf­fent­li­che Ver­kehrs­mit­tel be­sitzt. Da­nach macht selbst der Peg­nitz­pfeil wie­der Freu­de.

  10. Herbert Klaus sagt:

    Das »Für­ther Mo­dell« ist ir­gend­wie wie Fürth. Man stel­le sich vor: Omi aus Burg­farrn­bach – viel­leicht ein biss­chen geh­be­hin­dert – fährt mit dem Bus zur Aus­ga­be­stel­le, um sich die Seg­nung be­gü­ter­ter Bür­ger ab­zu­ho­len. Ko­sten: ich glau­be 2,40 €. Nun muss Omi aber wie­der zu­rück nach Hau­se. Sie löst al­so wie­der ei­ne Fahr­kar­te für 2,40 €. Nut­zen?? 2,40 x 2 Fahr­ten = 4,80 €. Gut­schein von 5,00 € er­hal­ten!! Er­trag: 0,20 €. Das lohnt sich!! Fürth, die »so­zia­le« Stadt. Ein Hoch auf die Er­fin­der des »Für­ther Mo­dells«.

  11. Peter A. Lefrank sagt:

    Dan­ke für die­sen be­son­ders sar­ka­sti­schen Kom­men­tar. Ich ha­be ihn be­reits ger­ne an den Ver­tei­ler des Für­ther So­zi­al­fo­rums und die vie­len di­rekt Be­trof­fe­nen der FEI (Für­ther Er­werbs­lo­sen In­itia­ti­ve) wei­ter ge­lei­tet.

  12. Herbert Klaus sagt:

    Das ist ei­ne echt run­de Sa­che. Die Nürn­ber­ger mit Nürn­berg-Pass be­kom­men die Mo­bi-Card (glau­be ab 9.00) um 30 €. Die Für­ther mit Fürth-Pass gucken durch die ei­gens zu die­sem Zweck kon­stru­ier­te Röh­re. Da­für ha­ben wir ei­nen me­di­en­gei­len OB, der bei je­dem Brief­tau­ben­tref­fen schmuck in die FN-Lin­se lä­chelt. Das ha­ben die Nürn­ber­ger nicht. Au­ßer­dem kann un­ser OB in der Peg­nitz un­ter­tau­chen, das hat der Ma­ly bis­her auch nicht ge­bracht.

    Aber trotz­dem, mir wä­re ein OB lie­ber, der an sei­nem Schreib­tisch sitzt und sei­ne Ar­beit or­dent­lich macht, oder zum Bei­spiel die Grund­re­chen­ar­ten er­lernt. Denn wenn das Bank­kon­to wächst und wächst kommt es auf die Sei­te an, ob es mehr wird – das Geld – das ha­ben wir hier in Fürth lei­der nicht.

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