Die Für­ther Frei­heit: Event- oder Markt­platz ?

5. Juni 2011 | von | Kategorie: Wirtschaft

Der Wo­chen­markt wird ab so­fort und wäh­rend der Dau­er der Für­ther Mi­chae­lis-Kirch­weih in den Stra­ßen­zug an der Für­ther Frei­heit zwi­schen Fried­rich- und Bahn­hof­stra­ße ver­legt. Dar­über hin­aus er­folgt ei­ne Er­wei­te­rung von der Kö­nigs­war­terstra­ße bis zur Ga­bels­ber­ger Stra­ße. Der Groß­han­dels­markt wird an der rech­ten Sei­te der Ru­dolf-Breit­scheid-Stra­ße zwi­schen Bahn­hof- und Kir­chen­stra­ße durch­ge­führt. Stadt­rat – Markt­amt

gähnende Leere auf der Fürther Freiheit (Foto: Doc Bendit)

gäh­nen­de Lee­re auf der Für­ther Frei­heit (Fo­to: Doc Ben­dit)

Sie ha­ben es si­cher gleich er­kannt: der Text ist nicht ganz neu, er stammt aus dem Jahr 1949, aber an der Pro­ble­ma­tik hat sich in gut sech­zig Jah­ren nichts ge­än­dert. Heu­te ak­tu­el­ler denn je, denn der Markt führt dank zahl­rei­cher »Events« ein un­wür­di­ges Da­sein als Wan­der­zir­kus mit Stand­or­ten auf der Für­ther Frei­heit, an der Ru­dolf-Breit­scheid-Stra­ße, auf der sog. klei­nen Frei­heit oder rund um den Bahn­hofs­platz. Die Markt­leu­te ma­chen (ge­zwun­ge­ner­ma­ßen) gu­te Mie­ne zum bö­sen Spiel, fragt sich nur wie lan­ge noch. 1949 dürf­te die Ver­le­gung zur Kirch­weih wohl die ein­zi­ge Stö­rung des Markt­be­triebs im gan­zen Jahr ge­we­sen sein, heu­te tritt der­glei­chen mo­nat­lich auf. Ei­ne dau­er­haf­te Lö­sung so wie sie jetzt vom Stadt­rat be­schlos­sen wer­den soll, ist drin­gend er­for­der­lich, be­vor sich der ver­blie­be­ne Rest an Markt­be­schickern vor Är­ger ganz auf­löst. Nur: wo soll er denn nun hin, der Wo­chen­markt?

Be­trach­ten wir die Op­tio­nen (auch die nicht of­fi­zi­el­len):

  • Für­ther Frei­heit: der an­ge­stamm­te Stand­ort des Wo­chen­markts; Nach­teil: vie­le Ver­an­stal­tun­gen

  • Ade­nau­er­an­la­ge: dau­er­haf­te Un­ter­brin­gung mög­lich, aber Zweck­ent­frem­dung des Parks; evtl wür­de der Markt in­ner­halb der Park­an­la­ge kaum noch wahr­ge­nom­men

  • Fuß­weg vor Ade­nau­er­an­la­ge: kann nur ei­ne Not­lö­sung sein, bringt Platz­pro­ble­me, wirkt un­äs­the­tisch

  • klei­ne Frei­heit: gu­ter Stand­ort, aber Pa­ra­dies­brun­nen stört

  • Bahn­hofs­platz: kann eben­falls nur ei­ne Über­gangs­lö­sung sein, eben­falls Platz­man­gel, Stö­rung der Ge­samt­op­tik rund um den Cen­tau­ren­brun­nen

  • Grü­ner Markt: zu de­zen­tral, schlech­te­re Er­reich­bar­keit als bei den an­de­ren Stand­or­ten, Als Teil des Knei­pen­vier­tels eher un­ge­eig­net

  • Süd­stadt­park: eben­falls zu de­zen­tral

Des Au­tors pri­va­te Mei­nung: Er­ste Wahl ist und bleibt die Für­ther Frei­heit! Auch wenn die durch Ab­bruch des al­ten Lud­wigs­bahn­hof ent­stan­de­ne und ur­sprüng­lich Schla­ge­ter­platz ge­nann­te Frei­flä­che ehe­dem eher für brau­ne Ver­samm­lun­gen als für Markt­bu­den ge­dacht war, so hat sich doch recht schnell ei­ne fried­li­che Nut­zung als Markt­platz eta­bliert. Die klei­ne Frei­heit könn­te auch ei­ne reiz­vol­le Op­ti­on sein, mit fest in­stal­lier­ten Bu­den (wie vom Wirt­schafts­re­fe­ren­ten ins Spiel ge­bracht). Ver­bannt das Mon­strum »Pa­ra­dies­brun­nen« an den Stadt­rand und es ent­stün­de ein aus­rei­chend gro­ßer Platz, der nicht stän­dig ge­räumt wer­den müss­te. So­fern das Markt­kauf­ge­bäu­de wie­der­be­lebt wird, dürf­te auch die Lauf­la­ge ins­ge­samt auf­ge­wer­tet wer­den.

Es soll­te aber auch ei­ne um­ge­kehr­te Be­trach­tung er­fol­gen: muss der Markt von der Frei­heit weg – weil es dort im­mer mehr Ver­an­stal­tun­gen gibt – oder müs­sen die Ver­an­stal­tun­gen dort re­du­ziert wer­den, da­mit der Markt am Stand­ort er­hal­ten bleibt? Kann man ei­nen Gar­ten­markt nicht im Stadt­park ab­hal­ten oder ein New-Or­leans-Fe­sti­val nicht in den Süd­stadt­park ver­le­gen ?

 
Quel­len / Web­links:

Mit­tei­lungs­blatt der Stadt Fürth und des Land­ra­tes Fürth, 5. Jahr­gang, Nr. 40, 30. Sep­tem­ber 1949
Für­ther Markt­leu­te lie­ben ih­re Frei­heit, in: Für­ther Nach­rich­ten vom 04. No­vem­ber 2009
Wo­chen­markt: Ent­schei­dung bahnt sich an, in: Für­ther Nach­rich­ten vom 05. Mai 2011
Für­ther Frei­heit bei Für­thWi­ki

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14 Kommentare zu »Die Für­ther Frei­heit: Event- oder Markt­platz ?«:

  1. Magnus Gertkemper sagt:

    Die Idee, dass ein­fach ein­mal ei­ni­ge Ver­an­stal­tun­gen in den Süd­stadt­park wan­dern fin­de ich reiz­voll. Seit der Er­öff­nung fällt mir da jetzt kei­ne re­gel­mä­ßi­ge Ver­an­stal­tung ein. Vor ein paar Jah­ren gab es dort (an­läss­lich zur Mu­sik­schul­er­öff­nung?) ein Klas­sik-Open-Air und seit­dem nichts mehr. Si­cher­lich kann nicht al­les dort hin wan­dern, da­zu ist der Ra­sen dort wohl zu emp­find­lich. Aber den er­wähn­ten Gar­ten­markt, wie auch New-Or­leans-Fe­sti­val oder Ma­ra­thon­start kann ich mir sehr gut dort vor­stel­len.

    Mich ner­ven auch re­gel­mä­ßig die oh­ne Sinn, Ver­stand und Aus­weich­mög­lich­keit auf­ge­stell­ten Ab­sperr­bän­der und -git­ter bei so man­cher Ver­an­stal­tung, die den Rad­ler ver­zwei­feln las­sen oder ihn auf die (ge­ra­de in dem Be­reich) sehr viel un­an­ge­neh­mer zu be­fah­ren­de Für­ther Stra­ße zwingt.

    Den Pa­ra­dies­brun­nen hin­ge­gen zu ver­le­gen hin­ge­gen fän­de ich ex­trem un­schön: Er ist, ge­ra­de bei so ei­nem Wet­ter, ein­fach ein un­glaub­lich le­ben­di­ger Ort, ge­ra­de weil er kein »Oh-wie-schön-aber-bitte-nicht-anfassen«-Brunnen ist, son­dern viel­mehr of­fen, be­geh- und -plansch­bar. Sol­che kei­nem wirt­schaft­li­chen Zweck un­ter­wor­fe­nen Flä­chen fin­de ich not­wen­dig in ei­ner Stadt.

  2. Magnus Gertkemper sagt:

    Und was spricht ei­gent­lich da­ge­gen, den jen­seits des Brun­nens lie­gen­den Park­platz zu ei­ner ‘Veranstaltungs-’-Fläche zu ma­chen? Im­mer­hin gam­melt nur ein paar Me­ter wei­ter ein ve­ri­ta­bles Park­haus vor sich hin, wel­ches selbst zu Markt­kauf­zei­ten nie aus­ge­la­stet war.

  3. Ich fin­de der be­ste Platz für ei­ne dau­er­haf­te Un­ter­brin­gung des Mark­tes ist die Ade­nau­er An­la­ge. Rund um den Pa­vil­lon lie­sen sich doch wun­der­bar fe­ste Bu­den auf­stel­len. Da­zu noch ein bi­schen Fin­ger­food-Ga­stro­no­mie und ein paar Es­pres­so- und Ge­trän­ke­bars und schon gä­be es Wie­ner Nasch­markt Flair mit­ten in Fürth. Das wür­de nicht nur die um­lie­gen­de An­la­ge son­dern die gan­ze In­nen­stadt auf­wer­ten.

    Der Pa­ra­dies­brun­nen muss den In­nen­stadt Kin­dern er­hal­ten blei­ben. Zum spie­len und plant­schen. Oh­ne stän­dig über die ge­spann­ten Sei­le der Markt­zel­te zu stol­pern.

  4. Gerdl N sagt:

    Ein Markt in der Ade­nau­er­an­la­ge hät­te echt Flair. Lädt zum Bum­meln und Ver­wei­len ein, das ist be­stimmt um­satz­stei­gernd und wä­re zu­dem noch ein Image­ge­winn. Evtl. gä­be es Pro­ble­me beim par­ken der Lie­fer­wä­gen von den Markt­leu­ten. ( am be­sten mit zwei Rä­dern oder ganz auf dem Rad­weg! ;-) –Ach­tung Iro­nie!– )

    Der Pa­ra­dies­brun­nen ist wirk­lich et­was be­son­de­res (auch wenn es ‘Färd­der’ ge­ben soll­te, die glau­ben, dass in ‘Färd nix wos b’sonders is’ :-) –Ach­tung ernst! – ). Der Brun­nen wä­re in sei­ner künst­le­ri­schen und äs­the­ti­schen Wir­kung durch den Markt mas­siv be­ein­träch­tigt, das hat er nicht ver­dient.

    Das Cha­os, wel­ches sich je­den Mor­gen für Öf­fies-Nut­zer am Haupt­bahn­hof er­gibt, ist auch nicht mehr trag­bar.

    Was ich mich aber schon dau­ernd fra­ge: war­um bleibt die Flä­che auf der Frei­heit so lan­ge un­be­nutzt? Nach der Färd­der Kärwa dau­ert es meh­re­re Wo­chen bis zum Weih­nachts­markt. Dann gibts ir­gend­wann bis zum Stadt­fest Fa­sching, Fisch- u. Gar­ten­markt. In all die­sen zwi­schen­zeit­li­chen Nicht­nut­zun­gen steht der Platz leer! Muss da das Kopf­stein­pfla­ster sich von den Be­la­stun­gen ent­sen­ken oder die Fu­gen sich vom Fisch-, Brat­wurst- und Pom­mes­dampf ent­lüf­ten?

    So lä­stig das stän­di­ge Um­zie­hen für die Markt­ler ist, bes­ser als die o.g. Pro­vi­so­ri­en ist das doch al­le­mal, oder?

    Nee, nee, ich glau­be die Nut­zung der Ade­nau­er-An­la­ge auf Dau­er die be­ste Lö­sung.

  5. Doc Bendit sagt:

    Der Ver­nunft sei Dank !!

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