Die »Neue Mit­te« – Nach­be­trach­tun­gen und Ver­such ei­ner Ein­ord­nung

18. September 2015 | von | Kategorie: Häuserkampf

Vor mei­ner Zeit als Spre­cher der BI »Bes­se­re Mit­te Fürth« hät­te ich, viel­leicht weil ich Ar­chi­tekt bin, die Ver­ant­wort­lich­keit für Stadt­ent­wick­lung si­cher im Stadt­pla­nungs­amt an­ge­sie­delt. Man­che sie­deln die­se Ver­ant­wor­tung auch ganz oben beim Ober­bür­ger­mei­ster an. Nach in­ten­si­ve­rem Ein­tau­chen in die äu­ßerst span­nen­den Pro­zes­se der Stadt­ent­wick­lung se­he ich die Din­ge mitt­ler­wei­le we­sent­lich kom­ple­xer.

Im Brennpunkt des »Häuserkampfes«: die R-B-S (Foto: Ralph Stenzel)

Für mich zeigt sich Stadt­ent­wick­lung heu­te eher als or­ga­ni­sches Zu­sam­men­wir­ken fast al­ler As­pek­te mensch­li­chen Zu­sam­men­le­bens in ei­ner Stadt, von der Wirt­schaft, über So­zia­les, über Kul­tur, na­tür­lich über den Städ­te­bau und die Ar­chi­tek­tur bis hin zur »Stadt­psy­cho­lo­gie« bzw. dem ge­ne­rel­len Selbst­wert­ge­fühl ei­ner Stadt. Der Be­griff »Stadt­evo­lu­ti­on« spie­gelt da­her heu­te mei­ne Er­fah­run­gen im Pro­zess »Neue Mit­te« bzw. »Ein­kaufs­schwer­punkt Ru­dolf Breit­scheid-Stra­ße« (zeit­wei­li­ger Ar­beits­ti­tel in der Stadt­ver­wal­tung Fürth) weit bes­ser wi­der als der Be­griff »Stadt­ent­wick­lung«, und er lenkt den Fo­kus bzgl. die Ver­ant­wort­lich­keit für jeg­li­che Ent­wick­lungs­pro­zes­se ei­ner Stadt un­mit­tel­ba­rer auf die Haupt­ak­teu­re, näm­lich die Bür­ger. Hier­un­ter ver­ste­he ich aus­drück­lich je­den ein­zel­nen Bür­ger ge­nau­so wie die oft zi­tier­te »Stadt­ge­sell­schaft« als Gan­zes.

Die chro­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung des Ein­kaufs­schwer­punk­tes »Neue Mit­te« und die teils hef­tig ge­führ­ten Dis­kus­sio­nen um sie sind in der Me­dia­thek der BI-Web­sei­te www.bessere-mitte-fuerth.de über­sicht­lich zu­sam­men­ge­stellt und ver­mut­lich vie­len noch gut im Ge­dächt­nis. Um es nun gleich vor­weg zu be­ken­nen: Ich war ein ent­schie­de­ner Geg­ner der an­fäng­li­chen Pla­nun­gen und bin heu­te ein gro­ßer Fan des nun rea­li­sier­ten Er­geb­nis­ses der »Neue Mit­te« in Fürth! Ein Er­geb­nis, von dem ich am An­fang mei­nes En­ga­ge­ments in der BI »Bes­se­re Mit­te Fürth« nicht zu träu­men ge­wagt hät­te. Die Grund­satz­fra­ge des Ar­chi­tek­ten bzw. der Ar­chi­tek­tur, »wird der Ort bes­ser mit dem ge­bau­ten Werk?« kann ich hier voll­ends be­ja­hen, und das kommt in mei­nem Fall nicht ge­ra­de häu­fig vor.

Der Bau steht über Form, Ma­te­ria­li­tät, Far­big­keit und Fas­sa­den­glie­de­rung im Dia­log zur hi­sto­risch ge­wach­se­nen Um­ge­bung und ver­leug­net über ei­ne zeit­ge­mä­ße De­tail­lie­rung sei­ne Bau­zeit nicht. Man er­kennt, dass der Ent­wurfs­ver­fas­ser die vor­herr­schen­den Cha­rak­te­ri­sti­ka der west­li­chen In­nen­stadt von Fürth ana­ly­siert und zu­rück­hal­tend neu in­ter­pre­tiert hat. Das Ge­bäu­de steht da­mit in der Tra­di­ti­on des »Wei­ter­bau­prin­zips«, wel­ches Jahr­hun­der­te lang gut funk­tio­niert hat und dem wir die ho­he At­trak­ti­vi­tät von hi­sto­ri­schen Städ­ten ver­dan­ken. Die­ses von der sog. »Mo­der­ne« vor 100 Jah­ren eher aus so­zia­len denn aus städ­te­bau­lich-ge­stal­te­ri­schen Grün­den weg­ge­feg­te Prin­zip wird heu­te lang­sam als ho­he Qua­li­tät wie­der­ent­deckt.

Auch wenn der un­ter Denk­mal­schutz ste­hen­de Fest­saal im ehe­ma­li­gen Park­ho­tel – sehr be­dau­er­li­cher Wei­se – nicht in das Ge­samt­kon­zept in­te­griert, son­dern ab­ge­bro­chen wur­de, ist der Ge­samt­ort bes­ser ge­wor­den, viel bes­ser! Je­der, der den Blick auf das Gan­ze rich­tet, er­kennt dies vor Ort so­fort. So ver­öf­fent­lich­ten die Für­ther Nach­rich­ten in ih­rer Aus­ga­be vom 17.08.2015 ein Bild mit der Über­schrift »Be­frei­te Fas­sa­den of­fen­ba­ren ganz neue Per­spek­ti­ven«, das den Pro­spekt der Ru­dolf-Breit­scheid-Stra­ße hin zur Für­ther Frei­heit zeigt. Dar­un­ter heißt es sehr rich­tig: »... Der vi­su­el­le Ein­druck ist er­heb­lich kom­pak­ter, die Be­bau­ung macht ei­nen ge­schlos­se­ne­ren Ein­druck. Ver­blüf­fend ist auch der Blick von der Frei­heit aus in die Breit­scheid-Stra­ße, denn durch den neu­en Bau­kör­per wird der kaum ge­lieb­te ehe­ma­li­ge Com­merz­bank-Klotz re­la­ti­viert ...«

FN-Artikel vom 17.08.2015 (Foto: Hans-Joachim Winckler)

FN-Ar­ti­kel vom 17.08.2015 (Fo­to: Hans-Joa­chim Winck­ler)

Wie war es nun mög­lich, dass nach ei­nem un­säg­lich schlech­ten Kon­zept für ei­ne ge­schlos­se­ne und über­di­men­sio­nier­te Ein­kaufs-Mall in Form ei­nes in der hi­sto­ri­schen In­nen­stadt von Fürth ge­lan­de­ten Ufos, ein so wohl­tu­end »stadt­hei­len­des« Ge­schäfts­haus-Kon­zept rea­li­siert wer­den konn­te? Zu ver­dan­ken ist das im We­sent­li­chen der Stand­kraft ei­nes ein­zel­nen Haus­be­sit­zers, der Über­zeu­gungs­kraft ei­ner kon­struk­tiv ori­en­tier­ten Bür­ger­initia­ti­ve, der Fä­hig­keit des Um­den­kens in­ner­halb der Stadt­spit­ze und na­tür­lich auch glück­li­chen Zu­fäl­len. »Tur­ning Point« zum Bes­se­ren war si­cher der Rück­zug des er­sten In­ve­stors So­nae Si­er­ra, nach­dem die­ser ein pri­va­tes Grund­stück im Zen­trum sei­ner Pla­nun­gen trotz mas­si­ven Drucks auf den Haus­be­sit­zer nicht er­wer­ben konn­te. Die Stadt­spit­ze er­kann­te die ge­mach­ten Feh­ler, nahm mit Grund­stücks­er­wer­ben mu­tig das Heft des Han­delns selbst in die Hand und lei­te­te ein mehr­stu­fi­ges In­ve­sto­ren­aus­wahl­ver­fah­ren ein. Da­bei wur­den fast al­le Grund­for­de­run­gen der Bür­ger­initia­ti­ve »Bes­se­re Mit­te Fürth« auf­ge­grif­fen.

Kern­stück die­ses Pro­zes­ses war ein Pro­jekt­bei­rat, in dem ne­ben Ver­tre­tern der Stadt­ver­wal­tung, des Stadt­rats, der Wirt­schaft und der Hei­mat­pfle­ge auch ein Ver­tre­ter der Bür­ger­initia­ti­ve saß. In die­sem Gre­mi­um konn­ten of­fen Ar­gu­men­te aus­ge­tauscht und sach­lich um Lö­sun­gen ge­run­gen wer­den. Am En­de die­ses Pro­zes­ses stand ein Kon­zept des Lon­do­ner Ar­chi­tek­tur­bü­ros Dun­nett & Cra­ven, über das der In­ve­stor MIB aus Leip­zig den Zu­schlag be­kom­men soll­te. Das Kon­zept stieß so­wohl im Stadt­rat wie auch in der Öf­fent­lich­keit bzw. Stadt­ge­sell­schaft auf so gro­ße Zu­stim­mung, dass zu­nächst über­legt wur­de, an­stel­le des ei­gent­lich im Pro­zess an­ge­dach­ten Ar­chi­tek­ten­wett­be­wer­bes zur ar­chi­tek­to­ni­schen Ver­fei­ne­rung des Kon­zepts ei­nen Ar­chi­tek­ten­work­shop un­ter Lei­tung von Ja­mes Cra­ven zu ver­an­stal­ten und auf den Ar­chi­tek­tur­wett­be­werb zu ver­zich­ten.

Nach­dem der Stadt­rat in frei­er Ab­stim­mung dies nur mit sehr knap­per Mehr­heit er­laubt hat­te, ent­schied sich der In­ve­stor doch zur Durch­füh­rung ei­nes Ar­chi­tek­ten­wett­be­wer­bes, um – wie er mir ge­gen­über sag­te – »nicht den hal­ben Stadt­rat ge­gen sich zu ha­ben«. Der Wett­be­werb war vom In­halt, von der zu ge­rin­gen Zahl der Teil­neh­mer und von der Aus­wahl der Wett­be­werbs­teil­neh­mer ein gro­ßer Feh­ler, und das Ge­samt­ergeb­nis kann mit Fug und Recht als un­ter­ir­disch be­zeich­net wer­den. Die grund­sätz­lich gut de­fi­nier­te Wett­be­werbs­auf­ga­be, näm­lich Ver­fei­ne­rung des Kon­zep­tes von Ja­mes Cra­ven, wur­de nur von ei­nem Bü­ro wirk­lich ernst ge­nom­men. Die an­de­ren Bü­ros muss­ten an­neh­men, dass sie zum Wett­be­werb ein­ge­la­den wur­den, weil die in ih­ren bis­he­ri­gen Ar­bei­ten ge­zeig­te Hal­tung ge­wünscht ist. Fol­ge­rich­tig pro­du­zier­ten sie Lö­sun­gen, die we­nig mit dem Kon­zept des Lon­do­ner Ar­chi­tek­tur­bü­ros zu tun hat­ten: Wil­de Ide­en oh­ne Be­zug zum städ­te­bau­li­chen Kon­text wur­den vor­ge­stellt. Die Pa­let­te reich­te von Kauf­haus-Ar­chi­tek­tur der 60er, über trans­pa­ren­te Glas-Stahl-Kon­struk­tio­nen bis hin zu An­lei­hen an den Do­gen­pa­last in Ve­ne­dig un­ter dem Mot­to »Ur­ba­ne Re­nais­sance«.

Ge­ra­de so­ge­nann­te be­schränk­te, al­so nicht-of­fe­ne Ar­chi­tek­tur­wett­be­wer­be wer­den ger­ne als All­heil­mit­tel ver­kauft und pro­du­zie­ren sel­ten städ­te­bau­lich ver­träg­li­che Re­sul­ta­te. Das Feld wird hier­bei, was Teil­neh­mer und Ju­ry be­trifft, ei­nem klei­nen Zir­kel von Ar­chi­tek­ten über­las­sen, die sich als Grals­hü­ter der Bau­kul­tur po­si­tio­nie­ren. Wer Ein­blick in das in sich sehr ge­schlos­se­ne »Sy­stem Ar­chi­tek­tur« hat, weiß, dass Ar­chi­tek­ten haupt­säch­lich für Ar­chi­tek­ten bau­en. Kri­tik aus der Bür­ger­schaft wird von ih­nen eher als Lob ge­wer­tet. Man muss an die­ser Stel­le des Ge­samt­pro­zes­ses »Neue Mit­te« von gro­ßem Glück spre­chen, dass zu­min­dest ein Bü­ro aus Leip­zig die Wett­be­werbs­auf­ga­be gut ge­löst hat und dann auch den Wett­be­werb im zwei­ten An­lauf ge­wann.

Mall in Melbourne (Foto: Christofer Hornstein)

Mall in Mel­bourne (Fo­to: Chri­sto­fer Horn­stein)

Das The­ma »Denk­mal­schutz«, auf das sich v.a. ge­gen En­de des Pla­nungs­pro­zes­ses die öf­fent­li­che Dis­kus­si­on fo­kus­sier­te, darf na­tür­lich in ei­ner Nach­be­trach­tung nicht feh­len. Als vor­wie­gend in der Denk­mal­pfle­ge und im Be­stand tä­ti­ger Ar­chi­tekt er­lau­be ich mir hier ei­ne wohl­wol­lend-kri­ti­sche Ana­ly­se: Denk­mal­schutz wird ge­ra­de in den letz­ten Jah­ren von of­fi­zi­el­ler Sei­te im­mer mehr als sub­stan­ti­el­ler Denk­mal­schutz und kaum noch als städ­te­bau­li­cher Denk­mal­schutz ver­stan­den. Das Ein­zel­denk­mal ist wich­tig, was drum her­um pas­siert, in­ter­es­siert nur be­dingt. Im Er­geb­nis die­ser Ent­wick­lung zei­gen sich dann oft wun­der­schön sa­nier­te Ein­zel­denk­mä­ler, die auf­grund der kon­tra­stie­ren­den neu­en Um­ge­bungs­be­bau­ung ih­re bau­zeit­li­chen Be­zü­ge völ­lig ver­lo­ren ha­ben.

Denk­mal­schüt­zer se­hen die Be­wah­rung der »Schön­heit der Stadt« nicht un­be­dingt als ihr pri­mä­res Ziel, denn für Bau­kunst­hi­sto­ri­ker sind ja ge­ra­de die Bau­sün­den in Ih­rer je­wei­li­gen Zeit be­son­ders in­ter­es­sant. Vie­le Ent­schei­dun­gen im Denk­mal­schutz ver­steht der Bür­ger ein­fach nicht. So wer­den Ge­bäu­de, de­ren äu­ße­res Er­schei­nungs­bild stadt­bild­prä­gend und durch­aus schüt­zens­wert ist, die aber in ih­rer Bau­zeit nicht in­no­va­tiv ge­nug wa­ren oder die im In­ne­ren stark um­ge­baut wor­den sind, nicht ge­schützt oder sie wer­den nach in­ne­rem Um­bau aus der Li­ste der schüt­zens­wer­ten Ge­bäu­de her­aus­ge­nom­men. Da­nach ist rein bau­recht­lich auch der To­tal­ab­riss sehr leicht mög­lich bzw. kaum noch zu ver­hin­dern. Aus Sicht der Fach­leu­te im Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge sind sol­che Ent­schei­dun­gen durch­aus nach­voll­zieh­bar, aus Sicht der »Nor­mal­bür­ger« nicht. Glei­ches gilt für die gän­gi­ge Pra­xis, ein­zel­ne Räu­me wie den Fest­saal im ehe­ma­li­gen Park­ho­tel se­pa­rat vom Ge­samt­ge­bäu­de un­ter Denk­mal­schutz zu stel­len. Um es an die­ser Stel­le klar zu be­to­nen: Wir brau­chen den Denk­mal­schutz und noch mehr die Denk­mal­pfle­ge, aber bit­te mit Au­gen­maß und Blick für das Gan­ze!

Kon­kret und im Fall »Neue Mit­te« bin ich froh, dass die süd­li­che Fas­sa­den­front der Ru­dolf-Breit­scheid-Stra­ße in ih­rem Er­schei­nungs­bild wei­test­ge­hend er­hal­ten blieb, dass die Er­gän­zun­gen im Dia­log mit dem Be­stand ste­hen und dass zu­min­dest Tei­le der In­nen­aus­stat­tung und der in­ne­ren Bau­tei­le er­hal­ten wor­den sind. Sehr trau­rig bin ich über den Ver­lust des Fest­saals im ehe­ma­li­gen Park­ho­tel: Es war ein Feh­ler al­ler Be­tei­lig­ter, auch der Bür­ger­initia­ti­ve, den Er­halt des Fest­saals zu Be­ginn des Pla­nungs­pro­zes­ses nicht stär­ker in den Fo­kus zu rücken. Ich bin heu­te da­von über­zeugt, dass der In­ve­stor MIB recht­lich ver­bind­lich dem Er­halt des Fest­saa­les zu­ge­stimmt hät­te, hät­te die Stadt Fürth da­von ih­re Ver­kaufs­zu­sa­ge ab­hän­gig ge­macht. Lei­der wa­ren hier die ver­trag­li­chen For­mu­lie­run­gen zu un­kon­kret und es ge­lang im Nach­gang nicht, den In­ve­stor da­von zu über­zeu­gen, dass er ge­ra­de mit der Ein­be­zie­hung des Fest­saals ein lang­fri­stig ge­winn­ver­spre­chen­des Al­lein­stel­lungs­merk­mal für sei­nen Ein­kaufs­schwer­punkt ge­habt hät­te. Dass so et­was her­vor­ra­gend funk­tio­nie­ren kann, zeigt ein Blick nach Mel­bourne in die Col­lin Street, in der ein ähn­lich schüt­zens­wer­ter, hi­sto­ri­scher Saal in ei­ne Ein­kaufs­mall um­ge­wan­delt wur­de.

Wie an­fangs er­wähnt liegt für mich die Ver­ant­wor­tung für Stadt­ent­wick­lung bei uns al­len. Ex­per­ten aus Ar­chi­tek­tur und Denk­mal­schutz müs­sen, zu­min­dest wenn es um städ­te­bau­li­che Fra­gen geht, ge­nau­so wie In­ve­sto­ren, »ge­führt« wer­den. Über die Fra­gen »In wel­cher Stadt wol­len wir le­ben?« und »Wie soll sie aus­se­hen und sich wei­ter­ent­wickeln?« oder »Wie kön­nen wir die un­ter­schied­li­chen In­ter­es­sen in der Stadt­ent­wick­lung zu­sam­men­brin­gen?« darf, kann, soll und müss­te ein brei­ter Dis­kurs in der Stadt­ge­sell­schaft statt­fin­den. Die »Neue Mit­te« se­he ich als er­folg­ver­spre­chen­den und span­nen­den An­fang für ei­nen Pro­zess, in dem die Stadt­ge­sell­schaft ver­sucht, im brei­ten Kon­sens die Stadt in ei­ne gu­te Rich­tung wei­ter­zu­ent­wickeln. Es ist für mich heu­te um­so un­ver­ständ­li­cher, dass uns das in mei­nen Au­gen gu­te Er­geb­nis nicht stär­ker da­zu an­spornt, in die­se Rich­tung wei­ter vor­an­zu­ge­hen.

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2 Kommentare zu »Die »Neue Mit­te« – Nach­be­trach­tun­gen und Ver­such ei­ner Ein­ord­nung«:

  1. GünniS sagt:

    Das Bei­spiel Mel­bourne zeigt, wie es hät­te aus­ge­hen kön­nen bzw. müs­sen. Ein re­stau­rier­ter Fest­saal als zen­tra­les Zug­pferd des »Ein­kaufs­er­leb­nis­ses«. Je­der der se­hen woll­te sah, al­le an­de­ren wa­ren und sind blind. Das was jetzt ge­baut wur­de ist so gut an­ge­passt, so schlicht, so ba­nal, dass schon in we­ni­gen Jah­ren kei­ne Re­de mehr da­von sein wird. Hier wur­de durch die Bor­niert­heit und Mut­lo­sig­keit der hie­si­gen Lo­kal­po­li­tik klar ei­ne ech­te Jahr­hun­dert­chan­ce ver­tan. Mehr ist da­zu ab­schlie­ßend nicht zu sa­gen.

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