»Neue Mit­te«: Was Fürth von Brüs­sel ler­nen kann

11. Dezember 2012 | von | Kategorie: Häuserkampf

Für Ein­kaufs­cen­ter gilt lei­der nicht, was für man­che Bank gilt: Too big to fail. Daß Groß­struk­tu­ren ganz schnell kol­la­bie­ren kön­nen, ist heu­te an der Ta­ges­ord­nung. Man braucht da als Stadt noch nicht mal be­son­ders vom Pech ver­folgt sein. War­um soll­te es MIB in fünf, zehn Jah­ren nicht ge­nau­so er­ge­hen wie den In­ve­sto­ren von Markt­kauf und Ci­ty Cen­ter? Wie wird der Leer­stand wohl so ei­nem win­di­gen In­du­strie­bau zu Ge­sicht ste­hen?

So macht man es in Brüssel, 2007 (Foto: Armin Stingl)

So macht man es in Brüs­sel, 2007 (Fo­to: Ar­min Stingl)

Kein wei­te­res Ex­pe­ri­ment recht­fer­tigt den Ab­riß ei­nes alt­ehr­wür­di­gen, stadt­bild­prä­gen­des Ge­bäu­des. Trotz der Dis­kre­di­tie­rung des al­ten »Ho­tel Na­tio­nal« durch Stadt­bau­rat Krau­ße (»im jet­zi­gen Zu­stand ar­chi­tek­to­nisch wert­los«), ver­birgt sich un­ter dem Putz ei­ne höchst­wahr­schein­lich her­vor­ra­gend kon­ser­vier­te Sand­stein­fas­sa­de (die Stadt wei­gert sich lei­der, den Zu­stand zu prü­fen, trotz der we­ni­gen hun­dert Eu­ro, die es ko­sten wür­de). Ein der­art so­li­de ge­bau­tes Haus, das so­gar ei­nen Bom­ben­ab­wurf über­lebt hat, wird es an die­ser Stel­le nie wie­der ge­ben! Im­mer­hin, bei der letz­ten öf­fent­li­chen Pla­ner­ör­te­rung im Tech­ni­schen Rat­haus konn­te Krau­ße sich die Re­kon­struk­ti­on der Fas­sa­de vor­stel­len. Hat er ge­sagt! Wie er es ge­meint hat? Kei­ne Ah­nung.

Paßt, hat Luft und wackelt nicht (Foto: Armin Stingl)

Paßt, hat Luft und wackelt nicht (Fo­to: Ar­min Stingl)

In Brüs­sel ist man end­lich da­zu über­ge­gan­gen, al­te Fas­sa­den zu er­hal­ten, auch wenn die­se oft weit­aus we­ni­ger no­bel aus­se­hen als die des Park Ho­tels. Über­all sieht man gi­gan­ti­sche Stütz­ge­rü­ste, an die von hin­ten neue Häu­ser ge­klebt wer­den. We­nig­stens so­viel ist den Brüs­selern ist ih­re Stadt in­zwi­schen wert. Sie hat in der Ver­gan­gen­heit all­zu gro­ße mo­der­ni­sti­sche Ar­chi­tek­tur-Ver­wü­stun­gen er­lei­den müs­sen.

Den hie­si­gen Ent­schei­dungs­trä­gern hat Fürth wohl im­mer noch nicht ge­nug an Sub­stanz ver­lo­ren. Welt­kul­tur­er­be-Am­bi­tio­nen sind bei so ei­ner Ein­stel­lung ge­ra­de­zu lach­haft.

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8 Kommentare zu »»Neue Mit­te«: Was Fürth von Brüs­sel ler­nen kann«:

  1. Oststadtwolfi sagt:

    So, so!

    Ein paar hun­dert Eu­ro soll die Vor­un­ter­su­chung nach der Su­che des denk­mal­wür­di­gen Na­tur­steins ko­sten. Für die­sen Be­trag las­sen sich si­cher ein paar Brocken Putz ab­schla­gen. Ei­ner denk­mal­ge­rech­ten Sa­che wird hier im wahr­sten Sin­ne des Wor­tes, wohl kei­ne Rech­nung ge­tra­gen.

    Nicht, daß ich was ge­gen Bau­denk­ma­le ha­be – ganz im Ge­gen­teil; aber in Fürth muss es eben Hi­sto­ris­mus oder 08/15 sein. Die Aus­ein­an­der­set­zung des Bür­gers mit Ar­chi­tek­tur, lässt sich nicht nur in Fran­ken an je­der Ein­fa­mi­li­en­haus Sied­lung ab­le­sen – so was le­se ich un­gern.

    Ei­ne mu­ti­ge Ar­chi­tek­tur, z.B. ein Glas­turm in den Frag­men­ten der hi­sto­ri­schen Sand­stein­fas­sa­de wä­re in Fürth schwer­lich auf Ak­zep­tanz ge­sto­ssen; in Brüs­sel ist man ja schon aus Grün­den der dort an­säs­si­gen eu­ro­päi­schen In­sti­tu­tio­nen wohl et­was kos­mo­po­li­ti­scher...

    Aber es muss nicht im­mer Brüs­sel sein – auch in un­se­rer Frei­staats­haupstadt und an­de­ren Städ­ten wird so et­was prak­ti­ziert...

    Denk­mal­pfle­ge pro­vo­ziert; und in­ner­halb die­ser Wis­sen­schaft ist man sich nicht im Ent­fern­te­sten ei­nig, wie Denk­mal­pfle­ge aus­zu­se­hen hat. War­um soll­te es in Fürth an­ders sein?

  2. GünniS sagt:

    hal­lo Ost­stadt­wol­fi,

    könn­test du dei­nen Kom­men­tar noch­mal er­klä­ren? Ich ha­be kei­ne Ah­nung was du da­mit sa­gen willst...

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