Al­ter­na­ti­ven bei der Pro­duk­ti­on von Bio­gas?

22. Februar 2011 | von | Kategorie: Umwelt

Mo­men­tan ist im Auf­trag der in­fra ein so­ge­nann­tes Bio-En­er­gie-Zen­trum im Bau. Es han­delt sich hier­bei um ei­ne An­la­ge zur Er­zeu­gung von Bio­erd­gas.

In üb­li­chen Bio­gas­an­la­gen, die bei uns auch im Um­kreis von Sei­ten der Land­wirt­schaft be­trie­ben wer­den, ent­ste­hen durch Fer­men­tie­ren or­ga­ni­schen Ma­te­ri­als Ga­se. Die­se kann man z.B. zum Be­trei­ben von Mo­to­ren be­nüt­zen, wel­che an ei­nen Ge­ne­ra­tor zur Strom­erzeu­gung an­ge­schlos­sen sind. Die ent­ste­hen­de Wär­me könn­te man zum Be­hei­zen von Ge­bäu­den oder Ge­wächs­häu­sern ver­wen­den. Der ins Netz ein­ge­spei­ste Strom wird nach dem Er­neu­er­ba­re-En­er­gi­en-Ge­setz be­zu­schusst. Das sind je nach Grö­ße der An­la­ge und ei­nem Bo­nus­sy­stem im Schnitt min­de­stens 10 Cent pro kWh.

Wildpflanzenfeld (Foto: Alfred Schermann)

Wild­pflan­zen­feld (Fo­to: Al­fred Scher­mann)

Beim er­wähn­ten En­er­gie­zen­trum soll im Ge­gen­satz da­zu die­ses Bio­gas fast zu 100% zu Bio­erd­gas ver­edelt wer­den. Da­durch ist es mög­lich, den Wei­ter­trans­port durch die nor­ma­le Pipe­line er­fol­gen zu las­sen. Da beim er­wähn­ten Pro­jekt so­wie­so ei­ne Gas­über­ga­be­sta­ti­on für den Land­kreis be­steht, ist das oh­ne Pro­ble­me mög­lich. Nach mei­nen In­for­ma­tio­nen gibt es hier mit dem Tech­no­lo­gie­bo­nus auch ca. 10 Cent pro kWh. Die­se Sub­ven­tio­nen zahlt voll der Kon­su­ment bei der Ab­nah­me von Strom zu­rück (nach mo­men­ta­nem Stand sind das 2 Cent pro kWh).

Die in­fra hat mit land­wirt­schaft­li­chen Be­trie­ben aus der Um­ge­bung schon fe­ste Lie­fer­ver­trä­ge für die Bio­mas­se aus­ge­han­delt. Meist dreht es sich da­bei um Mais­si­la­ge, da hier nach der­zei­ti­gem Stan­dard die höch­ste Gas­aus­beu­te be­steht.

Und hier kommt ein neu­er As­pekt hin­zu: Je­dem, der im Um­land et­was un­ter­wegs war, ist viel­leicht auf­ge­fal­len, dass es ab und zu jetzt Fel­der gibt, die im Som­mer ei­ne herr­li­che und viel­fäl­ti­ge Blü­ten­viel­falt zei­gen. Es geht hier nicht um die­se Äcker, an de­nen Blu­men zum Selbst­schnei­den an­ge­baut wer­den. Nach mei­nen er­sten Er­kun­di­gun­gen wa­ren es Brach­flä­chen, auf der Bau­ern ei­nen Ver­such der Lan­des­an­stalt Veits­höch­heim be­glei­te­ten. Hier ging es vor al­lem um die öko­lo­gi­sche Auf­wer­tung sol­cher Flä­chen.

Biogaswildpflanzen (Foto: Alfred Schermann)

Bio­gas­wild­pflan­zen (Fo­to: Al­fred Scher­mann)

Es gibt aber noch ein wei­te­res Pro­jekt, wel­ches bun­des­weit ver­folgt wird. Und hier sind wir wie­der beim The­ma: Der An­bau von Wild­pflan­zen zur Bio­ga­ser­zeu­gung als Al­ter­na­ti­ve zur Mais-Mo­no­kul­tur. Die Ver­su­che sind noch nicht be­en­det, zei­gen aber schon er­ste viel­ver­spre­chen­de Er­geb­nis­se: Vom öko­lo­gi­schen As­pekt der Be­wirt­schaf­tung aus gibt es (aus­ge­wählt aus über 200 Wild­pflan­zen) ver­schie­de­ne Sa­at­mi­schun­gen, die zwar nicht an die En­er­gie­aus­beu­te von Mais her­an­kom­men, aber po­si­tiv nach­hal­ti­ger wir­ken als Mais. Für ver­schie­de­ne Bo­den- und Kli­ma­ver­hält­nis­se sind die­se schon durch­ge­te­stet (Bro­schü­re da­zu).

Vom öko­no­mi­schen As­pekt her ist man so­weit, dass man über 30 Ar­ten im Au­ge hat, die auf Grund ih­rer mar­ki­gen Stän­gel sehr wohl mit Mais kon­kur­rie­ren könn­ten. Au­ßer­dem gä­be es we­nig­stens die Mög­lich­keit, Un­ter­saa­ten auf Mais­flä­chen zu kul­ti­vie­ren.

Da­zu die Prä­sen­ta­ti­on zwei­er Vor­trä­ge:

Chri­stof Thoss: We­ge zu ei­ner blü­hen­den Land­schaft Mit­tel­fran­ken

Wer­ner Kuhn: Neo­phyten als En­er­gie­pflan­zen – Chan­cen und Ri­si­ken

Man soll­te wei­ter be­ob­ach­ten, ob der An­bau von Wild­pflan­zen für Bio­gas­an­la­gen in un­se­rer nä­he­ren Um­ge­bung oder für das so­ge­nann­te Bio-En­er­gie-Zen­trum der in­fra hin­rei­chend be­rück­sich­tigt wird!

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5 Kommentare zu »Al­ter­na­ti­ven bei der Pro­duk­ti­on von Bio­gas?«:

  1. Sehr in­ter­es­san­ter Ar­ti­kel. Ich kann al­len Le­sern das Klicken auf die Vor­trä­ge nur emp­feh­len! Fra­ge am Ran­de: Wo­her kommt denn der in­ter­es­san­te Vor­na­me des Ver­fas­sers?

  2. Das wür­de ich auch ger­ne wis­sen, wo­bei ich mut­ma­ße, daß die­ser Spitz­na­me auf je­nen hier im Bild er­kenn­ba­ren bun­ten blau­en Hund zu­rück­zu­füh­ren ist, des­sen Aben­teu­er mich zu Kin­der­zei­ten sehr fas­zi­niert ha­ben. »Hucky und sei­ne Freun­de« sind aber heu­te ver­mut­lich nur noch ol­len Zau­seln wie mir ein Be­griff...

  3. Philipp Steffen sagt:

    Bio­gas ist ein gar nicht so leich­tes The­ma. Für den Kli­ma­schutz ist Bio­gas si­cher wich­tig, aber auch die Kli­ma­bi­lanz kann ganz schnell schlecht aus­se­hen, wenn das Sub­strat et­wa Me­than aus­stößt.

    Hier sei auch auf ei­ne bald statt­fin­den­de Wan­de­rung vor Ort mit den Grü­nen und ih­rem Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Uwe Ke­ke­ritz hin­ge­wie­sen: http://www.gruene-fuerth.de/2011/01/26/biogas-fuer-fuerth/

    Ich bin mir ehr­lich ge­sagt nicht si­cher, was das The­ma an­geht. Wild­pflan­zen wä­ren wohl für den Land­schafts- und Ar­ten­schutz sinn­voll, Mais hat aber ein­fach die bes­se­re En­er­gie­aus­beu­te und Ef­fi­zi­enz soll­te ei­gent­lich ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um sein.

  4. Philipp sagt:

    Ich mei­ne na­tür­lich, dass Me­than aus der An­la­ge in die At­mo­sphä­re ent­wei­chen könn­te. Aus dem Sub­strat soll ja Me­than ent­ste­hen ;-)

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