Feu­er un­term Dach der kunst ga­le­rie fürth

25. Oktober 2010 | von | Kategorie: Politik

Die Stadt Fürth will die kunst ga­le­rie fürth zum An­fang des Jah­res 2011 schlie­ßen, um ih­ren Haus­halt zu sa­nie­ren.

Ist die kunst galerie fürth noch zu retten? (Foto / Montage: Armin Stingl / Ralph Stenzel)

Ist die kunst ga­le­rie fürth noch zu ret­ten?
(Fo­to / Mon­ta­ge: Ar­min Stingl / Ralph Sten­zel)

Da­zu ver­sucht sie, mit ei­ner Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung aus der Mit­tel­bin­dung (Ziel 2 – So­zia­le Stadt) her­aus­zu­kom­men, mit­tels de­rer 2002 der Um­bau des ehe­ma­li­gen Spar­kas­sen-Ge­bäu­des zur Ga­le­rie be­werk­stel­ligt wur­de. Die Mit­tel­bin­dung ist nor­ma­ler­wei­se auf 20 Jah­re an­ge­legt; wird hier aber ei­ne Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung er­teilt, so wird die städ­ti­sche Ga­le­rie so­fort ge­schlos­sen.

Der För­der­kreis der kunst ga­le­rie fürth hat in der Ein­rich­tung ei­ne Un­ter­schrif­ten­li­ste aus­ge­legt, auf der ge­gen die be­ab­sich­tig­te Schlie­ßung pro­te­stiert wer­den kann. Le­se­rIn­nen der Für­ther Frei­heit kön­nen sich die Un­ter­schrif­ten­li­ste im PDF-For­mat her­un­ter­la­den, selbst aus­drucken und (mit mög­lichst vie­len ge­sam­mel­ten Un­ter­schrif­ten) ent­we­der in der kunst ga­le­rie fürth ab­ge­ben oder per Post sen­den an: kunst ga­le­rie fürth, Kö­nigs­platz 1, 90762 Fürth.

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15 Kommentare zu »Feu­er un­term Dach der kunst ga­le­rie fürth«:

  1. Na­tür­lich ist es nicht all­zu wahr­schein­lich, mit mehr oder we­ni­ger laut­star­ker Ar­ti­ku­la­ti­on sei­ner Be­trof­fen­heit das Blatt noch wen­den zu kön­nen, an­der­seits ist bür­ger­li­cher Wi­der­stand ge­gen das Ab­wür­gen we­sent­li­cher kul­tu­rel­ler Aus­hän­ger­schil­der ei­ne Fra­ge der Eh­re und der Zi­vil­cou­ra­ge: Was bleibt uns denn lang­fri­stig noch an hoch­zu­hal­ten­den Wer­ten, wenn al­les Krea­ti­ve und »Zweck­lo­se« dem Pri­mat der Fi­nan­zen und der Wirt­schaft­lich­keit ge­op­fert wer­den soll? Ist das die Ge­sell­schaft, die man wol­len kann?

  2. Manu sagt:

    Man kann bloß hof­fen, dass die Stadt die für die Schlie­ßung not­wen­di­ge Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung nicht be­kommt.

  3. Michael Müller sagt:

    Die Schlie­ßung der Städ­ti­schen Kunst­ga­le­rie passt doch in das Kon­zept der Kon­zep­ti­ons­lo­sig­keit, die al­lent­hal­ben zu be­ob­ach­ten ist. Da be­ab­sich­tigt die Stadt­ob­rig­keit die At­trak­ti­vi­tät der In­nen­stadt durch ein neu­es Ein­kaufs­zen­trum zu be­le­ben und gleich­zei­tig soll ein An­zie­hungs­punkt wie die Städ­ti­sche Kunst­ga­le­rie ge­schlos­sen wer­den.

    Das liegt auf ei­ner Li­nie mit der Be­bau­ungs­pla­nung für Ober­für­berg. Statt Bau­lücken in der Stadt zu schlie­ßen, wie von Stadt­rat Her­bert Schlicht (CSU) ge­for­dert, um so die In­nen­stadt zu be­le­ben, sieht die Pla­nung die An­sied­lung neu­er Be­woh­ner am Stadt­rand vor. Die Nach­fra­ge nach Kon­sum­gü­tern ent­steht al­so weit ent­fernt vom Ort ih­res An­ge­bots.

  4. Martin Peetz sagt:

    Der obi­ge Ar­ti­kel wur­de heu­te um ei­ne her­un­ter­lad­ba­re Un­ter­schrif­ten­li­ste im PDF-For­mat er­gänzt.

  5. Birgit Göß sagt:

    für al­le die nicht so PC er­fah­ren sind, wie funk­tio­niert das denn ? wo­bei ist ja auch nicht so schlim, dann spa­zier ich halt mal in der Kunst Ga­le­rie vor­bei... ich wün­sche mir das die Ak­ti­on viel er­folg hat, und die Ga­le­rie be­stehen bleibt....

  6. Du klickst auf die ver­link­te Li­ste und schwupps, hast Du sie auf Dei­nen PC ge­la­den und siehst sie auf Dei­nem Bild­schirm, so daß Du sie nur noch aus­zu­drucken brauchst...

  7. Bür­ger­pro­test ge­gen ei­ne Mu­se­ums­schlie­ßung kann Er­folg ha­ben, sich aber auch als Pyr­rhus­sieg er­wei­sen: »Noch so ein Sieg, und wir sind ver­lo­ren!« (Zeit)

  8. Der OB (und die Mehr­heit sei­ner Stadt­rä­te) wer­den sich ge­dacht ha­ben, mit der Schlie­ßung ei­ner »eli­tä­ren« In­sti­tu­ti­on der so­ge­nann­ten Hoch­kul­tur al­len­falls ein paar Dut­zend Aka­de­mi­ker und an­de­re »Kopf­ge­steu­er­te« zum lei­sen Pro­test her­aus­zu­for­dern. Den sich mitt­ler­wei­le zum Pro­test­sturm hoch­schau­keln­den Ge­gen­wind hat man im Rat­haus ver­mut­lich nicht für mög­lich ge­hal­ten. Da­bei hät­te ein we­nig Nach­den­ken ge­hol­fen:

    Die kunst ga­le­rie fürth (kgf) ist kein x-be­lie­bi­ges Kunst­schau­fen­ster ama­teur­haf­ten oder se­mi­pro­fes­sio­nel­len Zu­schnitts, son­dern ein (groß)städtisches Be­kennt­nis zur (groß)städtischen Kul­tur und mit­hin ei­ne Art Leucht­turm, des­sen Licht eben­so er­hel­lend in die Um­ge­bung strahlt wie sein Aus­knip­sen pecu­nia cau­sa.

    Die in und von der kgf ge­lei­ste­te mu­se­ums­päd­ago­gi­sche Ar­beit ist an­ge­sichts des ho­hen An­teils von Schul­kin­dern mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund ei­ne in un­se­rer Stadt nicht hoch ge­nug ein­zu­schät­zen­de In­te­gra­ti­ons­lei­stung: Hier die Tü­re zu­zu­sper­ren hie­ße, ei­nen spie­le­risch-mu­si­schen Weg zum ver­ständ­nis­vol­len Mit­ein­an­der mut­wil­lig zu ver­las­sen. Kann man das ernst­haft wol­len, ge­ra­de in un­se­rer mul­ti­kul­tu­rell ge­präg­ten Kom­mu­ne?

    Die zu­nächst dra­ma­tisch er­schei­nen­de Ein­spar­sum­me von EUR 160.000 jähr­lich dürf­te sich deut­lich re­la­ti­vie­ren, wenn man die Per­so­nal­ko­sten der an­ders­wo wei­ter­zu­be­schäf­ti­gen­den Be­trof­fe­nen ab­zieht. Fer­ner dürf­te der er­neu­te Um­bau der zum Mu­sen­tem­pel auf­wen­dig kon­ver­tier­ten Ex-Spar­kas­se in ei­nen für an­de­re Zwecke ge­eig­ne­ten Zu­stand (bei­spiel­wei­se Bü­ro­nut­zung) ein Mehr­fa­ches die­ser Be­triebs­ko­sten ver­schlin­gen. Wä­re da­mit un­ter dem Strich wirk­lich et­was ein­ge­spart?

    Un­se­re Rat­haus­spit­ze wä­re mei­ner Mei­nung nach gut be­ra­ten, sich die­sen und an­de­ren Ar­gu­men­ten – zu­min­dest jetzt im Nach­hin­ein – zu­gäng­lich zu zei­gen. Nie­mand ist un­fehl­bar, aber Lern­fä­hig­keit ist von un­se­ren Stadt­vä­tern (und -Müt­tern) al­le­mal ein­zu­for­dern!

  9. Zur Wah­rung der Über­sicht­lich­keit wird die Dis­kus­si­on zu die­sem The­ma an die­ser Stel­le be­en­det und un­ter­halb des Fol­ge­ar­ti­kels »kunst ga­le­rie fürth: Dro­hen­de Schlie­ßung?« wei­ter­ge­führt.