Athen

16. Januar 2011 | von | Kategorie: Spielplatz

Lyrischer Text (Grafik: Irma Stolz)

 
ATHEN

Schon zwei­mal war ich in Athen
und nie fand ich es schön.
Ver­lo­ren fand ich mich, al­lein,
in ei­ner Wü­ste, rie­sen­groß, aus Stein.

Die Luft, er­bar­mungs­los und heiß
nimmt Atem mir und Sinn.
Man fragt sich: war­um komm ich her?
Und ... ge­he ich wo­hin?
Der Dunst liegt über die­ser Stadt
hüllt Berg und Meer in Grau und Matt.

Akro­po­lis – aus Gold­ner Zeit -
ge­rüstum­stellt.
Töd­lich be­rühr­ter Stein
vom Hauch der Neu­en Welt.

Doch jetzt zum drit­ten Ma­le hier:
die Luft so sei­dig weich und warm,
als woll­te sie mit zar­ter Hand
um­fas­sen Mensch und Stadt und Land
und al­le Schön­heit Berg und Meer
mit lin­dem, star­kem Arm.

Ok­to­ber war’s, der Him­mel oh­ne Dunst
so blau und klar, und al­le Kunst
in eben die­sem Licht,
so wun­der­bar, wie nie zu­vor.

Es ist, als säh man ein Ge­sicht,
das man schon lan­ge kennt,
zum er­sten Mal und denkt:
»Ich sah Dich nie so schön«.

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