Ludwig Erhard und Fürths Väter des Wirtschafts­wunders in der NS-Zeit

8. März 2016 | von | Kategorie: Der besondere Beitrag

Ludwig Erhard, dem zu Lebzeiten die Ehren­bür­ger­würde in Fürth verwehrt wurde, wird derzeit ein nach ihm benanntes Zentrum errichtet. Nach­dem ich im Jahre 2013 mein Entsetzen über die Ergebnisse des Archi­tek­ten­wett­bewerbes für das Ludwig-Erhard-Zentrum artikuliert hatte, wurde ich von verschiedenen Seiten auf Archiv­fund­stücke zu Erhards Rolle in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus aufmerksam gemacht.

Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister im Jahre 1963 (Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F015320-0001 / Patzek, Renate / CC-BY-SA 3.0)

Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister im Jahre 1963
(Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F015320-0001 / Patzek, Renate / CC-BY-SA 3.0)

Drei Väter

Drei große Namen werden in Fürth mit dem so­ge­nann­ten Wirtschaftswunder verbunden: Max Grundig, Gustav Schickedanz und natürlich Ludwig Erhard. Vor dem Wunder standen eine Gewaltherrschaft und ein Krieg. Grundig wurde am Tage vor dessen Ende 37 Jahre alt, Schickedanz war 50, Ludwig Erhard 48 Jahre alt, somit schon damals keine Männer ohne Vergangenheit. Es ist naheliegend, Fragen zu deren Verhalten während der NS-Zeit zu stellen.

Relativ einfach liegen die Dinge noch bei Grundig. Er war nie NSDAP-Mitglied, produzierte aber in der Kriegs­zeit indirekt für die Wehrmacht und beschäftigte Zwangs­ar­bei­ter, die ihm beispielsweise von der AEG zugeteilt wurden. Eine Baracke dieser Zwangsarbeiter ist im Ortsteil Vach noch zu sehen. Nach eigenen An­ga­ben versorgte er die Zwangsarbeiter mit Sonder­ra­tio­nen, nach dem Einzug der Amerikaner blieben sie freiwillig noch einige Zeit in Vach, wo Grundig seinerzeit produzierte. Gegenteiliges ist nicht bekannt und kann damit auch nicht behauptet werden.

Weißer geht´s nicht?

»Stolperstein« Schickedanz (Foto: Alexander Mayer)

»Stolperstein« Schickedanz (Foto: Alexander Mayer)

Deutlich kritischer wird es schon bei Schickedanz. Auch »Schöllgens Persilwäsche«, die viel kritisierte Biographie des renommierten Erlanger Historikers Gregor Schöllgen, konnte die braunen Flecken auf der Weste von Schickedanz nicht randlos auswaschen. Er trat noch vor Hitlers »Machtergreifung« der NSDAP bei, war NSDAP-Stadtrat und pflegte den Umgang mit NS-Größen wie Julius Streicher. Zwischen 1933 und 1938 baute Schickedanz sein Firmen- und Privateigentum aus. Die Immobilien und Unternehmen, die Schicke­danz zwischen 1933 und 1938 erwarb, hatten zuvor durchwegs jüdische Besitzer, auch für seine Er­wer­bun­gen während des Krieges galt dies überwiegend. Umstritten ist dabei, ob und inwieweit er die Notlage der jüdischen Besitzer ausnutzte, vor allem, ob er reelle Preise für die Unternehmen und Immobilien zahlte. Wenngleich Schickedanz Ende 1945 Berufs­ver­bot erhielt, als Hilfsarbeiter zwangs­ver­pflich­tet wurde und der Klageschrift zufolge von seinem mit 9,3 Millionen Mark bewerteten Besitz über 7 Millionen aus ursprünglich jüdischem Eigentum stammten, wurde er von der Hauptspruchkammer lediglich als Mitläufer eingestuft. 41 Zeugen und auch Ludwig Erhard hatten zu seinen Gunsten ausgesagt.

Selbst wenn Schickedanz bei seiner Einkaufstour faire Preise gezahlt haben sollte, so hat er mit seiner NSDAP-Mitgliedschaft den »Arisierungs«-Druck sowie die Vertreibung und Deportation gutgeheißen, durch den die fraglichen Firmen und Liegenschaften überhaupt erst zum Verkauf kamen. Abgesehen davon war es in Fürth ausweislich beispielsweise der Memoiren von Daniel Lotter seit 1942 bekannt, welchem Schicksal die jüdischen Bürger zugeführt wurden. Mitglieder der NSDAP haben dies alles schon alleine mit ihrer Parteimitgliedschaft nicht nur stillschweigend, sondern bekennend gebilligt.

Übervater Ludwig Erhard

Das elterliche Geschäft Wilh. Erhard, hier von der Gartenstraße aus gesehen (Foto: Postkarte, Sammlung A. Mayer)

Das elterliche Geschäft Wilh. Erhard, hier von der Gartenstraße aus gesehen (Foto: Postkarte, Sammlung A. Mayer)

Es gab sehr viele Väter und Mütter des Wirtschaftswunders, zwei heraus­ra­gen­de wurden schon genannt. Wie sieht es nun mit Ludwig Erhard selbst aus, dem alleine dieser Titel ganz offiziell zuerkannt wird? Die Frage ist schwierig zu beantworten, weil bei keinem anderen so viel publizistischer Aufwand betrieben wurde und wird, sein Wirken in der NS-Zeit in einem milden Licht, ja sogar als Widerstand darzustellen. Im folgenden beziehe ich mich hauptsächlich auf eine Zusammenfassung der Forschungsergebnisse von Christian Gerlach, Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte am Historischen Institut der Universität Bern.

1925 beendete Erhard sein wirtschaftswissenschaftliches Studium und nach der Abwicklung des insolventen elterlichen Betriebes in Fürth trat er in das »Institut für Wirtschaftsbeobachtung der Deutschen Fertigware« (IfW) in Nürnberg ein. Dort hatte er bis 1942 zumeist führende Positionen inne. In seinen Veröffentlichungen vertrat er damals keine liberale Postionen, er forderte staatliche Eingriffe auf den Wirtschaftsprozess, denn in einem »ungezügeltem Kapitalismus schaffe das Kapital nicht Reichtum, sondern bestenfalls wieder nur Kapital«. Die Wirtschaft sei in jedem Falle nur Mittel zum Zweck. Seine wirtschaftspolitischen Vorstellungen jener Zeit wi­der­spra­chen zwar in vielem seinen späteren Thesen, so auch jenen im Klassiker »Wohlstand für alle« aus dem Jahre 1957, aber das ist hier nicht mein Thema.

Gutachten über die Verwertung »volksfeindlichen Vermögens«

»Ludwig Erhard kennenlernen«? Schaufenster in der L.-Erhard-Straße (Foto: Alexander Mayer)

»Ludwig Erhard kennenlernen«? Schaufenster in der L.-Erhard-Straße (Foto: Alexander Mayer)

Die Tätigkeit des Instituts und der mit ihm eng ver­knüpf­ten, 1935 gegründeten und heute noch bestehenden GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) expandierten in der NS-Zeit, 1939 wurden drei neue, »arisierte« Gebäude bezogen. Nach eigenen Angaben stellte Er­hard in den 30er Jahren alle wesentlichen Kontakte des Instituts zur NS-Wirtschaftsverwaltung her. In den Jahren 1938 bis 1942 lag Erhards Schwerpunkt auf der Beratung staatlicher Stellen zu den gewaltsamen Annexionen Deutschlands. Bereits im Dezember 1938 wurde Ludwig Erhard von Josef Bürckel, »Reichs­kom­mis­sar für die Wiedervereinigung Österreiches mit dem Deutschen Reich«, »unter die Kommandostelle des Gauleiters« als Wirt­schafts­be­ra­ter engagiert. Bürckel initiierte 1939 u. a. auch die Massendeportationen von Wiener Juden. Zur Jahreswende 1939/40 reichte Erhard beim Wirtschaftsministerium die Denkschrift »Beiträge zur Kriegswirtschaft« ein. Zum de facto wieder annektierten französischen Lothringen, Bürckel war nun hier Chef der Zivilverwaltung, legte Erhard unter anderem ein Gutachten »über die Verwertung des volksfeindlichen Vermögens zu beachtenden Gesichtspunkte« vor, worunter jenes von Juden und Franzosen gemeint war. Im Zusammenhang mit dem Gutachten standen »Arisierungen« sowie die Ausweisung von 60.000 Lothringern.

Restloser Dienst am Vaterland

Ende 1940 beschaffte Erhard dem Institut einen Auftrag für ein Gutachten über die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der »eingegliederten Ostgebiete«, also über die annektierten polnischen Gebiete. Auf diese Expertise wird unten noch gesondert eingegangen. Auch Anfragen des Reichsministeriums für Bewaffnung und Munition auf Überprüfung der wirtschaftlichen Effizienz bestimmter Gremien nahm er erfreut an. Der »volle Kriegseinsatz« im »gewaltigen Geschehen der Gegenwart« war Erhard eine Pflicht: »… ich erachte es als meine Pflicht, unsere Dienste dem Vaterland restlos zur Verfügung zu stellen, und kann mit Fug und Recht in Anspruch nehmen, dass das Gelingen [der Einschaltung des IfW] in erster Linie mein persönliches Verdienst darstellt«. Niemand zwang Erhard, solche Gutachten zu erarbeiten, er drängte sich danach und war nach eigenem Bekunden stolz auf die Ergebnisse, so hielt er sich auch zugute: »Mit Kriegsausbruch habe ich erreicht die Einreihung des Instituts [gemeint ist das IfW] in den Kreis der kriegswichtigen Betriebe und die Heranschaffung von Aufgaben, die diese Einordnung sachlich rechtfertigen«.

Erhards Polengutachten

Besonders irritierend sind allerdings die Einlassungen Erhards im Vorbericht zum schon erwähnten Gutachten über die »eingegliederten Osträume« im Auftrage der »Haupttreuhandstelle Ost« (HTO). Die Originale des noch von Erhard verfassten Vorberichts sind zwar in der Regierungszeit Erhards unter ungeklärten Umständen aus dem Bundesarchiv verschwunden bzw. nicht mehr auffindbar, der Inhalt konnte jedoch rekonstruiert werden, da ver­schie­de­ne staatliche Stellen anhand von Textauszügen um Stellungnahmen gebeten wurden. Den Schlussbericht erstellte Erhard nicht mehr, da er sich zwischenzeitlich mit dem IfW überworfen hatte (siehe unten).

Die Ludwig-Erhard-Büste am Wirtschaftsrathaus (Foto: Alexander Mayer)

Die Ludwig-Erhard-Büste am Wirtschaftsrathaus (Foto: Alexander Mayer)

Zum Hintergrund: Die Politik der HTO in den annektierten polnischen Ge­bie­ten, genannt Warthegau, bestand in einer sogenannten »Ein­glie­de­rungs­po­li­tik«. Als »nicht eindeutschungsfähig« eingestufte Personen, insbesondere Personen jüdischen Glaubens, wurden von der SS aus dem Warthegau in das nicht unmittelbar in das Reichsgebiet einverleibte, östlich davon gelegene Generalgouverment deportiert, betroffen waren 280.000 Menschen. Zusätzlich zur Deportation polnischer und jüdischer Menschen aus dem Wartheland wurden im Rahmen des Holocaust meh­re­re jüdische Ghettos errichtet. Im jüdischen Ghetto von Łódź, sei­ner­zeit Litzmannstadt, mussten insgesamt 160.000 Juden unter men­schen­un­wür­di­gen Bedingungen leben. Das Ghetto wurde 1944 aufgelöst, die meisten Insassen zur Zwangsarbeit im Reich oder in Vernichtungslager deportiert. Es muss davon ausgegangen werden, dass Erhard, der viel in Polen unterwegs war, von den Vorgängen wusste. Das geht auch aus seinem Gutachten hervor, wenn er etwa von der erfolgten »Evakuierung der sogenannten Polnischen Intelligenz« schreibt.

Die HTO gab nun vor diesem Hintergrund eine Studie in Auftrag, um den Aufbau der ostdeutschen Wirtschaft im Warthegau zu steuern. Erhards Analyse der polnischen Industrie als rückständig dürfte wohl zutreffend gewesen sein, er deutete dies jedoch u.a. als Ausfluss (Zitat) »rassisch bedingter Eigenschaften«, so schreibt er zum Beispiel: »Nicht wachsender Wohlstand, sondern die innere Ungestörtheit des einzelnen Menschen wie des ganzen Volkes scheinen den östlichen Völkern erstrebenswert«. In dem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass Erhard Änderungen seines Arbeitsvertrages in Form einer einjährigen Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle forderte, denn er müsse für die Arbeit am Gutachten »in polnischen Quartieren schlafen oder in Wartesälen zwischen der polnischen Zivil­be­völ­kerung übernachten«, wodurch ein »Schutz vor Infektionskrankheiten nicht gewährleistet« sei. – Selbst die NS-Verwaltung empfand diese Ausführungen als überzogen.

Die wirtschaftspolitischen Vorschläge Erhards für den Ostraum entsprechen demgegenüber durchaus seinen späteren Konzepten in der Bundesrepublik und hinterlassen zum Teil einen humanen Eindruck. Das kann aber wiederum nicht die oben dargelegten Dinge vollständig relativieren.

»Widerstand« mit Gutachten?

Eindrücke aus der Ludwig-Erhard-Straße (Foto: Alexander Mayer)

Eindrücke aus der Ludwig-Erhard-Straße
(Foto: Alexander Mayer)

Erhard selbst und einzelne Wissenschaftler – wie der SS-Mann Theodor Eschenburg, später der erste Lehr­stuhl­in­haber für Politikwissenschaft in der Bun­des­re­pu­blik – verkauften Erhards Denkschriften sogar als Akte des Widerstands, da er z.B. die Studie »Kriegs­fi­nan­zie­rung und Schuldenkonsolidierung« auch Carl Friedrich Goerdeler zukommen ließ und mit ihm Briefkontakt hatte. Nach der Verhaftung Goerdelers empfand aber selbst die Gestapo den Briefverkehr zwischen Goer­de­ler und Erhard als unverdächtig und ließ Erhard unbehelligt. Die Zusammenarbeit Erhards mit NS-Größen wie zum Beispiel dem SS-Mann Otto Ohlen­dorf, stellvertretender Staatssekretär im Reichs­wirt­schaftsministerium und 1951 wegen Völkermordes hingerichtet, wird dagegen möglichst ausgeblendet. Beispiel für beides ist z.B. eine von der Ludwig-Erhard-Stiftung (Bonn) herausgegebene Biographie.

In der »apologetischen Erhard-Literatur« (Gerlach) wird zudem u. a. oft behauptet, Erhard sei 1942 nicht Chef des IfW geworden, weil er sich geweigert habe, der Deutschen Artbeitsfront und dem NS-Dozentenbund beizutreten. Dafür fehlt jeder Nachweis, die Gründe waren nach Aktenlage Querelen vor allem mit dem Leiter Wilhelm Vershofen über die Ausrichtung und die Arbeitsweise des Instituts, wobei Erhard für den vollen gutachterlichen Kriegseinsatz des Instituts eintrat, während Vershofen den Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Tätigkeit behalten wollte und sich durchsetzte. Die »apologetische Erhard-Literatur« scheut auch heute nicht davor zurück, schwer zu beschaffende Studien zu Erhard sinnverfälschend wiederzugeben wie zum Beispiel jene von Christian Gerlach in einer Veröffentlichung der Ludwig-Erhard-Stiftung (Bonn) im Dezember 2014. Während Gerlach aus der Wortwahl des Polen-Gutachtens auf die (Zitat) »rassistische Einstellung« Erhards schließt, behauptet der Text mit Bezug auf ebendieses Gutachten und ebendieser Studie von Gerlach, dass der »Text keinerlei rassistische Ausfälle« enthält. Anhand dieses Beispiels muss vermutet werden, dass andere Quellen ähnlich frisiert werden. Anscheinend spekuliert man darauf, dass sich niemand die Mühe macht, die Dokumente und Studien im Original zu beschaffen und nachzulesen. Wenn doch, dann wird es unter den Teppich gekehrt, was nicht nur in der frühen Bundesrepublik in Bezug auf die NS-Vergangenheit eine Regel war und ist, die von wenigen Ausnahmen bestätigt wird.

Wirklichkeiten

Erhardsbüste (Foto: Alexander Mayer)

Erhardsbüste (Foto: Alexander Mayer)

Auf der Startseite des Ludwig-Erhard-Initiativkreis Fürth e. V. ist zu lesen: »Ludwig Erhards Verdienste für Deutschland sind un­ver­ges­sen … Der Verein hat es sich in Ludwig Erhards Geburtsstadt Fürth zur Aufgabe gemacht, das Andenken an sein Leben und Wirken zu wür­di­gen und zu fördern. Dabei stehen seine Beiträge zur theo­re­ti­schen Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft und seine Ver­dien­ste bei der praktischen Umsetzung im Vordergrund.«

Manche Publikationen zu den Archivfunden gehen in ihren Urteilen sehr weit: »Der Erhard-Mythos ist ein Gemisch aus Verdrängung, Ver­schwei­gen, Schutzbehauptungen und Halbwahrheit … [die Do­ku­men­te] verweisen auf einen Ökonomen, der die Kriegswirtschaft der NS-Diktatur rückhaltslos bejahte und es sich zur Aufgabe machte, ihre Strukturen binnenwirtschaftlich wie annexionspolitisch zu ef­fek­ti­vie­ren.« – Es fällt mir schwer, dem generell zu widersprechen.

 
 
 

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3 Kommentare zu »Ludwig Erhard und Fürths Väter des Wirtschafts­wunders in der NS-Zeit«:

  1. Der Beitrag bedarf einiger Ergänzungen zur Rolle Ludwig Erhards nach 1945

    Nach 1945 – Protege der alten Nazikämpfer…

    Nach einem kurzen Intermezzo als Verantwortlicher für die Fürther Wirtschaft setzte ihn die ameri­ka­ni­sche Militärregierung am 28. September 1945 als Wirtschaftsminister der provisorischen bayerischen Regierung ein. Erhard selbst hatte sich sofort nach dem Einmarsch der US-Streitkräfte in Fürth am 19. April 1945 den neuen Herren angeboten. Das ging ohne Schwierigkeiten, da er trotz Unterstützung des Nazi-Systems kein Mitglied der NSDAP war. Dass er »eine amerikanische Entdeckung« gewesen sei, ist falsch und gehört zu jenen Legenden, mit denen er sich später schmückte.

    Nicht ohne Ironie kommentiert ein naher Ver­wand­ter, der Fürther Daniel Lotter, in seinem Tagebuch, die Metamorphose Erhards zum Demokraten der ersten Stunde: »Unklar ist mir auch, daß unser Ver­wand­ter Ludwig, der ja auch während der Nazizeit die Situation gut zu nutzen verstand, vor den Augen der jetzigen Machthaber Gnade gefunden hat…, und wir haben bisher nicht gewußt und nicht erkannt, welche Kraft in unserem früheren Nachbarskinde und jetzigen Vetter steckt…«

    Eins der ersten Ziele von Ludwig Erhard als bayerischer Finanzminister war es, seinen ebenfalls von den Amerikanern eingesetzten Staatssekretär Georg Fischer (KPD) aus dem Amt zu treiben. Mit dem neuen Ministerpräsidenten Hoegner (SPD) verband Erhard eine tiefe Abneigung gegen die Ge­werk­schaf­ten. Gemeinsam sorgten sie dafür, dass im Wirtschaftsbeirat des Ministeriums, weniger Vertreter der Arbeitnehmerorganisation als jene der Unternehmer Stimmrecht besaßen. Die Gewerkschaften boykottierten daraufhin das Gremium.

    Georg Fischer übergab dem Alliierten Kontrollrat in Berlin, Wilhelm Hoegner, Erhard und dem Gewerk­schaf­ter Gustav Schiefer eine Zusammenstellung von etwa dreißig im Wirtschaftsministerium tätigen ehemaligen Nazis. »Vom Blutordensträger des Hitlerputsches vom November 1923 bis zum Rüstungs­be­auf­trag­ten der Hitlerschen Kriegswirtschaft war alles vertreten«, erinnert sich Fischer. Nach den Ermittlungen wurden 13 Personen, unter ihnen 10 leitende Beamte, sofort entlassen. Gegen 41 weitere wurden Verfahren aufgrund des »Gesetzes Nr. 104 zur Befreiung von Nationalsozialismus und Mili­ta­ris­mus« vom 5. März 1946 eingeleitet. Von mehren Zeugen wurde ausgesagt, dass im Ministerium offene Stellen für Nazis freigehalten wurden und Erhard die Anweisung gab, deren Entlassung als Versetzung oder Pensionierung zu interpretieren. »Die Vorwürfe, die in der Öffentlichkeit gegen das Wirtschaftministerium erhoben wurden und unter anderem zu einer lebhaften Kontroverse zwischen dem früheren Wirtschaftsminister Dr. Ludwig Erhard und der Presse geführt hatten, haben sich als berechtigt erwiesen. Es war ein offenes Geheimnis, dass in den Räumen der Prinzregentenstraße […] ein rückschrittlicher Geist herrschte, der von verschiedenen Personen in leitender Stellung gefördert wurde.«

    Auf Antrag der SPD, veranlasst durch massive öffentliche Proteste, wurde am 31. Januar 1947 eine Untersuchungskommission eingesetzt. Sie sollte Korruptionsfälle in Erhards Ministerium überprüfen. Sie kommt zu einem vernichtenden Ergebnis: Zu den Korruptionsvorwürfen und Schiebereien in Erhards Ministerium äußert Dr. Alois Schlögel (CSU) im Landtag: »Erhard hat in der Bayerischen Wirt­schafts­verwaltung ein Chaos hinterlassen, in dem Milliardenwerte von Rüstungs- und Wehr­machts­gü­tern untergegangen sind. […] Seine Eignung als Minister ist gleich Null.«

    Bei den Landtagswahlen am 1. Dezember 1946 errang die CSU die absolute Mehrheit. Für Erhard ein Glücksfall, der ihn die peinliche Entlassung ersparte, da jetzt die Regierung ohne ihn neu gebildet wurde. Sein Nachfolger Rudolf Zorn beklagte, Erhard sei das Opfer eines ausufernden De­nun­zian­ten­tums geworden, eine Interpretation, die von der späteren Geschichtsschreibung oft ungeprüft übernommen wurde.

    Doch Erhard sollte bald entschädigt werden. Einen Tag, nachdem er im Rundfunk seine Kritiker als »Verleumder, Ehrabschneider und Pharisäer« bezeichnet hatte, wurde er am 7. November 1947 vom Kultusminister Alois Hundhammer zum Honorarprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität München ernannt. Auch hier hatte der Opportunist vorgesorgt: Schon während seiner Fürther Zeit hatte er Kontakt zum Kreis um den Nationalökonomen Adolf Weber aufgenommen. Weber, seit 1921 Lehr­stuhl­in­haber für Volkswirtschaft an der Münchner Universität, hatte die Nazi-Herrschaft problemlos überstanden und galt als konservativer und antikommunistischer Verfechter der »freien Markt­wirt­schaft«.

    Am 2. März 1948 wurde Erhard zum Direktor der bizonalen Wirtschaftsverwaltung gewählt. Es war kein Zufall, dass er sich dort mit Dr. Prentzel, einem ehemals führenden IG Farben-Vertreter, 1948 als Leiter der »Verwaltung Wirtschaft« in der Bizone wiederfand und beide die Entflechtung der IG Farben-Indu­strie im Interesse der deutschen Chemiekonzerne in Angriff nahmen. Nach alliierten Gesetzen waren Kriegsverbrecher für die Besetzung solcher Posten grundsätzlich auszuschließen, doch Erhard, ver­ant­wort­lich für Entscheidungen in Personalfragen, wiegelte ab: »… bei vielen Deutschen (sei) eine innere Wandlung erfolgt. Im Himmel sei mehr Freude über einen reuigen Sünder als über 1000 Gerechte.« Seinem Fürther Freund, dem NSDAP-Stadtrat und Arisierer Gustav Schickedanz, stellte er schon im Juni 1946 einen der begehrten Persilscheine aus: »Ohne die Entscheidung des Spruch­kam­mer­aus­schus­ses auch nur im geringsten beeinflussen zu wollen, stellt sich mir Herr Schickedanz als ein typischer Mitläufer dar, der aber in jeder Phase der Entwicklung dem System innerlich widerstrebte.«

    Erhard ernannte 1949 Ernst Kutscher zu seinem persönlichen Referenten. Alle Vorwürfe, Kutscher sei ein hoch belasteter Nazi-Täter, wies Erhard mit der Begründung zurück, dieser sei ja von der Spruch­kam­mer entlastet worden. Ernst Kutscher (NSDAP Mitglied seit dem 1. Mai 1933) hatte am 3. und 4. April 1944 auf der Tagung der Judenreferenten in Krummhübel, zum Thema »Die Propagandathesen im Rahmen der antijüdischen Auslandsaktion« gesprochen. Seine Leitsätze »Die Juden sind die Urheber des Krieges. Sie haben die Völker in den Krieg hineingetrieben, weil sie an ihm interessiert sind. – Die Juden sind das Unglück aller Völker. – Ein jüdischer Sieg würde das Ende jeder Kultur sein (Beispiel Sowjet-Union). – Kämpft Deutschland gegen den Juden, so tut es das nicht nur für sich, sondern für die ganze europäische Kultur.« Aufgrund seiner Tätigkeit bei den Nationalsozialisten war Kutscher vom Frankfurter Wirtschaftsrat schon 1947 seines Postens enthoben worden.

    Nicht anders verfuhr Erhard im Fall des ehemaligen Oberscharführers der SA, Friedrich Louis. Gegen die Bedenken des Bundesinnenministeriums wurde Louis Ministerialrat im Wirtschaftsministerium. Es handle sich um »hochqualifizierte Fachkräfte« und man müsse »der allseits erstrebten endlichen Beendigung der Entnazifizierung« Nachdruck verleihen, notierte Erhard 1951.

    Im Winter 1949/50 wurde Dr. Ludger Westrik Erhards Staatssekretär. Wieder ein alter Bekannter aus dem Arbeitskreis der »Reichsgruppe Industrie«: Von 1933 bis 1945 Wehrwirtschaftsführer und Ge­ne­ral­di­rek­tor der Vereinigten Aluminium Werke AG (VAW), wurden unter seiner Leitung Zwangsarbeiter mit einer selbst für die damalige Zeit unglaublichen Rücksichtslosigkeit und Brutalität ausgebeutet. Unter ihnen Kinder unter 13 und alte Menschen über 60 Jahren. Westrick 1941: »Solange die Kriegs­fan­fa­ren dröhnen, hat die deutsche Leichtmetallindustrie nur ein Ziel […] Deutschlands Endsieg!« Bis 1966 blieb er im Amt. Zuletzt als Staatssekretär in Erhards Bundeskanzleramt und Bundesminister für besondere Aufgaben.

    »Wir haben uns doch ganz schön von Katastrophe zu Katastrophe heraufgerappelt«, kommentierte der »Volkskanzler« während seiner Amtszeit von 1963 bis 1966 jeden Hinweis auf deutsche Kriegsschuld und Nazi-Verbrechen und fand damit die Zustimmung der meisten Landsleute.

    Auf eine Anfrage der Linken zitiert die Bundesregierung 2011 aus der Habilitationsschrift von Bernhard Löffler, aus der hervorgeht, dass von 204 Spitzenbeamten in Erhards Bundeswirtschaftsministerium von 1949 bis 1962 mehr als die Hälfte eine NS-Vergangenheit hatten. Vier von ihnen waren bereits vor 1933 Mitglied der NSDAP, 29 Prozent seit März 1933 und 20 Prozent seit 1937. Sie waren im Dritten Reich NS-Rotten-, bzw. Scharführer, SA-Obersturmführer und SA-Sturmbannführer, vier gehörten der Reiter-SS an und sieben der allgemeinen SS, ein weiterer war SS-Rottenführer. »Ihre beruflichen Karrieren begannen und festigten über 60 Prozent der untersuchten Ministerialbeamten (von den Abteilungs- und Unterabteilungsleitern sogar fast 85 Prozent) in den Reichsministerien oder anderen öffentlich rechtlichen Dienststellen vor 1945, etwa ein Fünftel davon (von den Abteilungs- und Unter­ab­tei­lungs­leitern 45 Prozent) war bereits vor 1933 eingestellt worden.«

    … und Bremser bei Rückerstattungen geraubten jüdischen Vermögens

    Am 19. April 1949 stellte Philip Rosenthal nach jahrelanger Verschleppung seiner Ansprüche bei der amerikanischen Militärregierung und dem Bayerischen Amt für Vermögenskontrolle den Antrag, die Vorstandsmitglieder seines von den Nazis geraubten Unternehmens Dr. Albert, und Dr. Zöllner (CSU) sowie die Aufsichtsräte Dr. Krämer und Freiherr von der Tann zu entlassen. »Den letzten Anschub in diese Richtung dürften Hinweise gegeben haben, nach denen sich bestimmte Direktoren und Auf­sichts­rats­mit­glieder noch bis 1948 mit überzogenen Vergütungen und Dividenden versorgt hatten und nun versuchten, Aktienvermögen in die französische Zone zu verschieben, um sie dadurch dem Zugriff der amerikanischen Militärregierung zu entziehen. Gleichzeitig zahlte man an den Anwalt der Firma eine Vergütung von 10.000 DM und stellte diesem 90.000 DM für einen Hausbau zur Verfügung.«

    Vergeblich versuchte der bayerische Wirtschaftsminister Hans Seidel, die Militärregierung daran zu hindern, dem Antrag Rosenthals statt zu geben. Jetzt trat Ludwig Erhard auf den Plan: In einem Brief an das Office of the Military Government for Germany (US) (OMGUS) in Berlin, forderte er, die Ent­schei­dung rückgängig zu machen. Die Rosenthals, so Erhard, hätten durch ihre Anträge große Unsicherheit in die deutsche Wirtschaft gebracht. An der Seriosität des jetzigen Aufsichtsrats habe er keinen Zweifel. Er verschwieg, dass er seit 1947 einen Beratervertrag für die AG in der Tasche hatte und dafür mit 12.000 DM jährlich von den alten Kameraden honoriert wurde. Das ließ die Militärregierung erheblich an Erhards Integrität zweifeln und sie stufte ihn als käuflich ein.

    Der »Vater der D-Mark« war bei ihrer Zeugung gar nicht anwesend …

    Hartnäckig hält sich auch die Legende, Erhard habe mit der Erfindung der D-Mark und der Aufhebung der Preiskontrolle gegen den Willen der Militärverwaltung der Amerikaner, die Deutschen zu Wohl­stand und Freiheit geführt. Von ihm stammt nicht einmal der Name der neuen Währung.

    Richtig ist, im Oktober 1947 wurde Erhard Vorsitzender der »Sonderstelle für Geld und Kredit« in Bad Homburg. Sie unterstand den Militärbehörden und legte im Februar 1948 einen ersten Entwurf für ein Währungsgesetz vor. Der Organisator der Währungsreform war allerdings der 27 Jahre alte ameri­ka­ni­sche Leutnant Edward Tenenbaum. Nicht zuletzt seine Doktorarbeit mit dem Titel »Nationalsozialismus gegen internationalen Kapitalismus« hatte ihn für seine Aufgabe qualifiziert.

    Im November 1947 traf sich Tenenbaum mit Erhard und seinen Mitarbeitern zu einem Gespräch über die anstehende Währungsreform. Erhard stimmte zu, gab allerdings zu verstehen, dass die Aus­ar­bei­tung der Details den Deutschen zu überlassen sei. Darin sollte er sich allerdings gründlich irren. Der unter seiner Ägide 1947/48 ausgearbeitete Homburger Plan, der offizielle deutsche Währungs­re­form­plan, wurde von den Alliierten nahezu vollständig übergangen. Erhard legte Anfang März 1948 den Vorsitz der Kommission nieder.

    Die deutschen Experten, die sich ohne Erhard von April bis Juni 1948 im »Konklave von Rohwesten« an der organisatorischen und technischen Durchführung der Währungsreform für Westdeutschland beteiligten, glaubten anfänglich, deren inhaltliche Bestimmungen im Sinne des Homburger Plans beeinflussen zu können. Groß war deshalb die Ernüchterung auf deutscher Seite, als Tenenbaum einen zwischen den Alliierten ausgehandelten Entwurf zur Währungsreform sowie der entsprechenden Gesetze vorlegte, nach denen die Arbeiten zu gestalten waren. »Erhard erfuhr«, so der heutige Leiter des Museums »Währungsreform«, Bernd Niesel, »vermutlich wie jeder andere Deutsche von der Ein­führung der DM durch den Rundfunk.«

    Das hinderte Erhard allerdings nicht daran, sich selbst den Orden des Vaters der DM an die Brust zu heften. Mit dem sicheren Gespür eines durchtriebenen Abstaubers, das ihm schon bei seiner Karriere unter den Nazis geholfen hatte, begrüßte er als erster Politiker die neue Währung in einer Rund­funk­an­spra­che, ohne mit einem Wort zu erwähnen, wie und durch wen sie zustande gekommen war.

    Die von Erhard angeblich gegen den Willen der Amerikaner aufgehobenen Preiskontrolle kommentiert der ehemalige CIA-Mitarbeiter in der Wirtschaftsverwaltung der Militärregierung, Peter Sichel: »Erhard hätte ohne die Zustimmung der Amerikaner gar nichts durchsetzen können. Seine Rolle bei der Wäh­rungs­re­form war allenfalls zweitrangig.«

    … und ein erklärter Feind der Gewerkschaften und Intellektuellen

    Als Direktor der Verwaltung für Wirtschaft startete Erhard ab März 1948 seine wirtschafts-liberale Of­fen­si­ve. »Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Ver­ant­wor­tung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt«, war sein Credo für eine un­ge­brem­ste Marktwirtschaft.

    Die Preise steigen, die Verbrauchsteuern werden erhöht. Erhards Politik diente allein dem Ziel, die Kapitalbildung der Unternehmen zu fördern. Darin sah er den Königsweg zu dynamischem Wirt­schafts­wach­stum. Die Kaufkraft der Bevölkerung wurde rasch abgeschöpft. »Das ist das praktische Resultat Ihrer Politik, dass Sie die Menschen zur Verzweiflung treiben durch das, was Sie Freiheit nennen«, begründete der SPD-Abgeordnete Erwin Schoettle im Wirtschaftsrat den Antrag seiner Fraktion, Erhard aus dem Amt zu entlassen. Geschäftsboykotts und Massenkundgebungen erschütterten die West­zo­nen. Erhard jedoch weist die Kritik als »hysterisches Gekeife der Kollektivisten aller Sorten« zurück. Daraufhin riefen die Gewerkschaften am 12. November 1948 zum bisher einzigen Generalstreik in der Bundesrepublik auf. Das Ziel: Schluss mit der Preistreiberei, Sturz des »Wirtschaftsdiktators«.

    Am 21.3.1962 verkündete Erhard seinen »Appell zum Maßhalten« mit einer Rundfunkansprache. Er warnte vor einer angeblich aggressiven Lohnpolitik, die ein unverkennbares Dahinschwinden der internationalen Wettbewerbskraft unserer Wirtschaft zur Folge habe. Das hatte er unter dem Beifall seiner christdemokratisch-christsozialen Parteigänger schon eine Woche vorher im Bundestag be­haup­tet. Die Stoßrichtung war klar: Es ging gegen die Gewerkschaften, gegen deren, wie der Wirt­schafts­mi­ni­ster es sah, Machtgelüste. Gleichzeitig initiierte er das Berlinhilfegesetz, das Spekulanten durch Sonderabschreibungen traumhafte Gewinne bescherte.

    Sein gestörtes Verhältnis zu Intellektuellen aus dem linken Lager belegen Erhards berüchtigte Schimpf­ka­no­na­den mit denen er 1965 die Literaten, die zur Wahl der SPD aufgerufen hatten, ver­un­glimpf­te: »Es gibt einen Intellektualismus, der kippt um in Idiotie.« Rolf Hochhuth, der in seinem Thea­ter­stück »Der Stellvertreter« die Kumpanei zwischen Vatikan und Nazis thematisiert hatte, fertigte er rüde mit »Da hört der Dichter auf, da fängt der ganz kleine Pinscher an«, ab.

  2. […] Ludwig Erhard in der NS-Zeit […]

  3. Aufgrund von Nachfragen:

    Der Artikel von Christian Gerlach ist zwar nicht online, aber im Buchhandel in einem erschwinglichen Sammelband erhältlich:

    – Matthias Hamann, Hans Asbeck (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus. Heft 13: Halbierte Vernunft und totale Medizin. ISBN 3-924737-30-4 (Verlag assoziation-a), dort auf S. 241–276.: Ludwig Erhard und die »Wirtschaft des neuen deutschen Ostraums«. Ein Gutachten aus dem Jahre 1941 und Erhards Beratertätigkeit bei der deutschen Annexionspolitik 1938–43.

    Der Artikel, in dem Prof. Gerlachs Arbeit sinnenstellend wiedergegeben wird, ist als PDF abrufbar:

    – Horst Friedrich Wünsche: Ludwig Erhards Gutachten für Dienststellen im Dritten Reich. In: Ludwig-Erhard-Stiftung: Orientierungen Nr. 140, Dez 2014, S. 16 f.

    Die ebenfalls im Artikel erwähnte Biographie, in der Erhards Rolle in der NS-Zeit verkürzt und einseitig dargestellt wird, ist ebenfalls online als PDF erhältlich, weswegen sie sich in vielen schlecht re­cher­chier­ten Darstellungen widerspiegelt:

    – Karl Hohmann: Ludwig Erhard (1897–1977). Eine Biographie.

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