Der Festsaal fällt – Fürth gibt auch jüdisches Erbe preis

7. Juli 2013 | von | Kategorie: Häuserkampf

Fürth gibt ein Kapitel jüdischer Wirtschafts- und Gesell­schafts­ge­schich­te dem Vergessen anheim. Was Fürther Juden mit dem Park-Hotel verbindet: Ein historischer Abriss (in des Wortes doppelter Be­deu­tung).

»Abriß verpflichtet« - Vom Krieg verschont, vom Stadtrat nicht (Festsaal des Park-Hotels)

Mit zunehmender Stärke wird seit vielen Wochen die Aus­einandersetzung zwischen einer Gruppe en­gag­ier­ter Fürther Bürger und einem Bündnis von Stadt­ver­wal­tung und Bauträger (MIB) um Erhalt oder Abriss des Fest­saals des Fürther Park-Hotels ausgefochten. Im Vor­der­grund stehen Fragen und Argumente, welcher Rang den Festlegungen des Denkmalschutzes bei­zu­mes­sen sei. Das Bündnis sieht keinen Fortschritt ohne Opfer und spielt seine Karten ver­wal­tungs­poli­tischer Verbindungen und kommunaler Macht für einen Abriss aus. Die Fürther Bürger geißeln städte­bau­li­che Kurz­sich­tig­keit und werben um Einsicht und En­ga­ge­ment für den Erhalt eines denkmalgeschützten Bau­wer­kes; und das auf der Grundlage verfassungsrechtlicher Normen!

Ein Aspekt, den die Diskussion bisher ausgeblendet hat, ist die historische und gesellschaftspolitische Di­men­sion, die diesem Bauwerk zuzuordnen ist. Denn hier handelt es sich nicht um einen beliebigen Hotelbau. Park-Hotel und Festsaal sind aufs Engste mit der jüdischen Geschichte dieser Stadt verknüpft. Der Festsaal stellt gewissermaßen einen »Gedenkstein« für das jüdische Fürth dar.

Aber rollen wir jetzt die Geschichte von vorne auf, um die »Qualität« dieses Gedenksteins besser greifbar zu machen.

  • Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte der Wirtschaftsstandort Fürth einen erheblichen Aufschwung. Wesentliche Beiträge zu dieser Entwicklung kamen von jüdischen Handwerkern, Kaufleuten und Fabri­kan­ten. Fürth hatte Weltruf auf dem Gebiet der Spiegelglasindustrie, die ganz wesentlich in jüdischen Händen lag. Was der Stadt fehlte, war eine hierzu passende Infrastruktur für Unterkunft und Geselligkeit, zu­ge­schnit­ten auf die Bewohnerschaft der Stadt sowie für private und geschäftliche Gäste.
     
    In einem Dokument aus der Mitte der 1880er Jahre heißt es dann auch: »Die ungünstigen Gast­hof­ver­hält­nisse in hiesiger Stadt wurden seit Jahren unangenehm empfunden und schon mehrmals Versuche gemacht, diesen unleidlichen Zustand durch Errichtung eines der Bedeutung und dem Ruf der Stadt entsprechenden Gasthofes mit Gesellschaftsräumen zu ändern.« Und so ergriffen 1885 zehn Kaufleute und Fabrikanten die Initiative zur Gründung der Hotel-Actiengesellschaft, Fürth. Mit Leopold Büchen­bacher, Max Eiermann, Samuel Hausmann, Bernhard Levi, Carl Loewi und Heinrich Mailänder waren sechs von ihnen Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinde. Die vier nicht-jüdischen Mitinitiatoren waren Julius Aldinger, Philipp Engelhardt, Johann Philipp Streng und Paul Winkler.
     
    Im Dezember 1885 wurden die Zeichnungsscheine für 376 Aktien à 1.000 Mark herausgelegt. Der Erfolg der Initiative war überwältigend. 191 Fürther Handwerker, Handelsleute, Fabrikanten und Privatiers zeich­ne­ten die Papiere.
     
    Vorstand und Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft führten – was bemerkenswert ist – die Geschäfte als Ehrenamt. Fünf Vorstände wurden bei turnusmäßigem Wechsel von 12 Aufsichtsräten gewählt. Seit Anbeginn lag die Präsenz der jüdischen Fraktion in den beiden Gremien bei über 50%. Berichte der Gesellschafterversammlungen lesen sich wie das »Who’s Who« der seinerzeitigen Wirtschaftselite; kaum ein Name renommierter jüdischer Familien fehlte.
     
    Mit dem finanziellen Rückhalt von 376.000 Mark konnte das Projekt eines repräsentativen Hotelneubaus starten. Dem Fürther Gastwirt Georg Andrae kaufte man in der Weinstraße (heute Rudolf-Breitscheid-Straße) sein Anwesen ab und erbaute dort das Hotel National. Die Leipziger Architekten Georg Weiden­bach und Anton Käppler zeichneten verantwortlich für Planung und Bau. Im Grundsteuerkataster wird das Bauwerk – 1887 für rund 390.000 Mark errichtet – wie folgt beschrieben: Restaurant mit Speisesaal und Café, zwei Wein­stuben, Konzertsaal mit Vorsaal, Gesellschaftslokalitäten und Fremdenzimmer. Der Pächter zahlte 30.000 Mark Miete im Jahr (später 33.000 Mark), und die Aktionäre wurden für ihr Engagement mit einer ein- bis zweiprozentigen Dividende bedacht. Nicht Kommerz, sondern Ver­bun­den­heit mit der Heimatstadt stand im Vordergrund.
     
    In den Folgejahren wurde das Hotel National zu einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen und wirt­schaft­lichen Lebens der Stadt. Es bot den adäquaten Rahmen für große Veranstaltungen: Bühnenvorstellungen und Musikdarbietungen fanden hier ebenso wie opulente Festessen statt. Eine besondere Rolle kam dabei natürlich dem Festsaal zu. Aber auch der kleine Rahmen für Familienfeiern und Jubiläen, kleine Geschäftsessen und alltägliche Besuche in Weinstube und Café wurde mit entsprechenden Räum­lich­keiten bedacht. – Schritt für Schritt wurde eine spezifische Kultur des privaten und geschäftlichen Zusammentreffens im Hotel National aufgebaut. Zahlreiche Nachkommen Fürther jüdischer Emigranten in den USA, Australien und anderswo verbinden noch heute einen Teil ihrer Familien- und Firmen­ge­schich­te mit »dem National«, dokumentiert in Fotoalben und Memoiren. Und bei Besuchen in Fürth übernachtete man selbstverständlich im Park-Hotel, wie es heute heißt.

  • Um die Attraktivität des Hotel in Größe und Ausstattung zu erhöhen, wurden schon bald Hypo­the­ken­schul­den von rund 350.000 Mark aufgenommen. Die Investition in den Ausbau rechnete sich, denn das Geschäft »lief rund«.
     
    Am 2. Februar 1900 erfolgte eine Zäsur. In der Generalversammlung stand der Verkauf des Hotels auf der Tagesordnung. 49 Aktionäre – mit einer Repräsentanz von 82% des Aktienkapitals – fällten ein einstimmiges Votum: Verkauf an den Hotelier Wilhelm Kaiser aus Wiesbaden. Man ging davon aus, dass die »Kinderjahre« des Hotels National vorbei waren und es in die Selbständigkeit entlassen werden könne. Die Hotel-Actiengesellschaft wurde in eine »Gesellschaft in Liquidation« übergeführt, da ja nur noch die Ab­wicklung des Verkaufes und die Verteilung des Kaufpreiserlöses an die Aktionäre ausstanden. Zu den weit überwiegend jüdischen Anteilseignern zählten u.a. Moritz Krailsheimer, Eduard und Friedrich Farn­bacher, Max Illfelder, Leopold und Max Büchenbacher, Max Nathan, Dr. Carl Eiermann, Ludwig und Meyer Bendit, Sigmund S. Arnstein, Heinrich Mailänder, Albert und Eduard Bach, Dr. Julius Prager, Carl Loewi, Justus Ullmann, J. Feistmann sowie Gabriel Feuchtwanger.
     
    Kurz nach dem Erwerb des Hotels verstarb Wilhelm Kaiser, und seine Witwe kämpfte sich über viele Jahre durch die Geschäftsführung. Bei der Hotel-Actiengesellschaft, Fürth, standen hohe Forderungen aus dem Verkauf in den Büchern. Ein Eigentümerwechsel stand an. Im November 1906 übernahm der Fürther Eduard von Alberti das Hotel, belastete es mit hohen Schulden. Bereits wenige Jahre später musste er »Geld zur Abwendung des zwangsweisen Verstrichs des Hotelanwesens« auftreiben. Jüdische Kaufleute und Fabrikanten sprangen ihm bei; sie wollten »ihr National« nicht dem Konkurs preisgeben.
     
    Die Hilfestellung brachte aber nur Aufschub: 1913 hatte von Alberti abgewirtschaftet. Die Versteigerung des Hotels National kam auf die Agenda. Der Zuschlag fiel auf den Nürnberger Hotelier Carl Kämpf. Um Fürth ein repräsentatives Hotel zu erhalten, ging es auch diesmal nicht ohne finanzielle Zugeständnisse seitens der Hotel-Actiengesellschaft ab. Auf rund 50.000 Mark musste man verzichten und Hypotheken III. Stelle akzeptieren. Hierfür musste sich Kämpf allerdings bei einer Konventionalstrafe von 25.000 Mark verpflichten, das Hotel über »10 Jahre nach bewährten Grundsätzen zu betreiben sowie den Charakter als Hotel mit Café und Restaurant im Erdgeschoss und Saalbau zu bewahren«.
     
    Großmut bewiesen die Eigentümer der Hotel-Actiengesellschaft, als sie in der Generalversammlung vom 14. Juli 1913 entschieden, dass die Hotelierswitwe Kaiser, die wegen der schlechten Geschäftsführung des Eduard von Alberti 65.000 Mark eingebüßt hatte, eine jährliche Sustentation von 800 Mark über fünf Jahre erhalten sollte.

  • Ende 1918 konnte die Hotel-Actiengesellschaft, Fürth, aufgelöst werden. Carl Kämpf hatte seine ver­blie­be­nen Hypothekenschulden beglichen. Für die 376 Aktien wurden an die Eigner jeweils 100 Mark Deutsche Reichsanleihe herausgelegt und 23 Mark in bar ausbezahlt.

Lassen wir die Fakten noch einmal Revue passieren, so kommt dem »Gedenkstein« Festsaal des heutigen Park-Hotels nur eine Bewertung zu: »aus historischen Gründen unbedingt erhaltenswert«. Eine herausragende Archi­tek­tur verbindet sich hier aufs Engste mit den namhaften Leistungen und Tugenden der jüdischen Bürgerschaft im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Über 30 Jahre haben sich ihre Repräsentanten für wirtschaftliche Entwicklung und Ansehen der Stadt eingebracht. Das »tolerante« Fürth dankt es ihnen schlecht.

Als Bürger von Fürth sehe ich mich hinsichtlich der demokratischen Teilhabe bei der Gestaltung und Entwicklung unserer Stadt übergangen und verhöhnt. Die hier aufgezeigten Aspekte haben nie Eingang in die öffentliche Diskussion um Erhalt oder Abriss des Festsaals gefunden. Im Gegenteil: Exakt die Argumente, mit denen vor kurzem der Aufnahmeantrag in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes initiiert wurde, werden hier mit leichter Hand beiseitegeschoben, ja geradezu mit Füßen getreten. Im Aufnahmeantrag geht es nämlich um Zeugnisse jüdischer Bürger in Form von Stiftungen, ihr Engagement für Bildung und Volkswohl sowie städtebaulichen und gesellschaftlichen Fortschritt. Hierfür werden Stadttheater und Berolzheimerianum beispielhaft herangezogen. Geradezu exemplarisch stellt sich nach meiner Meinung das Park-Hotel mit seinem Festsaal in diese Reihe.

Hätten Oberbürgermeister Dr. Jung und Stadtbaurat Krauße es qua Amt nicht wissen müssen, was es mit diesem Zeitzeugnis auf sich hat? Wenigstens hätten sie sich von Fachleuten die Historie des Hotels einmal aufarbeiten lassen müssen! Ich sehe das als unumgänglich an bei einem Projekt, welches eine städtebauliche Veränderung dieser Größenordnung nach sich zieht. Und mit einer Position des Wissens hätten dann bereits im Auswahlprozess den Investoren klare Vorgaben hinsichtlich der Beachtung des Denkmalschutzes gesetzt werden müssen. Aber diese Hürde wurde argumentativ nicht befestigt, sondern im Gegenteil Stück um Stück zu Gunsten des Bauträgers abgetragen.

 
Quellen:
Staatsarchiv Nürnberg, AG Fürth (Abgabe 1959), Registerakten, Hotel AG Fürth
Staatsarchiv Nürnberg, Grundsteuerkataster, StG Fürth, Nr. 15/Bd. 4 und Nr. 12/Bd. 4
Heinrich Habel, Denkmäler in Bayern, Stadt Fürth, München 1994

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11 Kommentare zu »Der Festsaal fällt – Fürth gibt auch jüdisches Erbe preis«:

  1. Freud sagt:

    Lesenswert. Vor allem hätte das, was hier zusammengetragen worden ist, gelesen werden sollen, bevor man sich ans kenntnisfreie Abreißen machte.

  2. Manu sagt:

    @Freud:
    Ja, in der Tat. Gänzlich unverständlich wird das Nichtwissen der Stadtspitze und des Stadtrats in An­be­tracht der Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bei dieser Bewerbung geht es zwar v.a. um das jüdische Stiftungswesen (was das Hotel National ja als ein von einer AG gebautes Gebäude nicht war), aber, wie das häufig erwähnte Kaufhaus Tietze (am Kohlenmarkt) zeigt, nicht nur.

    Ich möchte außerdem mit einem Zitat aus den FN noch einmal folgendes hervorheben: »Über die re­präsentativen Objekte jüdischer Kultur und Geschichte hinaus geht es beiden Städten um archi­tek­tur­hi­sto­rische Fragen und städtebauliche Zusammenhänge. […] Die Revitalisierung von Baudenkmälern gehört zu den großen Herausforderungen.«. Schade, dass das die »Re­vi­ta­li­sie­rung von Bau­denk­mä­lern« offensichtlich nur in Halberstadt von Bedeutung zu sein scheint.

    Letztendlich wäre es egal gewesen, mit welchem Interesse man sich der Geschichte des Hotel National genähert hätte – ob aus Interesse an der jüdischen Geschichte oder aus archi­tek­tur­hi­sto­rischem oder städtebaulichem Interesse – man wäre jedesmal zum selben Ergebnis gekommen: Und zwar, dass es sich um ein für die Stadt Fürth bedeutendes Gebäude handelt, das man nicht einfach so beseitigen darf.

    Dass Stadtspitze, obere Stadtverwaltung und ein Großteil des Stadtrats nicht einmal eine Spur von aktivem Interesse (egal welcher Art) an der Geschichte des Hotels zeig(t)en, ist sehr bedenklich, denn »Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen.« (Churchill)

  3. Siegfried Tiefel sagt:

    Stadträtinnen und Stadträte sind darauf angewiesen, dass sie von der Stadtspitze und der Verwaltung möglichst umfassend und seriös informiert werden. Nachdem ein nicht auffindbarer Bösewicht die Wandornamente abgeschlagen hatte, wurde der Festsaal endgültig als wertlos dargestellt. Das Fach­urteil der Denkmalschutzbehörden und die Recherchen der letzten Tage ergeben ein völlig anderes Bild. Der Stadtrat wurde unwissentlich oder gar wissentlich unzutreffend informiert. MIB hat den Wett­be­werb maßgeblich deshalb gewonnen, weil man absolute Rücksichtnahme auf die Belange des Denk­mal­schutzes zugesagt hatte. Schade, dass die Stadt anscheinend derart erpressbar ist, dass sie das aus öffentlich rechtlicher Sicht Gebotene nicht mehr einfordern beziehungsweise durchsetzen kann.

  4. K. Heller sagt:

    Herr Tiefel, da machen Sie es sich aber sehr einfach! Nach meiner Ansicht hat ein Stadtrat sich selbst­ständig zu informieren, und Informationen versuchten Mitglieder der BI Bessere Mitte Fürth seit dem ersten Investor Sonae Sierra zu geben. Allerdings waren die Reaktionen von Stadträten Desinteresse und in den letzten Wochen sogar Anfeindungen. Selbst als für den letzten offensichtlich eine Abriss­ge­neh­migung gegen jeden geregelten Verwaltungsablauf erteilt wurde, blieben alle verstummt. Es ist eben einfacher den Finger zu heben wo es unser OB verlangt um sich dann wieder in Ruhe in den Sessel fallen lassen zu können.

  5. Alexander Clemens sagt:

    Natürlich kann man das Parkhotel in keiner Weise mit den gesellschaftlich relevanten Stiftungen wie dem Berolzheimer, dem Nathanstift, den Schulen, dem Stadttheater gleichsetzen. Hier wird in meinen Augen aus sehr durchsichtigen Gründen Geschichte umgedeutet. Dies ist abzulehnen.

  6. - Name entfernt - sagt:

    Kommentar entfernt, da nach Angabe des Namensträgers gefälscht und nicht von ihm stammend.

  7. - Name entfernt - sagt:

    Entfernt, da sich auf den vorhergegangenen, gelöschten Kommentar beziehend.

  8. Ich bin der Herausgeber dieses Blogs und möchte alle Teilnehmer der Diskussion auffordern, hier nicht unter falschen Namen Einträge zu plazieren. Der Kommentar #6, der heraus­ge­nom­men wurde, ist nach Aussage des ursprünglich angegebenen Absenders nicht von ihm eingestellt worden, son­dern ein FAKE!

    Der Heraus­geber bittet außerdem, das Niveau der Diskussion im Auge zu haben und Kommentare nicht unter einem Pseudonym, sondern nur unter vollem (und richtigem!) Namen einzustellen. Andern­falls sähen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion stärker zu reglementieren.

    Besten Dank für die Aufmerksamkeit.

  9. Michael Gründel sagt:

    Danke für den hervorragend recherchierten Beitrag! Er führt anschaulich vor, wie die Kritiker der Neuen Mitte mit gut recherchierten Sachargumenten versuchen, einen städtbaulichen Fehler im Entstehungs­pro­zess zu verhindern. Dabei erfahren Sie auf breiter Front Unterstützung von renommierten Fach­leu­ten der Denkmalpflege. Und dabei geht es eben nicht – wie so oft falsch behauptet – um die Ver­hin­de­rung der Neuen Mitte (welch einfallsloser Name, nach meinen Recherchen gibt es bereits mehr als 10 »Neue Mitten« in Deutschland) – sondern um die Aufwertung: Erhalt und Integration des Festsaals als Highlight und Hauptattraktion eines neuen Einkaufsschwerpunktes. Diese kritische Auseinander­set­zung wird konstruktiv auf zumeist hohem Niveau geführt.

    Ein Niveau, von dem einige Befürworter in Ihren zynischen, polemischen und leider auch recht primi­tiven Kommentaren weit entfernt sind. Ein beachtenswertes Zeugnis davon legen zwei Aktivisten von Pro Neue Mitte mit Ihrem infantilen, hämenhaften »Schriftwechsel« bei Facebook ab. Für eine BUNTE und lebendige Kleeblattstatt! Passender Weise hat sich einer sogar als Clown maskiert.

    Oje, mit dieser Äußerung werde ich unsachlich. Stopp! Zurück zur sachlichen Auseinandersetzung! Ich wünsche mir, dass Kritiker und Befürworter respektvoll miteinander umgehen. Diese ist bei einigen Pro Neue Mitte-Aktivisten mit ihrer »ich will shoppen«-Haudrauf-Mentalität leider nicht der Fall. Umso mehr schätze ich Mitbürger, die sich die Zeit nehmen, die Argumente gründlich abwägen, wissen­schaft­lich recherchieren und ihr verfassungmäßig verbrieftes Recht wahrnehmen, auch eine konträre Meinung zu vertreten. Schließlich waren es auch diese Mitbürger, die nach dem Scheitern der Neuen Mitte 1 (die einen gewaltigen Schaden am Stadtbild verursacht hätte) gemein­sam mit Stadt und Investor nach neuen Lösungen gesucht haben. Herausgekommen ist eine Entwurf, der zwar m. E. gewisse Mängel, aufweist, aber allemal besser zu Fürth passt, als die ursprünglichen Planungen. Auch das sollte gewürdigt werden.

  10. André Rupprecht sagt:

    Alleine schon der Name »Neue Mitte« oder »Einkaufsschwerpunkt« sind doch Gigantomanie. Da kommt einfach ein banales, billiges, charakterloses, austauschbares Büro und Geschäftshaus hin, mehr ist das nicht. Das neue Gebäude ist ein 08/15 Gebäude aus der MIB-Schublade. Sowas steht in jeder größeren Stadt. Ein paar Läden unten drin und oben halt Büros. In ein paar Jahren redet kein Mensch mehr davon.

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