Festsaal-Agonie: Wach­ge­küßt, um zu sterben?

30. Juni 2013 | von | Kategorie: Häuserkampf

Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf ist der Festsaal des Fürther Park-Hotels zu alter Pracht erwacht: Die dieser Tage vorgenommene Entfernung der abgehängten Zwischendecke gibt den Blick wieder frei auf die weitgehend erhaltene Deckenkonstruktion des einstigen Repräsentationsbaus. Leider ist die Freude nur von kurzer Dauer, denn das Ziel der Baumaßnahmen ist bekanntermaßen nicht der Erhalt, sondern der baldige Abriß des Denkmals im Zuge der Errichtung eines Einkaufszentrums.

Schon im Januar diesen Jahres war im Artikel »‚Einkaufen im Denkmal ist möglich‘ – Der Erhalt des Park-Hotels als Erfolgsfaktor für die Neue Mitte« ein Foto der unter einer abgehängten Decke den Blicken von unten entzogenen Deckenkonstruktion des Saales zu sehen. Auch die Fürther Nachrichten veröffentlichten im Mai in ihrem Artikel »Denkmalrat macht sich für den Festsaal stark« eine Ansicht der verborgenen Schön­heiten. Betrachter mit Fantasie konnten sich zwar den Raumeindruck vorstellen, der breiten Öffentlichkeit war dies jedoch nicht möglich, zumal ein in den Saal ge­bau­tes Kühl- und Lagerhaus sowie Unmengen von Schutt und Sperrmüll den Eindruck des desolaten Erhaltungszustandes einer »abgewirtschafteten Ruine« verstärkten.

Inzwischen sind mit dem Müll und der abgehängten Zwischendecke zumindest zwei der visuellen Störfaktoren beseitigt. Auch wenn das vor vielen Jahren in den Saal »geklotzte« Kühlhaus (des einstigen Supermarktes im Erdgeschoß) immer noch den unteren Bereich des Saales ausfüllt, so ist doch jetzt der unverstellte Blick auf die Originaldecke wieder frei. Der Eindruck der oberen Saalhälfte ist nicht weniger als atemberaubend, wie die nach­folgende (zur Vergrößerung anklickbare) Fotostrecke beweist:

(alle Fotos: Fritz Walter)

Das letzte Bild reißt den schwärmenden Betrachter leider jäh wieder in die Realität zurück: Die Entkernungsaktion dient ja nicht dem Erhalt des unvergleichlichen (und unersetzlichen) Festsaales, sondern seiner Beseitigung, um der »Neuen Mitte« Platz zu machen. Es ist müßig, die von der der Bürger­ini­tia­tive »Eine bessere Mitte für Fürth« und dem Verein »Wir sind Fürth« auch hier auf dieser Plattform vorgetragenen Argumente erneut durchzukauen. Es sei hier nur ein letztes Mal darauf hingewiesen, daß sich beide Inititativen niemals prinzipiell gegen den Bau des allseits ersehnten Einkaufsschwerpunktes ausgesprochen, sondern im Gegenteil stets dafür plädiert hatten, mit Erhalt, Restaurierung und Integration des Festsaales ein kommerzielles »Leuchtturm-Projekt« zu schaffen, welches nicht nur in der Region, sondern sogar bundesweit kaum seinesgleichen gehabt hätte.

Appelle an die politischen Entscheidungsträger, öffentliche Petitionen und »Brandbriefe« an den Investor haben nichts gefruchtet. Die oberen und obersten Organe des Denkmalschutzes, die allein die jurististischen Mittel in der Hand hätten, den Abriß des erstrangigen Denkmals noch zu stoppen, sind (zu) langsam mahlende Mühlen: Bis München den rettenden Märchenprinz entsendet, um der erwachten Prinzessin die helfende Hand zu reichen, liegt diese wohl längst zerschmettert darnieder. Die ganz unmärchenhafte Moral von der Geschicht‘ lautet dann einmal mehr: »‚Abriß verpflichtet‘ – Vom Krieg verschont, vom Stadt­rat nicht«

 
Nachtrag: Der Autor legt großen Wert auf die Feststellung, daß er als überzeugter Demokrat mehrheitlich gefällte Entscheidungen akzeptiert, auch wenn diese mit seiner eigenen Überzeugung nicht konform gehen. Nur fängt Demokratie schon früher an, nämlich bei der Transparenz der Entscheidungsgrundlagen, also dem Zugang zu den für eine abgewogene Entscheidung wesentlichen Fakten und Informationen. Im Falle des Festsaales will es ihm scheinen, als wäre da immer recht einseitig auf die rasche Be­sei­ti­gung eines angeblichen »Schandflecks« plädiert und gedrängt worden. Wenn der komplette Stadtrat den Saal in seinem jetzigen Freilegungszustand besichtigt hätte, um über seine Zukunft zu be­finden, wäre die Ent­scheidung vermutlich ganz anders ausgefallen…

Wer das ähnlich sieht, hat immer noch die Möglichkeit, die

Online-Petition von Stadtheimatpfleger Dr. Alexander Mayer

zu zeichnen, um ein Zeichen zu setzen.

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43 Kommentare zu »Festsaal-Agonie: Wach­ge­küßt, um zu sterben?«:

  1. GünniS sagt:

    Selbst ein absoluter Laie muss anhand dieser Bilder bekennen, dass es sich hierbei um den größten Kulturschatz handelt den es in Fürth noch zu heben gibt. So gut wie alle anderen Baudenkmäler von Rang und Wert sind doch mittlerweile saniert oder beseitigt. Leider hat sich die Abrisspropaganda aus dem Rathaus aber nachhaltig in den Köpfen festgesetzt, so konnte ich erst diese Woche wieder eine Top 3 der Stammtischmärchen mithören:

    Nr. 3.: also, an dem Saal ist doch wirklich nichts mehr was erhaltenswert wäre

    Nr. 2.: den Saal hat doch kein Mensch mehr gekannt, deshalb störts auch keinen wenn er weg kommt

    und meine persönliche

    Nr.1: man muss auch mal was Altes abreißen um Platz für was Neues zu schaffen

    Das waren allesamt typische Fürther im Alter zwischen fünfzig und sechzig, besonders perfide er­schien mir in dem Zusammenhang dass von den gleichen Leuten zwei Sätze später die Aussage kam, dass man den Geismannsaal aber schon hätte erhalten müssen, weil der ja so schön gewesen wäre. Tja, man schützt halt nur was man kennt und das Problem des Festsaals war eben dass er jahrzehntelang zu gut versteckt war und kaum aufgefallen ist. Eine an qualitätvoller Stadtentwicklung interessierte Lokalpolitk würde diesen Umstand als Chance sehen, in good old Färdd jedoch senkt man verächtlich den Daumen und verspottet auch noch die Erhaltungswilligen. Was soll man da noch groß sagen, das macht einen traurig und betroffen.

  2. GünniS sagt:

    Hier noch eine Zahl zum Nachdenken: die Grundfläche des Saals nimmt grob gemessen ca. 525m² ein. Die gesamte zu bebauende Fläche des Areals liegt bei etwas über 8400m² (exklusive der R-B-Str.). D.h. also im Klartext, dass der Saal gerade mal 6,25%, also ein Sechzehntel der zu bebauenden Grundfläche ausmacht. Soviel also zum Thema man muss Platz für Neues schaffen.

  3. Der Artikel und die Bilder sprechen für sich, lediglich zum »Nachtrag« eine paar Worte:

    Das Grundgesetz der Bundesrepublik wird lediglich von radikalisierten Randgruppen in Frage gestellt. Artikel 17 des Grundgesetzes lautet: »Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volks­ver­tre­tung zu wenden.«

    Man muss nicht in allem einer Meinung sein. Es ist jedoch die Pflicht eines jeden, der auf dem Boden der geltenden »Verfassung der Deutschen« steht, dafür Sorge zu tragen, dass die Meinungsfreiheit (Artikel 5 Grundgesetz) erhalten bleibt, denn: »Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit ist als un­mit­tel­bar­ster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschen­rechte überhaupt. Für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung ist es schlechthin kon­sti­tu­ie­rend« (aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts).

    Oder soll Fürth weder »Denkmalstadt« noch »Stadt der Toleranz« sein, ein düsteres Fürstentum Fürth, weder im Geltungsbereich von Landes- noch von Bundesgesetzen? Eine Stadt, wo Ver­fas­sun­gen mit Füßen getreten werden? Soll das wirklich wahr sein?

    Ich denke, das will niemand von den hier widerstreitenden Lagern. Also bitte selbst denken – und zwar vor dem Reden/Schreiben/Posten oder vor dem gedankenlosen »Gefällt mir«-Klicken.

  4. Christofer Hornstein sagt:

    Bei diesen aufschlussreichen, aber (vermutlich leider zu späten) Fotos wird selbst dem größten Abrissbefürworter klar, dass das Argument, der Saal sei nicht mehr erhaltenswert und es gäbe hier nichts mehr zu erhalten, völlig falsch und vorgeschoben war und ist.

    Der Grund, warum der Saal fallen wird, ist in meinen Augen einzig und allein der fehlende Mut auf Seiten des Investors, der sich völlig abhängig macht vom Urteil der externen Vermietungsstrategen, die dafür sorgen sollen, dass sich die von vielen ersehnten hochwertigen Filialisten aus der Be­klei­dungs­indu­strie in seinem Einkaufsschwerpunkt einmieten. Er hat bedauerlicherweise nicht erkannt, dass auch die meisten Geschäfts-Mieter wenig Vorstellungskraft haben und ihm erst nach der Sa­nie­rung des Saals genau dieses Schmuckstück aus der Hand reißen werden. Großflächiger textiler Ein­zel­han­del benötigt kein seitliches Tageslicht und welcher Raum würde sich besser für edle Textil­waren eignen als der sanierte Hotel-Saal???

    Fehler haben im Laufe des Verfahrens alle gemacht, die späte Focussierung auf den Saal ist einer der Fehler. Es wurde aber auch sehr viel richtig gemacht seit dem Rückzug von Sonae Sierra. Das vergessen einige. Hier ist es wie immer eine Einstellungssache: Für den einen ist das Glas halbleer, für den anderen halbvoll. Aus meiner Sicht, ist das Glas sogar fast ganz voll, wenn man bedenkt, was Fürth gedroht hätte, wäre Sonae Sierra sein Ufo in der Rudolf-Breitscheid-Straße gelandet hätte. Fürth ist hier nochmal glimpflich davon gekommen, wenn auch mit einer äußerst dicken Schramme… zugegeben!

    Genauso wenig wie ich nachvollziehen konnte, dass einige den Saal als nicht erhaltenswert ein­ge­stuft haben, genauso wenig kann ich nachvollziehen, wie einige die neugeplanten Gebäude vom Architekturbüro Weiß & Volkmann als banal, langweilig oder unpassend für Fürth einstufen… v.a. noch bevor die Gebäude realisiert sind. Ganz wichtig wird hier die Detailsorgfalt bei der Werkplanung werden, damit das Ergebnis die Erwartungen, die die Entwurfspläne zumindest bei mir geweckt haben, auch erfüllt.

    Auch wenn der Saal (vielleicht oder leider vermutlich) fallen wird, so hat die »Saalschlacht« auch ihr gutes gehabt, denn in Zukunft könnte den Belangen des Denkmalschutzes auch bei Großprojekten von Investoren von vorneherein eine größere Bedeutung bzw. Aufmerksamkeit zuteil werden. Bei kleinen privaten Projekten wird dem Denkmalbesitzer meist heute schon viel abverlangt und ein Total­abriss eines Denkmals wie der Saal muss für die vielen Besitzer von Häusern in Fürth, die unter Denkmalschutz stehen, mehr als befremdlich sein….

    Vielleicht gelingt es uns, die Gräben zwischen den einzelnen Aktivisten und Entscheidern nach einer gewissen Karenzzeit in der Zeit »nach der Neuen Mitte« wieder zu schließen und gegenseitig zu respektieren und zu akzeptieren, dass alle Seiten im Prozeß hehre Ziele hatten und haben, dass eben nur die Prioritäten anders gesetzt werden. Fürth braucht engagierte Bürger. Das offene Gespräch miteinander hilft, um der ersehnte »Win-Win-Situation« am Ende näher zu kommen….

  5. Danke für die eindrucksvollen Bilder. Jetzt wird allen klar, was hier wirklich verloren geht: Keine Schrott­halde, sondern ein Schatz.

  6. Siegfried Tiefel sagt:

    Kann man den Saal noch besichtigen?

  7. Manu sagt:

    Vielleicht wird angesichts dieser Bilder manchem Abrissbefürworter bewusst, für welche Schandtat er sich ins Zeug gelegt hat oder vor den Karren spannen hat lassen.

    Vielleicht wird angesichts dieser Bilder einigen Fürthern klar, wie sehr sie den bewusst ver­un­glim­pfen­den Kommentaren über den Festsaal (wie »Rudiment« u.ä.), auf den Leim gegangen sind.

    Vielleicht erkennt der OB angesichts dieser Bilder, dass er eine einzigartige Gelegenheit gehabt hätte, dereinst in einem Prachtsaal Eröffnung des Einkaufszentrums feiern zu können.

    Vielleicht beschleicht angesichts dieser Bilder einige Stadträte doch ein mulmiges Gefühl, FÜR den Abriss gestimmt zu haben.

    Vielleicht schämt sich angesichts dieser Bilder die eine Abrissbefürworterin, bei der öffentlichen Be­sich­tigung des Festsaals eine Denkmalschützerin mit »Arschloch« beschimpft zu haben.

    Vielleicht wird das die letzte große Zerstörungsorgie, die ich in meiner Geburtsstadt Fürth miterleben muss.

    Vielleicht sieht man in der Stadt den selbst verliehenen Titel »Denkmalstadt Fürth« in Zukunft nicht nur als billigen Werbeslogan, sondern auch als eine Verpflichtung an.

    Vielleicht geschehen ja noch Zeichen und Wunder.

  8. Petra Ascheneller sagt:

    Die Bilder von dem Saal sind sehr eindrucksvoll. Ich selbst kannte ihn nicht, würde ihn aber gerne sehen, wenn das mal (solange es ihn wahrscheinlich noch geben wird) kann. Was die neue Mitte betrifft, so macht es uns das Ausland vor, dass diese ihre Einkaufszentren auf alt trimmen, da sie nicht über solche Schätze verfügen. Die Stadt Fürth will genau das abreissen, damit so ein Einkaufs­zentrum, wie wir es 100fach in Deutschland vorfinden, entsteht. Ja, glauben die Investoren tatsächlich, dies macht Fürth als Einkaufsstadt attraktiver?? Eieiei, mir fehlen die Worte. Ich könnte mir auch vor­stellen, das Thomas Jung nebst seiner SPD es nächstes Jahr bei der nächsten Wahl schwerer haben könnte, als das letzte mal, wiedergewählt zu werden. Anscheinend wollen einige OB’S sind eigene Denkmäler setzen, man denke nur an den Geismannsaal, den Gänsberg oder die alte Post unter Kurz Scherzer oder das Fischhäusla sowie die (Gott sei Dank nie in Betrieb genommene Müllverbrennunganlage) von Uwe Lichtenberg.

  9. Davio sagt:

    Es ist partout nicht nachzuvollziehen, warum es nicht möglich sein soll einen Abriß-Aufschub zu be­willigen, um eine Neubewertung einer möglichen Integrationslösung dieses prachtvollen Festsaal-Denkmals vorzunehmen. Allen beteiligten Entscheidern war von Anfang an klar, dass dieses Objekt unter Denkmalschutz steht, pardon offensichtlich stand (?) … warum wohl – diese Frage beantwortet sich nun mit der Freigabe dieser fantastischen Bilder von selbst – trotz des sehr stark ramponierten Gesamtzustandes.

    Man Leute – hier habt ihr wirklich prächtige Pfunde in der Hand, wuchert doch damit! Es ist noch nicht zu spät, handelt – jetzt, ja jetzt noch! … erst recht!

    Viele Vor-Kommentatoren hier haben schlüssige Argumentationen abgegeben, den Festsaal aus besagten Gründen des hier offensichtlich sinnvoll angewandten Denkmalschutzes nicht nur zu er­hal­ten, sondern vor allem auch aus rein wirtschaftlichen Erwägungen, diesen in das »bessere-Mitte-Konzept« als möglichen Dreh- und Angelpunkt zu integrieren – die bisher seitens MIB konzeptionierte Kleinteiligkeit des Geschäftsmodells könnte daran ja eigentlich nur gewinnen…

    Bleibt die strikte Verweigerungshaltung der maßgeblich Beteiligten unverändert bestehen, nun trotz dieser offensichtlich »änderungsfähigen« Situation, sich auch diesen neu­er­schlos­se­nen Er­kennt­nis­sen zu verschließen, verspielt tatsächlich – um den Tenor des zuletzt an MIB gerichteten »Bitt-Briefes« aufzugreifen – dann verspielt nicht nur MIB sondern auch unsere so gern titulierte (Denkmal)Stadt Fürth tatsächlich ihren erworbenen, guten Ruf.

    In diesem Zusammenhang stünde der gesamten Sache und ihrer Entwicklung eine etwas diffe­ren­zier­tere und sicher auch im Gesamtton, sachlichere Bewertung gut zu Gesicht. Ich jedenfalls würde es dem laufenden Prozess sehr wünschen. In diesem Sinne – Alles Gute!

  10. Eva H. sagt:

    Alle, die bei diesen Bilder gestaunt haben, bitte ich zutiefst diesen Link zu verbreiten (gerne auch auf facebook. Teilen, teilen, teilen…). Es ist wichtig, dass die Fürther diese Fotos sehen. Viele sind der Meinung: »Ich hab den Saal noch nie gesehen, also ist es doch egal ob er abgerissen wird« und in der Zeitung und seitens der Stadtverwaltung wird immer propagiert, der Saal sei zu verfallen und gar »der häßlichste Ort Fürths« (Zitat OB Jung).

    Und eines ist sicher: Die Stadt wird nicht zulassen, dass man den Saal nochmal besichtigen kann. Keiner soll ihn sehen, sonst würde man merken, welcher Unfug hier betrieben wird. Der Investor soll nun freies Spiel haben. Aber noch steht der Saal und es lohnt sich dafür zu kämpfen!

    Also, bitte diesen Link und die Bilder teilen. Denn nur wer beide Seiten kennt, kann sich wirklich eine eigene Meinung bilden. DAS ist dann Demokratie. Vielen Dank!

  11. Wolfgang März sagt:

    Wenn Fürth eine Denkmalstadt ist, dann muss dieser Saal unbedingt erhalten bleiben. Der Skala Plaza in Mailand zeigt eindrucksvoll, wie Alt und Neu zu einem erlebnisreichen Miteinander verbunden werden kann. Und wenn Fürth schon ein Rathaus mit dem Turm, der dem Palazzo Vecchio in Florenz nachgeahmt ist hat, warum nicht auch ein Stück Mailand nach Fürth holen?

  12. Ecco sagt:

    Ich höre immer »Einkaufszentrum«. Bei diesem riesigen Areal auf beiden Seiten der Straße entstehen gerade mal 15.000 qm Verkaufsfläche! Das ist nur etwas mehr als der Marktkauf hat (12.000). Zum Vergleich: Das City Center hat 26.000 und die Arcaden in Erlangen 30.000 qm. Im Endeffekt entsteht hier ein Bürohaus, das im Erdgeschoß und im Keller ein paar Ladenlokale hat. Das erklärt auch die Optik des »Versicherungsbaus«. Wir sollten also künftig vom Büro- und Geschäftshaus »Neue Mitte« sprechen.

  13. Robert Schönlein sagt:

    Als Bürger von Fürth sage ich „nein“ zum Abriss des Festsaales. Es muss jetzt Schluss sein, Denk­mäler nach und nach in Fürth zu zerstören. Das jüngste Beispiel ist der Abriss des Industriedenkmals »Gärkeller der ehem. Humbser Brauerei« in der Fichtenstraße. Wie viele Denkmalgeschütze Objekte in Fürth sollen noch der Spitzhacke zum Opfer fallen? In Fürth wird sowie der Denkmalschutz seit Jahren mit den Füßen getreten. Den Festsaal kann schön mit in die Planung bzw. Raumkonzept des Einkaufszentrums integrieren.

  14. Die Causa zeigt sehr schön, wie sich bis in die Kommunalpolitik hinein die Prioritäten längst einer im wahrsten Sinne des Wortes rücksichtslosen Form dem Kommerz verschoben haben. Ein Einkaufs­zentrum soll also her. Ich habe jetzt die Argumente der Befürworter nicht gelesen, tippe aber darauf, dass Schlagworte wie »Arbeitsplätze« und »attraktiver Standort« eine wichtige Rolle spielen. Salopp könnte man fragen, ob man bisher in Fürth nicht einkaufen kann. Ein Kommentator meinte, dass es ein Büro- und Geschäftshaus gebe. Fast noch schlimmer, denn wie man an unzähligen Beispielen zeigen könnte, sind Leerstände schon vorprogrammiert – wenn nicht im neuen Gebäude, dann als Wegzug.

    Denkmalschutz ist, wenn sich großmannssüchtige Politiker das erst einmal etwas in den Kopf gesetzt haben, das »Gedöns« der Kommunalpolitik. Privatleute, die ihre Häuser renovieren wollen, werden noch gepiesackt. Für die Politik gilt das nicht; sie verschafft sich Legitimation mit zweifelhaften »Argu­men­ten«. Das Scheitern ihrer hochfliegenden Pläne erleben sie zumeist nicht mehr in Amt und Würden.

    Dass die Denkmalschutzbehörden nichts machen können, erscheint mir aus der Ferne suspekt. Gibt es keine rechtlichen Mittel, die mindestens einen Aufschub erreichen könnten? Was taugt eine solche Behörde dann, wenn sie als zahnloser Tiger von ehrgeizigen Projektlingen derart ausmanövriert wer­den kann?

  15. Hildegard Matulla sagt:

    Dieser Saal ist ein sehr schönes Kleinod u. sollte unbedingt erhalten werden !!!

    Da kann man evtl. einen Festsaal ( was er ja wahr ) für Öffentliche Veranstaltungen , Hochzeiten , Geburtstage usw. od. ein gehobenes Cafè / Restaurant usw. Wir haben in Fürth nicht nur »Penner« , es gibt auch ordentliche bzw. normale Leute , die sich in soch einem schönen Ambiente eine Pause gönnen würden !!! Da müßten sie nicht mehr nach Nürnberg ausweichen !!! Fürth ist so eine schöne Stadt , und was gibt es ? an jeder Ecke eine Döner Bude ein Spiekasino od. eine Pizzeria , wo sind die schönen Geschäfte aus der Vergangenheit ? In Nbg. bemüht man sich das alles wieder aufzubauen u. bei uns wird alles »verrammscht« für Einkaufszentren od.ähnliches . Wo halt der größte Profit ab­fällt ! Wo ist unsere schöne Innenstadt geblieben ? Es lohnt sich wirklich nicht mehr in die Stadt zu gehen, daß unsere Stadtoberen da mitmachen,ist eine Schande !!!

    Na ja , da weiß man wenigstens was man das nächstemal zu wählen hat !!!

    Der Abriss muß gestoppt werden !!!!

  16. Möglicherweise als Reaktion auf die Veröffentlichung der oben gezeigten Fotos, hat MIB heute mit dem Abriß des Festsaales begonnen und schafft damit Fakten. Zur Stunde wird das Glasdach de­moliert und durch Herunterwerfen vollständig zerstört. Die Fotos werden dadurch zu Dokumenten der Zeit­geschich­te. Wer hätte so etwas im Jahre 2013 für möglich gehalten?

  17. S.H. sagt:

    In der Tat schöne Bilder.

    Nur dumm, dass die Damen und Herren Wachküsser selbst erst mit 60 Jahren Verspätung wach werden.

  18. Petze Flynn sagt:

    Wie kommen Sie denn zu so einer Aussage? Solange das Park-Hotel als solches genutzt wurde und in Privatbesitz war, gab es keinerlei Handlungsbedarf, denn das Denkmal wurde zumindest in Ruhe gelassen. Erst mit dem Erwerb durch die Stadt Fürth stand das Schicksal des Saales zur Disposition, und das ist noch gar nicht so lange her. Übrigens sind die von Ihnen so bezeichneten »Wachküsser« identisch mit den »Meuchlern« des Saales, es sind nämlich die von MIB beauftragten Abwracker…

  19. R.Gertrud S. sagt:

    Die Fotos sprechen für sich. Schade, dass niemand von den Verantwortlichen vor den Ent­schei­dun­gen auf den Gedanken gekommen ist, den Saal im Originalzustand in Augenschein zu nehmen. Das ist ein Versäumnis, das durch nichts zu entschuldigen ist. Wo ein Wille ist, gibt es meistens einen Weg – auch hier.

  20. GünniS sagt:

    @ Ralph Stenzel: was hatten sie denn anderes erwartet? Der Bauherr hat nach wie vor eine Abbruch­genehmigung und kann faktisch tun und lassen was er will. Zufall oder nicht, keiner weiß es. Dass aber aufgrund der veröffentlichten Bilder der Prozess noch aufzuhalten sei, wäre naiv zu glauben. Selbst wenn einzelne Entscheidungsträger doch noch nachdenklich werden sollten, wird der Abriss stoisch ausgesessen, sonst müsste man ja einen Fehler zugeben.

  21. Stefan sagt:

    Ja, der Saal ist wirklich schön, aber das war auch schon zum Zeitpunkt der Auswahl von MIB bekannt.
    Für mich stellt sich die Frage, warum man sich für einen Investor entscheidet, der diesen Saal abreis­sen möchte. Denn daraus hat MIB von Anfang an keinen Hehl gemacht und allen am Auswahlprozess beteiligten Organisationen war das bewusst.

  22. @GünniS: Ja, was habe ich erwartet? Vermutlich habe ich in meiner lange zurückliegenden Jugend zu viele Hollywood-Filme gesehen, in denen sich die »Bösen« am Ende doch geläutert und bekehrt ga­ben angesichts der Bemühungen und Enthüllungen der »Guten«. Wie Sie schon selbst in Ihrem Kommentar #1 festgestellt haben, müßte »selbst ein absoluter Laie anhand dieser Bilder bekennen, dass es sich hierbei um den größten Kulturschatz handelt den es in Fürth noch zu heben gibt.«. Aus, vorbei, die Traumwelten des Films mit dem typischen happy ending haben mit der Fürther Realität nichts gemein…

    @Stefan: Richtig, MIB hat den Erhalt des Saales nie in Aussicht gestellt. Allerdings haben sie in ihrer ersten Projektpräsentation (in Wort und Bild festgehalten von der Medien PRAXIS, zu sehen hier und da) allerlei andere Versprechungen gemacht und Planungen propagiert (kleinteilige Struktur zur Straße hin, Ausarbeitung durch unterschiedliche Architekturbüros, Feinkostladen im Untergeschoß, keine große Tiefgarage und, und, und), die den Verlust des Festsaales als hinnehmbar erscheinen ließen. Dummerweise ist von den damals so positiv aufgenommenen Plaungen inzwischen nicht mehr viel übriggeblieben: Fürth zahlt jetzt den Preis für ein schönes Konzept, welches auf dem Weg von der Auswahl bis zu seiner Realisierung erheblich an Glanz verloren hat.

  23. Jahrelang haben Stadt und Investor der Öffentlichkeit die wahre Gestalt des Festsaals im Park-Hotel verheimlicht, ihn schlecht gelogen, dass sich die Balken im Rathausdach bogen, weil vorab mutmaß­lich rechtswidrige Geheim-Verträge geschlossen wurden, die – liest man das jüngste Schreiben von MIB aufmerksam – die Stadt offensichtlich zur Abbruchgenehmigung verpflichtet haben und die Abwä­gun­gen der Bauleitplanung in mutmaßlich unzuläsiger Weise vorwegnahmen.

    Die Denkmalschutz-feindliche Planung wurde per Einzelabbruchgenehmigung an der verfassungs­ge­richtlichen Ohrfeige vorbei manövriert. Und die Regierung von Mittelfranken schweigt sich aus, womit sich im sog. Rechtsstaat ein schwarzes Loch öffnet.

    Kaum sind am Wochenende Fotos vom aktuellen Angesicht des prächtigen Bauwerks ohne Zwischen­decke aufgetaucht, begannen heute Bauarbeiter die Dachkonstruktion des Festsaals zu zerstören, Fakten zu schaffen für den neuesten Akt Fürther Kulturschande und Selbstverstümmelung, obwohl der Park-Hotel-Abbruch selbst vom Investor ursprünglich erst für August angekündigt war, der Fiedler-Abbruch noch in vollem Gange ist.

    Die Zerstörung von Kulturdenkmälern wie diesem ist ein Verstoß gegen den Geist der Bayerischen Verfassung und spottet 40 Jahren Denkmalschutzgesetz, den Leitlinien moderner Bauleitplanung, betriebs- und volkswirtschaftlicher Vernunft, dem neuesten Stand der Architektur und ist ebenso eine Beleidigung für die Adressaten der laufenden Petitionen, nämlich Landtag und Minister, die mit dem barbarischen Akt übergangen werden sollen. Das Vorgehen beweist, dass die Täter in Rathaus und Investment-Gesellschaft vorsätzlich handeln: Sie wissen um was sie die Allgemeinheit berauben wol­len und ihr verwerfliches Tun scheut das Licht. Sie können sich für dieses durchschaubare Handeln meiner tiefsten Verachtung sicher sein.

  24. Engelhardt Rosemarie sagt:

    Sehr traurig dass dieser wunderbare Saal nicht erhalten wird. . ich werde Fürth als Einkaufsstadt meiden.

  25. Oststadtwolfi sagt:

    Denk mal ! Stadt Fürth !

  26. Stefan Kramer sagt:

    Keiner braucht so einen nutzlosen, morschen Festsaal. Ich freue mich schon auf das neue Einkaufs­zentrum in Fürth!!

  27. Eva H. sagt:

    @ Stefan Kramer: Aber genau das ist der Saal eben nicht – morsch. Die Bilder zeigen dies ein­drucks­voll, überdies hat der Landesdenkmalrat noch vor wenigen Wochen den Saal begutachtet und ihn für erhaltenswert (weil er eben noch nicht so morsch ist) eingestuft. Erstmals hat das Bayerische Landes­amt für Denkmalpflege eine Petition, wie die von Stadtheimatpfleger Mayer initiierte, zeitweise auf sei­ne Homepage genommen.

    Eine Schade wie sich seitens der Stadtverwaltung über das Urteil dieser (und anderer) Experten hin­weg­gesetzt wird! Und nun sollen schnell Fakten geschaffen werden *kopfschüttel*

  28. Hansjörg sagt:

    Warum sollte man eigentlich annehmen, dass das neue Einkaufszentrum wesentlich erfolgreicher werden wird, als City Center oder Marktkauf? Etwas anderes als irgendwelche Billig-China-Klamotten-Läden und ein paar Eintags-Shops, wie diese Bubble-Tea Flops kommt doch wahrscheinlich eh nicht rein?! Oder wird es diverse Lifestyle und Luxus-Geschäfte wie Harrods und Co. geben?

    Spätestens wenn dann in ein paar Jahren die nächste, große Immobilie im Stadtzentrum leer steht, hat sich der Abriss vom Park Hotel richtig gelohnt…! Aber bis dahin bin ich hoffentlich wieder weg gezogen.

    Immerhin gibt es hier oben an der Würzburgerstr. bald wieder ein neues McDonalds, das bereichert diese Stadt schonmal unglaublich…

  29. Manu sagt:

    @Stefan Kramer:
    Seit wann ist ein Saal »nutzlos«? Dann könnte man ja auch die Stadthalle abreißen, weil »nutzlos«…
    Und »morsch« ist der Saal ebenfalls nicht; im Gegenteil: Wie man sehen kann, ist er viel besser er­hal­ten, als uns die Stadtspitze seit Monaten weismachen will.

  30. Tobias sagt:

    Ich bin für den Abriss des Parkhotels, aber jetzt, wo man erstmals den Festsaal im Ganzen sieht, bin ich schon ein bisschen entsetzt. Vllt hätte der Festsaal vor der Ausschreibung bereits freigelegt wer­den sollen.

    Naja, jetzt ist das Projekt unterwegs. Ein Abbruch der Bauarbeiten wäre dramatisch…

    Ein wenig an der Nase herum geführt komme ich mir trotzdem schon vor…

  31. Frederik1 sagt:

    Die Stadt hat sich nach langem Prozedere für den Berliner Investor MIB entschieden. Das Konzept des nach Selbstauskunft doch so denkmalfreundlichen Investors offenbart jedoch einen eklatanten Man­gel: Für das neue Einkaufcenter soll das ehemalige Parkhotel und der darin noch vollständig er­hal­te­ne historische Festsaal, der unter Denkmalschutz steht, abgebrochen werden. Als Gegen­leistung werden zumindest Fassadenelemente an der Breitscheidstraße erhalten.

    Die Stadt Fürth hat hierzu nach langer Diskussion die Genehmigung zum Abbruch des Festsaals er­teilt. Diese wurde Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als rechtswidrig einstuft!

    Mit der Genehmigung zum Abriss stellt sich die Stadt gegen die Forderungen zum Erhalt des Festsaals

    – des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
    – des Bayerischen Landesdenkmalrats
    – des Denkmalnetzes Bayern
    – des Internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS und
    – vieler engagierte Bürger (darunter auch zahlreiche Stadtheimatpfleger aus anderen Kommunen)

    Darüber hinaus kommt die Stadt als Untere Denkmalschutzbehörde ihrer Verpflichtung zum Erhalt von Denkmälern nicht nach.

    Fürth beugt sich dem Druck eines Investors, gibt die planerische Hoheit in von kommerziellen Interes­sen geleitete Hände und macht sich als selbst ernannte „Denkmalstadt“ völlig unglaubwürdig! Die Stadt gibt mir ihrem Handeln den Besitzern von Denkmal geschützter Gebäude ein sehr zweifel­haf­tes Vorbild und stellt sich selber ein Armutszeugnis aus.

    Das Vorgehen der Stadt Fürth, vor allem die Abkoppelung der Abrissgenehmigung vom Baubau­ungs­plan, scheint mir rechtlich doch recht fragwürdig, zumal dies die Klagemöglichkeiten von Bürgern mas­siv einschränkt. Das nenne ich zutiefst undemokratisch!

    Durch die Renovierung und Integration des Ballsaals und historischer Fassadenelemente des Park­hotels könnte man in Fürth etwas Einmaliges schaffen – die Symbiose aus Alt und Neu. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal für die sogenannte »Neue Mitte«. Diese Idee wurde auch stets von den Kriti­kern des Projektes angeführt.

    Es ging nie um die Verhinderung eines neuen Einkaufsschwerpunktes. Im Gegenteil: Die Not­wen­dig­keit der Schaffung neuer Einkaufmöglichkeiten wurde immer gesehen und die Planungen konstruktiv begeleitet.

    Dies kann man von den Befürwortern der Neuen Mitte nicht behaupten. Zu jeder Gelegenheit wurde auf die Mahner verbal eingedroschen, diffamiert und die immer gleiche Phrase wiederholt: »Ich möch­te endlich in Fürth einkaufen gehen». »Für ein buntes, lebendiges Fürth». Eine kritisch-konstruktive Einstellung mag ich hier einfach nicht erkennen.

    Wo haben denn diese selbst ernannten Innenstadt-Retter bislang eingekauft? Haben sie den inner­städtischen Handel unterstützt? Kauften sie bei den zahlreichen inhabergeführten Geschäften (in teils schön restaurierten Gebäuden) Oder doch lieber in Nürnberg und Erlangen? Oder bei Amazon?

    Liebe Pro-Neue-Mitte-Befürworter: Schlagen sie doch lieber bei Fielmann zu (weil so schön billig) statt bei Unbehauen oder Schauhaus einkaufen? Sind es nicht auch diejenigen, die lieber Saturn-Fern­se­her statt Schnatzky-Ware ins Wohnzimmer stellen? Kaufen Sie ihren Käse bei Langer oder doch lieber bei Albrecht Feinkost (ALDI)?

    Seien Sie, verehrte Befürworter der Neuen Mitte, doch ehrlich. Es geht ihnen nicht um Fürth und um das Stadtbild. Sie wollen doch nur einfach, bequem und vor allem günstig einkaufen. Und darin unter­schei­den Sie sich von den engagierten Bürgern, die ein besseres Angebot für Fürth fordern!

    Ich wünsche mir für Fürth ein Einkaufzentrum, dass aus dem alt bekannten Einerlei heraussticht. Ein­kaufmöglichkeiten, die eben nicht nur ein abgespecktes Abbild unserer Nachbarkommunen dar­stel­len, sondern ein qualitätvolles Angebot bieten.

    Der Festsaal hätte das Potential als Anziehungspunkt zu wirken. Nur wollen weder die Stadt, der Inve­stor noch die Shopping-wütige PNM dies haben. Fürth wird das bekommen, was es verdient: einen Einheitsbrei aus bekannten Filialisten gepaart mit einer Gebrauchsarchitektur, die nahezu jede deut­sche Großstadt zu genüge besitzt. In anderen Städten rekonstruiert man die vom Krieg arg ge­beu­tel­ten bzw. vernichteten Innenstädte (vgl. Dresdner Neumarkt/Stadtschloss Berlin). Die Fürther reißen das gut erhaltene Original lieber ab. (Seit 1945 sind über 300 historische Gebäude vernichtet worden).

    Zum Schluss noch eine Erinnerung für alle Befürworter: Das gleiche Spektakel hatten wir schon ein­mal in Fürth. Heute steht das City-Center leer. Das gleiche Schauspiel erlebt zurzeit Nürnberg – das Maximum-Center, das gewisse Parallelen zur Neuen Mitte aufweist (Geschäftshaus), steht seit Jahren nahezu leer. Der Abriss des Maximum wir erwogen.

    Wann endlich werden die Verantwortlichen endlich wach? Wenn endlich keimt auch in Fürth die Er­kennt­nis, dass Geschichte und Fortschritt nicht im Gegensatz stehen, sondern sich fruchtbar er­gän­zen können? Und wann endlich erlangen die Befürwortern endlich die Erkenntnis, dass es allemal besser ist, lokalpatriotisch sein Geld in Fürth zu investieren, statt Filialisten zu unterstützen?

  32. […] womit sie allerdings auf Malta mindestens so sorglos um­zu­ge­hen scheinen wie bei uns in Fürth. Aber die von den Großmeistern des Malteser­ordens zur eindrucksvollen Festung ausgebaute […]

  33. Christian sagt:

    Bei den Bildern wurde aber auch noch ein schoener Filter druebergelegt… Damit ein bisschen besser aussieht, gell? Aendert aber nix dran, dass der Saal schrottreif ist…

  34. Scherz-Artikel gefunden, Artikel 141 (2) der Verfassung des Freistaates Bayern:

    »Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts haben die Aufgabe, die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie die Landschaft zu schützen und zu pflegen, herab­gewürdigte Denkmäler der Kunst und der Geschichte möglichst ihrer früheren Bestimmung wieder zuzuführen…«

  35. FürtherUrgestein sagt:

    Unglaublich asozial, was sich das Fürther Rathaus da leistet!

  36. Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat als Oberste Denk­mal­schutzbehörde die Erlaubnis zum Abriß des Festsaales als rechtswidrig eingestuft. Nachzulesen im neuen Rundbrief Nr. 79 von Stadtheimatpfleger Dr. Alexander Mayer.

  37. […] 30. Juni tauchen im Internet neue Fotos vom Festsaal auf. Diese zeigen ihn erstmals seit Jahren ohne Zwischendecke und mit freiem Blick auf […]

  38. […] der Tucher Brauerei einfach platt gemacht wurden. Derzeit kämpft das Parkhotel in Fürth bzw. dessen Festsaal um den Erhalt, das Straßenbahndepot in Muggenhof steht vor dem Abriss, der Deutsche Hof ist […]

  39. […] des ehem. Parkhotels daheim erinnert fühlten, einen noch viel größeren baulichen Schatz, den nach langem Dornröschenschlaf leichthin dem Kommerz geopfert zu haben ich unserem *piep* Ober­bürgermeister und seinem und seinem *pieeeeeeeeeep* Stadtbaurat bis an mein eigenes Ende nimmermehr verzeihen […]

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