Erstaunliche (?) Ergebnisse des Architekturwettbewer­bes zur Neuen Mitte Fürth

21. September 2012 | von | Kategorie: Häuserkampf

Geht es endlich aufwärts mit der R-B-S? (Foto: Ralph Stenzel)

Nun liegen Sie also vor, die Ergeb­nisse des mit hohen Erwartungen aus­gelobten Architektur­wett­bewer­bes »Neue Mitte«. Sieht man sich die Arbeiten genauer an, so fällt auch dem Laien sofort auf, daß kein Entwurf auch nur ansatz­weise einem der anderen ähnelt. Mit einer Ausnahme werden da völlig unter­schiedliche neue Konzepte vorgetragen zu einer doch eigentlich klar und relativ eng beschriebe­nen Entwurfsaufgabe: Die Weiterentwicklung des Masterplans des Londoner Büros Dunett/Craven. Man mag diese Unterschiedlichkeit der Entwurfsansätze für spannend halten und als positiv bewerten, wenn man an einer intensiven Architekturdiskussion interessiert ist.

Aber nur dann.

Wenn man hingegen gehofft hatte, über einen Wettbewerb feine Ausdifferenzierungen des als Grundlage dienenden Masterplans von Dunett/Craven zu erhalten, dann kann man das Gesamtergebnis des Wettbewerbs nur mit großer Enttäuschung zur Kenntnis nehmen: Einzig das Büro Weis & Volkmann hat den Masterplan nicht völlig frei interpretiert (oder gar einfach ignoriert) und Cravens Grundgedanken, sich eng an »der Sprache der Stadt« zu orientieren, nachvollziehbar aufgenommen. Von den übrigen vier Arbeiten setzen sich drei entweder über die Materialität (Stahl/Glas bei Niederwöhrmeier + Kief), eine wilde und ziemlich beliebige Formen­sprache (bei Gewers & Pudewill) oder über eine völlig neu eingebrachte Entwurfsidee (»Urbane Renaissance« bei Dürschinger) vom Masterplan deutlich ab. Die Arbeit des Büros Behet Bondzio Lin läßt sich wohl nur als Arbeits­verweigerung interpretieren und nicht als ernsthaften Wettbewerbsbeitrag. Man muß leider klar konsta­tieren: Die eigentliche Chance eines Wettbewerbs wurde vertan!

Wie konnte es dazu kommen?

Sicherlich wäre es zu einfach, die Schuld den Architekten zuzuschieben. Der Kardinalfehler lag eher in einer übereilt getroffenen Auswahl der teilnehmenden Büros: Wenn ein renommiertes Büro mit einer deutlich von Dunett/Craven abweichenden Architektursprache zu einem Wettbewerb eingeladen wird, dann muß es doch davon ausgehen, daß es ja gerade wegen seiner in den bisherigen Arbeiten erkennbaren Haltung ausgesucht worden ist, und daß diese eigene Auffassung für die Wettbe­werbsaufgabe auch explizit gewünscht ist! Die entsprechende Architektursprache und Haltung wird sich dann auch zwangsläufig in der eingereichten Wett­bewerbsarbeit ausdrücken. Von jenem Büro dann zu erwarten, den »Masterplan vom Büro Dunett/Craven als Grundlage des Wettbewerbs« weiterzuentwickeln, ist vorhersehbar zum Scheitern verurteilt: Beim Thailänder oder Italiener darf man ja auch keine fränkischen Bratwürste auf der Speisekarte erwarten! Jedenfalls keine richtigen…

Will man dagegen den Masterplan von Dunett/Craven, dessen Grundhaltung von einer großen Mehrheit der Stadt­gesellschaft getragen wurde, weiterentwickeln und via Architekturwettbewerb näher ausdifferenzieren, so muß man sich die sich später immer lohnende Mühe machen, sorgfältig und in ausreichender Zahl solche Büros als Teilnehmer auszuwählen, die in ihren bisherigen Arbeiten eine ähnliche Grundhaltung zeigen, wie sie im Master­plan zu erkennen war.

Man kann also nicht wirklich überrascht sein ob der mageren Ausbeute des Wettbewerbs. Noch ist freilich nichts verloren, noch kann der Investor das Projekt »auf die Überholspur« zurückbringen, auf der wir alle die Entwicklung des Einkaufsschwerpunktes in Fürth gerne wieder sehen würden. Die von der Jury geforderte Nachbesserung ist schon mal der erste Schritt auf dem richtigen Weg dorthin.

Fürth darf also weiter hoffen und wir alle gespannt sein…

 
Anmerkung: Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels lag die Genehmigung von MIB zur Ver­öffentlichung von Bildern der besprochenen Entwürfe nicht vor, weshalb ich auf diesen und jenen FN-Artikel verweise, in denen die genannten Entwürfe zu sehen sind…

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35 Kommentare zu »Erstaunliche (?) Ergebnisse des Architekturwettbewer­bes zur Neuen Mitte Fürth«:

  1. Bloß kein Glas und Stahl? Geschmacksache. Ich bin zugegebenermaßen Architekturlaie, finde aber ein zwanghaftes Festhalten an Schrägdächern und Sandsteinfassaden nicht unbedingt zeitgemäß. Heutzutage baut man eben gern mit Stahl und Glas und das ist nicht unbedingt hässlich. Es passt einerseits in unsere Zeit, die vom Willen zur Transparenz und Schlichtheit geprägt ist und in der am besten »alles glänzt, so schön neu«. Außerdem sind doch besonders der Glanz und die Reflexionen im Glas ein sehr faszinierender Anblick für den Menschen, seit jeher.

    Glas/Stahl im Dialog mit historischer Bausubstanz sieht in vielen Städten sehr reizvoll aus, zuletzt gesehen habe ich es in Bukarest, wo eine Bank neben ihrem Jahrhunderte alten, mit Ornamenten verzierten Prachtbau einen neuen Büroturm errichtet hat. Dort fotografieren das die Touristen.

    Wenn man sich jetzt in Fürth wieder an frühere Epochen anbiedern will, sich aber natürlich nicht richtig traut – die eigene Handschrift sollte ja schon lesbar sein -, kommt am Ende vielleicht wieder ein Gebäude wie das CityCenter oder das ehemalige Quellekaufhaus heraus, mit Pseudo-Schrägdach, voller 45-Grad-Winkel und mit steinerner Fassade, eben ein Klotz, der nicht glänzt und auch sonst nichts Interessantes fürs Auge zu bieten hat.

    Den Dunnett/Craven-Entwurf fand ich gut, was den sorgsamen und zugleich kreativen Umgang mit Denkmalschutz auf der anderen Straßenseite anging. Bei den Ideen zum Parkhotel-Gelände war ich schon damals eher skeptisch.

    Daher finde ich es gut, dass jetzt nochmal über Alternativen nachgedacht wird, die hier etwas völlig anderes vorsehen. Und dass die Büros die Vorgaben nicht allzu ernst genommen haben.

  2. Petze Flynn sagt:

    Ich glaube, dass der Wettbewerb doch sowieso nur eine Spiegelfechterei war. Man lade ein: den vom Investor ohnehin favorisierten Architekten, ein bis zwei Lokalgrößen (der Optik halber) und einen Aus­wärtigen von internationalem Renommee (auch der Optik halber). Gewinnen tut – was Wunder – der Haus- und Hofarchitekt des Auslobers! Ein bisschen Lob und ein paar Trostpreise für die von vorne­herein chancenlosen Kon­kurrenten wahren den schönen Schein und alle sind zufrieden. Verarscht wird nur der Bürger, der da denkt, es ginge schon alles mit rechten Dingen zu…

  3. Martin Peetz sagt:

    Hier die Stellungnahme der Bürgerinitiative »Eine bessere Mitte für Fürth« zu den bisherigen Ergeb­nissen des Architekten-Wettbewerbs zur »Neuen Mitte«:

    Die BI hat nach der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse zum Architekten-Wettbewerb über die Resultate am 19. September ausführlich diskutiert.

    Dabei lohnt es sich, die Entwicklung bis zum jetzigen Wettbewerbsergebnis und die Haltung der BI dazu noch einmal revue passieren zu lassen. Von Anfang an hat sich die BI sowohl bei der Investoren­auswahl als auch bei städtebaulichen Fragestellungen für wettbewerbliche Verfahren ausgespro­chen. Der in einem solchen Verfahren gefundene Investor MIB überzeugte mit einem vom Londoner Architekturbüro Dunett/Craven ausgearbeiteten Konzept, das von einer großen Mehrheit in der Stadt­gesellschaft angenommen wurde.

    Die positive Resonanz auf das Konzept, das bereits eine eindeutige Haltung zur Stadtgestaltung erkennen ließ, hat den Investor dazu bewogen, statt im vorgesehenen klassischen Architektenwett­bewerb ein innovatives Workshop-Verfahren unter Leitung des Masterplaners Craven zu veranstalten. Im Stadtrat gab es dafür eine knappe Mehrheit. Aus öffentlich nie klar kommunizierten Gründen hat sich MIB dann doch für einen klassischen beschränkten Architekturwettbewerb entschieden. Die BI positionierte sich weder gegen ein Workshop-Verfahren, noch gegen einen klassischen Wettbewerb. In der Stellungnahme vom 27. Oktober 2011 regte die BI allerdings an, dass im Falle des beschränk­ten Wettbewerbs die Beachtung folgender Punkte hilfreich wäre:

    1. Der Investor, die Stadtverwaltung und ein von der Stadt Fürth bestimmter Projektbeirat erarbeiten eine Auslobung, die sich streng am Grundkonzept des Architekten James Craven orientiert und zusätzlich die Möglichkeit lässt, auch den unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Festsaal des Parkhotels in einen Entwurf mit zu integrieren.

    2. Wettbewerb als beschränkter Wettbewerb mit mindestens 8 Teilnehmern, die positive Referenzen in der Realisierung von Neubauten in historischen Innenstädten haben. Die BI hat der Stadt Fürth und dem Investor einige Vorschläge zu entsprechenden Büros gemacht.

    3. James Craven als Vorsitz einer Jury, deren Fachpreisrichter ebenfalls positive Referenzen aufweisen sollten.

    4. Eventuell könnte eine Zwischenpräsentation hilfreich sein.

    Teilweise wurden diese Anregungen vom Investor aufgenommen, teilweise nicht.

    Die BI ist nun mit dem Ergebnis des Architekturwettbewerbs konfrontiert und stellt einhellig fest, dass die bisherigen Resultate des Wettbewerbs den Masterplan des Architekturbüros nicht befriedigend verbessern und ausdifferenzieren konnten. Keiner der Entwürfe kann wirklich überzeugen, wobei innerhalb der BI eine eindeutige Tendenz in Richtung des ersten Preises zu erkennen ist.

    Die BI möchte vor einer abschließenden Bewertung des gesamten Prozesses die von der Jury ange­regten Nachbearbeitung der Entwürfe abwarten, wünscht sich aber, dass die weitere Entwicklung der »Neuen Mitte Fürth« auf die Erfolgsstraße zurückfindet.

    Die BI würde es außerdem sehr schätzen, wenn der Investor MIB viel Mut beweisen würde und den historischen Festsaal des ehemaligen Parkhotels in das Gesamtkonzept nun doch integrieren würde. Der zur hochwertigen Geschäftsimmobilie umgebaute Festsaal wäre das absolute Highlight des Ein­kaufsschwerpunktes!

  4. Da die Verlinkung unter dem Vorgängerartikel offenbar nicht von allen LeserInnen gesehen wurde, verweisen wir hier erneut und explizit auf den »Rundbrief des Stadtheimatpflegers Nr. 73«, zu finden auch auf der Homepage von Dr. Alexander Mayer.

  5. Oststadtwolfi sagt:

    Architektonisch sind wir in der Stadt tatsächlich noch »unaufsteigbar«.

    Ein kleiner Turm würde dem Stadtbild garantiert nicht schaden, und etwas Mut schadet auch den relevanten »Entscheidern« und Planern nicht.

    Was sagten denn die Bürger dortmals zum Neubau des Rathauses? Ganz sicher waren diese der Meinung, daß dies nicht Fürther Stil sei und auch nicht ins Umfeld passe.

  6. @Oststadtwolfi: Der Vergleich hinkt aber ganz gewaltig! Ein repräsentatives Rathaus als Symbol einer selbstbewußten Bürgerschaft ist was völlig anderes als ein Kommerztempel in Privatbesitz, der noch dazu flächendeckend mit Markenwerbung zugekleistert werden wird.

  7. Oststadtwolfi sagt:

    …gute Architektur stellt keine Fragen nach dem Investor. Des weiteren ist es ja in jeder Einkaufsmeile legitim, Werbung für das entsprechende Unternehmen zu betreiben ( da war wohl am City-Center zu wenig Werbung dran um erfolgreich zu sein ??? )

    Die selbstbewußte Bürgerschaft der Stadt Fürth möchte doch nicht zum Einkauf nach Nürnberg reisen sondern in der Stadtmitte einen Kommerztempel…. was ist denn gegen einen solchen »Tempel« ein­zuwenden ? Höre ich da Vorurteile trapsen?

  8. Vorurteile kultiviere ich nur gegen die Überdosierung von Satzzeichen und die Unsitte des Plenkens.

    Natürlich ist es legitim, an Geschäftsgebäuden Werbung für den Inhalt zu betreiben. Eben des­halb haben derlei Immobilien in historischen Innenstadtlagen den genius loci zu akzeptieren und sich in die Gegebenheiten einzufügen.

    In Sachen Sinnhaftigkeit von Einkaufstempeln bin ich indes der falsche Diskussionspartner, der ich dem Konsumwahn ohnehin sehr skeptisch gegenüberstehe und aus allerlei grundsätzlichen Erwä­gungen meine vorhandenen Habseligkeiten lieber gut behandle als sie ständig durch neue zu er­setzen. Von daher könnte ich persönlich mit einer Innenstadt leben, in der man in kleinen, inhaber­geführten Läden in fußläufiger Nähe seinen täglichen Bedarf decken kann, während man die großen Filialisten und Kettenläden (wenn’s denn mal sein muß) in den nahen Nachbarstädten sucht und findet.

    Keine Frage, daß ich mit dieser sozialromantischen Haltung weitgehend isoliert dastehe, aber die Fra­ge muß schon erlaubt sein, warum es in jeder Stadt alles geben muß, was es in den Orten neben­an auch schon im Übermaß gibt. Was immer Fürth auch den smarten Schlipsen mit den Aktenkoffern an städtebaulichen Opfern bringt, es wird immer ein paar Nummern kleiner ausfallen als das, was es in Erlangen oder Nürnberg gibt. Aber ist das so schlimm? Wohl nur für jene, die Lebensqualität in erster Linie mit Einkaufsmöglichkeiten gleichsetzen. Mit denen mag ich aber – aus Erfahrung klug ge­worden – auch nicht mehr über Sinnfragen diskutieren…

    Dies ist nota bene meine persönliche Meinung, die ich auch in meinem privaten Blog vertrete. Als Herausgeber der »Fürther Freiheit« begrüße ich die hier zum Ausdruck kommende Meinungsvielfalt ebenso, wie ich als Mitglied der der Bürgerinitiative »Eine bessere Mitte für Fürth« für ein in jeder Hin­sicht stadtverträgliches Einkaufszentrum plädiere.

  9. Herbert Klaus sagt:

    Hier bietet sich die einmalige Chance, die Innenstadt weiter zu verunzieren. Vorausschicken will ich einen früheren Werbeslogan der Betonindustrie »es kommt drauf an, was man draus macht«. Bedauerlich, dass man das hier nicht versteht.

    Diesen Verunzierungsreigen eröffnete seinerzeit das sog. Sozialrathaus. Schließlich folgte die Blech­büchse die sich dann techn. Rathaus genannt hat, an Häßlichkeit kaum zu überbieten. Ebenso wie das Lebenshilfegebäude – ebenfalls mit Blechfassade. Beide streiten sich um den Titel »hässlich­stes Gebäude in Fürth«. Glücklicher Weise sind die mit diesem »Anblicken« gepeinigten Straßen schön schmal, so dass diese architektonischen Abtritte nicht ganz so krass auffallen. Anders wird das natürlich bei freiem Blick auf die »neue Mitte«. da bietet sich – wie es scheint – ein entsetzlich freier Blick von der Freiheit auf das ehem. Parkhotel. Da wird dann die gezeigte grauenhafte Bebauerei zum Alptraum. Im Übrigen erzeugt allein schon die Bezeichnung »neue Mitte« eine Gänsehaut. Der geneigte Leser sollte sich mit den ebenso häßlichen wie gleichförmigen »neue Mitte«-Anlagen z. B. in Passau oder in Ansbach, oder auch andernorts auseinandersetzen. Da spielt es keine Rolle, ob Du in Passau oder in Ansbach bist. Das »Ambiente« und das Angebot ist identisch. So wie bei Lidl oder Aldi. Da findest Du Dich in Hamburg genauso wie in Garmisch auf Anhieb zurecht. Einzig Straubing macht da eine, ja rühmliche Ausnahme. Wen wunderts, da wurde von Architekten geplant und gebaut, die auch ihre Wurzeln in dieser Stadt hatten bzw. haben.

    Seit 2002 gibt es eine wachsende »Fürther Großmannssucht«, die weniger mit Selbstbewusstsein als mit Hochmut und Arroganz zu tun hat (Dummheit und Stolz ist aus gleichem Holz). Ehrgeiz, für sich allein betrachtet, ist ja nichts verwerfliches. Aber die Kirche sollte im Dorf bleiben. Mit der »Wiederbe­lebung« des Citycenters zeigt sich ja auch die Kompetenz der hier Handelnden. Erst wurden die Läden rausgejagt – ohne sinnhaftes Konzept – jetzt ziehen Läden wieder hinein?? Vermutlich mit Säcken voller Licht. Schilda lässt grüßen.

    Eigentlich Schade um Fürth, eine auf den zweiten Blick schon immer liebenswerte Stadt, die in den letzten zehn Jahren viel verloren hat.

  10. Zum Thema Lebenshilfe-Gebäude möchte ich auf diese Diskussion verweisen und die dort (recht weit unten) zu sehenden Fotos mit einer alternativen, Fürth-spezifischen Farbgebung, die manches herausgerissen hätte…

  11. Herbert Klaus sagt:

    Danke für den Link. Da wird die extreme Häßlicheit wieder schaudernd in Erinnerung gerufen. Hoffent­lich hält Fürth bis zur Kommunalwahl durch.

  12. Manu sagt:

    Das muss man sich einmal vorstellen:
    Da gibt es einen Architektenwettbewerb/-workshop, aus dem als Sieger der Entwurf hervorgeht, der (und das ist ein offenens Geheimnis) als das geringste Übel angesehen wird. Die Prämierung ist mit der Aufforderung zur Nachbesserung verbunden. Die Siegprämie wird natürlich trotzdem eingestri­chen. Und dann legt dieses Architekturbüro einen »verbesserten« Entwurf vor, mit dem sich der Investor nicht einmal mehr in die Öffentlichkeit gehen traut.

    Ist das Unwillen oder Unfähigkeit dieser Architekten? Bekommen die dafür Geld?

    Und was hat MIB damals überhaupt dazu bewogen, solche Architekturbüros, die entweder nicht wollen oder nicht können, zu ihrem Workshop einzuladen?

    Arme Stadt. Die letzte Hoffnung ist jetzt noch James Craven, der damals einen allseits gelobten Masterplan vorgelegt hat, und mit dem jetzt weiter »getüftelt« wird.

    Und arme Bevölkerung, die, wenn es nach Baureferent Krauße ginge, wieder einmal von allen Plänen ausgeschlossen werden soll. Immer schön hinter verschlossenen Türen gegen die Bedürfnisse der Bevölkerung planen und dann schnellstmöglich »Nägel mit Köpfen« machen, damit man sich mit der heimatverbundenen und identitätsverlangenden, vulgo quengelnden Bevölkerung nicht mehr ausein­ander setzen braucht…

  13. Elisabeth Heyn sagt:

    Wir müssen uns wehren. Die Fürther haben eine eigensinnige Tendenz, ihr Stadtbild zu ruiniern. Das ging am Gänsemarkt vor etlichen Jahren so, das war bei dem Gebäude der Lebenshilfe und beim Neubau des technischen Rathauses so, und auch im Südstadtpark gibt es ein prima Beispiel für städtebauliches Desaster: Warum wurde eine wunderschöne Häuserfront mit Rundbogenfenstern (zum Südstadtpark hin) mit äußerst häßlicher Balkonfassade ummauert? Warum wird dieser Rasen »Park« genannt? Und nun der nächste »Coup«:

    Warum muß nun der doch eigentlich sehr ansehnliche und der Stadt ein gewisses Bild gebende Bau des Parkhotels einem tristen Koloß weichen? Nur weil die Behörden keinen Denkmalschutz festge­stellt haben? So, Ihr lieben Fürther Stadtväter, holt ihr keine Einkäufer nach Fürth, die gehen lieber ins hübsch renovierte Nürnberg, da sehen sie keine Plastikfassaden. Und bei der nächsten Wahl be­kommt Ihr, wenn Ihr diesen Entwurf durchgehen laßt, keine Stimme uns, denn auch vielen anderen wird es ähnlich gehen und sie werden Euch abstrafen.

    Es braucht in Fürth kein neues, teueres, gesichtsloses Einkaufszentrum, sondern die vorhandenen Ressourcen müssen besser genutzt werden. Und wenn schon neu gestalten, dann wenigtens – so wie in anderen Städten auch möglich – zumindest die Fassaden erhalten!!! Noch habt Ihr die Chance.

  14. Herbert Klaus sagt:

    Der Bahnhofserbauer des Ludwigsbahnhofs würde sich im Grabe herumdrehen, wenn dieses pott­häßliche Glas-konstrukt in irgendeiner Form an den Bahnhof erinnern würde. Nun ist das vorgestellte Bild von dem Gebäude für sich allein betrachtet stinklangweilig, dass es keine Steigerung mehr geben kann. Mit dem Glashut obendrauf wird es auch noch gnadenlos häßlich. Nun ja, es soll was hingebaut werden, weil es nun Zeit wird. Klar dass dann das Konstrukt dem OB gefällt. Und damit auch den nachgeordneten Ja-Sagern.

    Pflanzt gleich Efeu und wilden Wein an die Fassaden. Solange die diese noch wachsen, nehmt Knöderich, der wächst gnädig schnell.

  15. Medien PRAXIS e.V. hat eine Reihe von Statements und Interviews von den an der Diskussion beteilig­ten Par­teien sowie die Projektvorstellungen des Investors MIB ins Netz gestellt, so daß sich interes­sier­te BürgerInnen ihre eigene Meinung bilden können.

  16. Gerd`l sagt:

    Hallo,

    gestern zeigte plusminus (ARD) eine Doku über ein ece-Einkaufscenter in Wetzlar.

    Durch die Center bluten die Innestädte gnadenlos aus, auch wenn Wetzlars OB das nicht glauben will. Hochinteressant, könnte (od. kann) uns mit MIB evtl. auch so ergehen.

    Schaut euch mal das Video an.
    G.

  17. Herbert Klaus sagt:

    Diese »neuen Mitten« sind überall gleich. Sie sind beliebig austauschbar. Siehe Ansbach, Passau etc. Was von den Innenstädten bleibt sind ein paar Dönerbuden (oder Fenster) und 1 € Shops. Wie eigent­lich jetzt schon in Fürth.Aber das Verhäßlichen nimmt kein Ende. Das (entstehende) Parkhaus in der Nbg. Str. (P & P) greift gnadenlos in den Häßlichkeitswettbewerb mit ein. Hausmeister Krauße meint, dagegen könne man als Gemeinde kaum etwas unternehmen (siehe Saturn, da a das sehr gutgeklappt.). Wie heißt doch gleich die Krankheit, die das Kurzzeitgedächtnis in Bedrängnis bringt? Möglicher Weise verursachen die »Wohltaten« von P&P und Co. – für wen auch immer – auch ein bisschen Kurzzeitgedächtnisverlust. Wer in Fürth baut kann sich alles erlauben (siehe Scherbsgra­ben). Eine »Bananen-gmah« eben. Befreit uns von diesen Dilettanten.

  18. Klaus Meier sagt:

    Eigentlich braucht Fürth keine neue Mitte und schon garkeinen weiteren öden Shoppingtempel. Muss es denn in einem Stadtzentrum immer nur ums Shoppen gehen? – Um immer die gleichen Ketten – Markenläden, die so langweilig sind, daß es kaum zu ertragen ist. Eigentlich sind mittlerweile fast alle Innenstädte gleich öde – überall die gleichen Geschäfte überall der gleiche Ramsch – wozu also noch in die Stadt gehen – das bekommt man doch auch alles im Internet. Das ist auch der Grund warum die Innenstädte immer mehr aussterben.

    Es hat sich ausgeshoppt – nur der Fürther Stadtrat hat das nicht kapiert und hinkt dem Zeitgeist hin­ter­her – haut nochmal eine bratzige Bausünde in die Gegend, die nach 10 Jahren genauso brach und langweilig dasteht wie das City Center, der Markkauf usw… Haben diese Stadträte denn nichts dazu gelernt? Schade um die schöne Stadt – schade um die vertane Chance. Fürth braucht keine Archi­tek­tur­pläne sondern Ideen.

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