Die Katzen von Venedig

23. Januar 2012 | von | Kategorie: Spielplatz

Lyrischer Text (Grafik: Irma Stolz)

 
DIE KATZEN VON VENEDIG

Klein und klug und selbstverständlich
liegen sie im Fenster,
hinter antiker Vase,
von der Sonne beschienen.

Umklettern die Gitter
verschloss’ner Paläste,
die, feucht und modernd,
kein Fuß mehr betritt.

Sie streifen um Dach
und Hecken und Zaun,
betrachten die Straßen
und den Kanal
und springen auf Löwen
vor dem Portal.

So leben sie
seit zweitausend Jahren
mit Eroberern und Touristen.

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2 Kommentare zu »Die Katzen von Venedig«:

  1. Sandra Spranger sagt:

    Ein wirklich schönes Gedicht, ich sehe die Katzen regelrecht vor mir. Sie selbst stecken voller Geheim­nisse und Unergründlichkeit. Außerdem können sie etwas Wunderbares, was wir Menschen nicht können und was absolute Zufriedenheit und Behaglichkeit suggeriert: S c h n u r r e n. Das ist wie ein Streicheln der Seele…

  2. Sandra, vielen Dank für diesen schönen Kommentar, den ich gerne in ausgedruckter Form an unsere 78-jährige (und internetlose) Dichterin weiterleite!

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