hybris und vanitas

20. März 2011 | von | Kategorie: Spielplatz

Vanitas (Zeichnung: Hucky Schermann)

 
hybris und vanitas

kurz
stockt der atem
angesichts
der bilder

kurz nur
möcht man lachen
angesichts
des weltweiten
irrsinns

kurz
möcht man weinen
angesichts
der verzweifelten
hoffnungen

lang
hat es gedauert
bis die gewalt
der natur
sich wieder zeigte

lang
ist es geschehn
dass despoten
korrupte systeme
und mitläufer
das sagen hatten

lang
wird es sein
bis sich
vielleicht
neues entwickelt

ewig
wird es geschehn
dass man
versucht
uns zu betrügen

ewig
wird es sein
dass es
gelingt
uns zu belügen

ewig
wird es dauern
bis aufgeblähte
allmachtsphantasien
und blasenhafte
wachstumseuphorien
der vergangenheit
angehören

endlich

Stichworte:

3 Kommentare zu »hybris und vanitas«:

  1. Auch wenn das zugrundeliegende Thema unerfreulich und der Anlaß beklemmend aktuell sind: Herzlichen Glückwunsch zum 100. Beitrag in diesem unseren Gemeinschaftsblog!

  2. Philipp Steffen sagt:

    Tolles Gedicht!

  3. Sandra Spranger sagt:

    Eine in ein wunderbares Gedicht gefasste Wahrheit. Alles mit wenigen, aber absolut zutreffenden Worten ausdrucksvoll zu Papier – oder besser in die ‚Fürther Freiheit‘ – gebracht. Vielen Dank dafür.

Kommentar-Feed RSS-Feed für Kommentare nur zu diesem Beitrag

Kommentar abgeben: