Die Arbeit des Verkehrs­club Deutschland in Fürth

1. September 2010 | von | Kategorie: Verkehr

Ein Rückblick auf die ersten acht Mo­nate des Jahres 2010.

Der Verkehrs­club Deutschland (VCD) versteht sich als die ökologische Alternative zum ADAC. Während beim Automobilclub das Auto im Vordergrund steht, ist es beim VCD der öffentliche Personenverkehr mit Bus und Bahn, Fahrrad und zu Fuß gehen. Die Fürther Ortsgruppe hat etwa zehn aktive Mitglieder und Interessenten und ist Teil des Kreisverbandes Großraum Nürnberg.

Abriß des Hausbahnsteiges am Hauptbahnhof (Foto: Ralph Stenzel)

Abriß des Hausbahnsteiges am Hauptbahnhof
(Foto: Ralph Stenzel)

Im laufenden Jahr trafen sich die Mitglieder der Fürther Ortsgruppe regelmäßig einmal im Monat, meist am ersten Mittwoch. In den Wintermonaten (Oktober-April) in der Gaststätte Tannenbaum (Nähe Rathaus) und im Sommer im Restaurant Penelope (Moststraße). Die Treffen waren stets von vier bis acht Personen besucht. Da dieses Jahr keine Wahlen anstanden, haben wir keine öffentlichen Veranstal­tungen mit Politikern durchgeführt. In den Jahren zuvor hatten wir – teilweise gemeinsam mit dem Bund Naturschutz und dem Fahrradclub – die OB- und die Landtags­kandidaten eingeladen.

Im Winter war das Schwerpunktthema die in Bau befindliche S-Bahn Nürnberg-Forchheim, die viele Baustellen in Fürth mit sich bringt. Die Planung im nördlichen Bereich (Stadeln-Steinach) ist noch nicht abgeschlossen. Hier hat sich ein Aktionsbündnis gegründet, welches den von der DB geplanten sogenannten »S-Bahn-Verschwenk« zum Gewerbegebiet Schmalau verhindern will. Der Ausbau der bestehenden Strecke über den Bahnhof Vach ist eine langjährige Forderung des VCD. Wir haben in dieser Angelegenheit den OB Dr. Thomas Jung und alle politischen Parteien auf unserer Seite.

Daneben beschäftigten wir uns mit den Varianten zur Verbesserung des Schienenverkehrs im benachbarten Landkreis Fürth. Nachdem die Verlängerung der U-Bahn Linie 3 von der Gustav-Adolf-Straße nach Zirndorf durch einen Bürgerentscheid mit großer Mehrheit gestoppt wurde, ließen VGN und die Städte noch den Ast nach Oberasbach durch das Büro Intraplan berechnen. Aber der Nutzen-Kosten-Faktor erreichte nur einen Wert weit unter 1,0 und so wurde auch diese Variante letztlich zu den Akten gelegt.

VCD-Arbeitstreffen mit Politikern am Hauptbahnhof (Foto: Lothar Berthold)

VCD-Arbeitstreffen mit Politikern am Hauptbahnhof
(Foto: Lothar Berthold)

Die Alternative für den Landkreis wäre die kurz­fristige Reaktivierung der Bibertbahn vom Bahnhof Nürnberg-Stein nach Leichendorf, die von der Interessen­gemeinschaft Bibertbahn seit vielen Jahren gefordert wird und die auch der VCD Fürth unter­stützt. Langfristig favorisiert der VCD aber ein Stadt­bahnkonzept mit einer Linie von Nürnberg West entlang der Rothen­burger Straße nach Altenberg-Ammerndorf mit Abzweigen nach Zirndorf und über Datev / Südstadt Fürth zum Hbf. Eine kosten­günstige Stadtbahn ist für dieses flächig besiedelte Gebiet ideal. Auch die Rangaubahn könnte nach dem Vorbild Karlsruhe mit einbezogen werden.

Die Situation am Fürther Hbf ist immer noch sehr kundenunfreundlich. Nachdem der DB-Vorsitzende Dr. Grube beim Metropolmarathon OB Dr. Jung eine Verbes­serung versprochen hat, haben wir zum wiederholten Mal an Dr. Grube geschrieben und u.a. den behinderten­gerechten Ausbau und den Halt von Fernverkehrszügen gefordert. Eine Antwort steht noch aus. Nach unseren Konzepten hätte auch der Hausbahnsteig 1 bestehen bleiben können. Leider konnten wir dessen Abriss nicht verhindern.

Im Herbst werden wir uns mit den »auf Wiedervorlage« gestellten Themen beschäftigen:

– durchgehende Fußgängerachse Fürth Hbf – Rathaus (Gustavstraße)

– Verbesserung des Busnetzes

Letzgenannter Punkt ist auch deshalb wichtig, weil man bei einer stärkeren Verlagerung auf kostengünstige Busse den teuren U-Bahnbetrieb z.B. auf einen 20-Min-Takt auf der Strecke Fürth Hbf – Hardhöhe reduzieren könnte. Die Stadt zahlt für den U-Bahn-Betrieb fast 10 Mio. Euro pro Jahr an die VAG, eine mögliche Halbierung könnte die städtischen Schulden signifikant verringern.

Die nächsten Termine:

08.09.2010 und 06.10.2010 (Penelope Moststr.)
03.11.2010 und 01.12.2010 (Tannenbaum, Helmplatz)

jeweils um 19.30 Uhr

Gäste sind herzlich willkommen und aufgefordert, ihre Ideen für einen umweltfreundlicheren Verkehr mit einzubringen!

Kontakt: Werner Schmidt / Lothar Berthold, Sprecher VCD Fürth, Schwabacher Str. 17, 90762 Fürth, Tel. 0911/773192, E-Mail: ewerners@aol.com

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