Was tun mit der Central-Garage?

27. Juli 2010 | von | Kategorie: Häuserkampf

Central-Garage in der Mathildenstraße (Foto: Doc Bendit)

Mit Sanierung des alten Otto­schulhauses und Ansiedelung des Stadtmuseums in der Innenstadt wurde das Viertel um Otto- und Mathildenstraße weiter aufgewertet. Noch immer wird fleißig saniert und renoviert, aktuell wird das Gebäude Ottostraße 1 ertüchtigt. Lediglich die alte Central-Garage aus den 1920er Jahren liegt weiterhin im Dornröschenschlaf.

Seit Ende des Parkbetriebs und dem Auszug von Norma steht das technisch wie geschichtlich hoch­interessante Gebäude mehr oder weniger leer, lediglich vereinzelte und zeitlich begrenzte Kunst­aktionen sowie ein Ramschladen im Erd­geschoss finden hier noch Unter­schlupf.

Im Jahr 2009 rückte die Central-Garage kurz ins öffentliche Licht, da von Seiten des Oberbürgermeisters Dr. Thomas Jung eine Verlagerung des Rundfunkmuseums in jene nahe dem neuen Stadtmuseum gelegene Garage befürwortet wurde. Dies stand auch im Zusammenhang mit den Planungen für die Neue Mitte. Das Vorhaben wurde glücklicherweise nicht realisiert und das Rundfunkmuseum konnte an seinem alten, nahezu idealen Standort verbleiben.

Doch was tun mit dem angejahrten Gebäude? Es bestünde sicherlich die Möglichkeit weiteren Wohnraum zu schaffen, doch würde dabei wohl nicht viel von der alten Bausubstanz erhalten bleiben, wie man derzeit an der »Sanierung« der letzten Normalflugzeughalle auf dem alten Flugplatzgelände sehen kann.

Eine weitaus bessere Alternative wäre, das Fürther Stadtarchiv samt städtischer Sammlung und Stadtbibliothek aus dem abseits gelegenen Burgfarrnbacher Schloss in die Innenstadt zu holen. Stadtmuseum und Stadtarchiv Tür an Tür, und dazu noch zentral innerstädtisch gelegen stellt eine Idealkombination dar, und das nicht nur für versierte Heimatforscher. Eine breitere Öffentlichkeit würde das Archiv und seine Sammlungen wahrnehmen als es jetzt im fernen Burgfarrnbach der Fall ist, ähnliches bestätigen auch die steigenden Besucherzahlen des Rundfunkmuseums.

Unklar ist heute natürlich, ob das Platzangebot ausreichend ist und ob die Beschaffenheit des Gebäudes eine Nutzung als Archiv zulässt. Auch wird der schwarze Peter des Leerstandes damit nach Burgfarrnbach weitergereicht, aber eine Überlegung ist die Sache auf jeden Fall wert, liegt das Anwesen doch im Bereich des Bund-Länder-Förderprogramms »Soziale Stadt«.

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20 Kommentare zu »Was tun mit der Central-Garage?«:

  1. Ich habe mal gerüchtehalber vernommen, daß auch der »Ramschladen« zur Firmengruppe Roth (»NORMA«) gehören und weniger der Gewinnerzielung als vielmehr der Konkurrenzverhinderung in dieser zentralen Innenstadtlage dienen soll. Angesichts der riesigen, durchaus discountertauglichen Verkaufsfläche und der sich darin verlierenden Handvoll Schnäppchenjäger erscheint mir das als durchaus plausible These: In der NORMA-Filiale gegenüber rollt der Rubel, da würden NETTO oder PENNY das Erdgeschoß der Central-Garage sicher liebend gern besetzen, wenn es denn frei und zu haben wäre…

  2. Michael Müller sagt:

    Eine anerkennenswerte Idee ist es schon, die Geschichte Fürths mit Archiv und Stadtmuseum an einem zentralen Ort zu bündeln. Allerdings ist zu beachten, dass in Burgfarrnbach eine beträchtliche Infrastruktur über Jahrzehnte aufgebaut wurde, um die Archivbestände fachgerecht unterzubringen und zu verwalten. Und damit liegt die Frage auf dem Tisch: »Wer sollte ein darartiges Projekt finanzieren?« Ich glaube es gibt derzeit wichtigere »Baustellen« in unserer Stadt. Aber vielleicht bietet sich mit neuen Planungen zum Einzelhandel nach der Arrondierung des Grundstücksbesitzes der Stadt in der Innenstadt (Wölfel-Areal!) eine interessante Lösung für die Nutzung der alten Central-Garage an.

  3. Doc Bendit sagt:

    Hallo Herr Müller,

    die Frage sei dann aber auch erlaubt, ob die Unterbringung des Archivs in einem völlig über­dimensionierten Gebäude nicht auch Luxus ist. Und von der fachgerechten Unterbringung der Bestände kann der Stadtheimatpfleger ein Lied singen. Wenn, wie 2007 geschehen, eine neue Amtsleiterin antritt und ganze Sammlungen »wiederentdeckt« (siehe Stadtzeitung April 2007) dann stehen mir schon die Haare zu Berge. Ein Umzug könnte auch Neuanfang bzw. Neuordnung bedeuten, und das evtl. sogar noch staatlich subventioniert.

  4. Zur Vervollständigung hier noch ein Hinweis auf einen Artikel der Fürther Nachrichten vom 11. März 2009, der die damals diskutierte Verlegung des Rundfunkmuseums in die Central-Garage thematisierte: »Wechselt Rundfunkmuseum in die Innenstadt?«

  5. Klaus Heller sagt:

    Im Bericht fällt das Stichwort Stadtbibliothek. Die Central-Garage wäre zwar nicht mein favorisierter Ort um die Zentralbibliothek aus dem abgeschiedenen Süden wieder in die Innenstadt zu bringen, aber von Vorteil wäre es schon.

    Wie in einem Bericht zu lesen war, haben wir viele Leser aus dem Landkreis, die würde es in die Innenstadt ziehen. Auch wäre die Bildungsstätte an diesem Ort für alle Fürther zentral zu erreichen.

    Ich allerdings würde die Stadtbücherei lieber in der leer werdenden Feuerwache sehen. Damit könnte sich Fürth eine eigene Wissensmeile wie z.B. vom Theater am Gymnasium, der Bibliothek dem Jüdisches Museum und am Rathaus vorbei in die Fuzo und hinauf zum Stadtmuseum, anlegen.

  6. Doc Bendit sagt:

    Nun also doch, die nächste Totsanierung…..schade

  7. […] über die Nutzung der Central-Garage bei Fürther Freiheit Central-Garage bei FürthWiki Ähnliche Artikel:Das Wilhelm-Löhe […]

  8. LKS sagt:

    Die Central-Garage wird in Gewerbe- und Wohneinheiten umgebaut. Im Sommer fängts an…

  9. Hoffentlich bleibt der Schriftzug mit dem sympathisch abgebrochenen »L« erhalten :)

  10. Das Gegenteil steht zu befürchten. Der Investor / Entwickler des Carrera-Areals hat weiland fleißig mit dem genius loci geworben, gar Carrera-Bücher in den Musterwohnungen ausgelegt und anderen Firlefanz mehr, um kaufwiillige Kunden zu ködern. Heute erinnert dort nix, aber rein gar nix mehr an die einstige Spielzeug-Fabrikationsstätte. Daß muß nicht heißen, daß der Bauträger der Central-Garage es genauso macht, aber welches Interesse wird der an konservatorischen Aufwendungen haben, die seinen Gewinn schmälern? Eben. Was dem nicht vom Denkmalschutz dezidiert vorgeschrieben wird, wird nicht passieren…

  11. Doc Bendit sagt:

    Da lob ich mir die Privatsanierer ! Die müssen sicherlich weit mehr aufs Geld achten als große Bauträger und haben trotzdem oft das nötige Gespür für Erhaltenswertes, auch ohne Auflagen.

  12. Laut letzverlinktem FN-Artikel hat der Herr Baureferent Krauße darauf verwiesen, »dass dem zur Wohnnutzung nötigen Lichthof etwa 20 Prozent der Geschossfläche geopfert werden müssen. Das Aufstocken sei zum Ausgleich dieses Verlusts nötig.«

    Aha. Daß ein (Zweck-)Baukörper dieser Tiefe nur durch einen Lichthof adäquat belichtet werden kann, ist offenkundig. Das ist jedem Investor und Entwickler klar. Doch warum muß ein dadurch entstehen­der Verlust an Nutzfläche unbedingt ausgeglichen werden? Wer die sich durch die Umstände (Kuba­tur, Denkmalschutz, angrenzende Bebauung) ergebenden Rahmenbedingungen nicht akzeptieren kann oder will, soll es halt lassen! Dann kommt eben ein Investor zum Zuge, der sich mit einer nur versilberten Nase zufrieden gibt. Was wäre daran so schlimm?

  13. Im FN-Artikel lese ich, dass der Oberbürgermeister Dr. Jung und auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Sepp Körbl die Ecke rund um die Centralgarage als »Schmuddelecke« bezeichnen. In meinen Augen ist dieser Bereich am Anfang der Mathildenstraße keine »Schmuddelecke«, er ist schlichtweg häßlich. Die Häßlichkeit kommt allerdings nicht von der historischen Centralgarage, die – behutsam saniert – zu einem Schmuckstück werden könnte…….auch ohne dass, wie jetzt geplant, Ihre charakteristische Dachform bei der Sanierung aufgegeben wird. Der Grund für die Häßlichkeit dieser Ecke ist die erst 2007 unsensibel ins Weststadt-Ensemble implantierte neue Parkhausfassade. Sie reiht sich so ein in eine gottseidank überschaubare Reihe von städtebaulichen Sünden der letzten Jahre. Es bleibt zu hoffen, dass ein kürzlich erwachtes Bewußtsein für die Bedeutung der westlichen Innenstadt als einzigartiges fast in Gänze noch erhaltenes Stadtensemble weitere Fehlentwicklungen stoppen kann. Ich für meinen Teil bin da jedenfalls ganz zuversichtlich……

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