Kunst am Bau

22. Juni 2010 | von | Kategorie: Häuserkampf

Kaum gebaut, schon versaut. Die Deutsche Bahn schickt sich derzeit an die S-Bahn-Verbindung nach Forchheim zu errichten. Im Zuge der Bauarbeiten entsteht nahe des Umspannwerks Vacherstraße eine in ihrer Farbgebung gewöhnungsbedürftige Lärmschutzwand. Die damit einhergehende Reduktion des Schalldrucks in Vacher Richtung dürfte die lärmgeplagten Anwohner gefreut haben. Ebenso gefreut haben sich über die Errichtung des profanen Bauwerks einige »Underground-Künstler« die sich in der Baupause – wahrscheinlich nächtens – an die »Verschönerung« eben dieser Lärmschutzwand gemacht haben. Als ob das Lärmbollwerk nicht schon hässlich genug wäre, prangen an ihm nun großflächige, mittels Spraydose aufgebrachte kryptische Zeichen. Die Bronx rückt näher an Fürth heran. Auch wenn sich diesmal die Graffitti-Künstler nicht an denkmalgeschützten Fassaden vergangen haben, sollte man ihnen aufgrund ihrer talentfreien Schmierereien ordentlich den Hintern versohlen oder sie – unter Gewaltverzicht – ihren geistigen Dünnpfiff wieder wegwischen lassen.

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2 Kommentare zu »Kunst am Bau«:

  1. Skipper sagt:

    Der Autor hat schon angedeutet, wer hier die erste und wahrscheinlich schwerwiegendere Hässlich­keit an der Stelle begangen hat. Dass schön hergerichtete Altstadthäuser besprayt werden, kommt äußerst selten vor und dass begrünte Lärmschutzeinrichtungen, die es seit langem kostengünstig auf dem Markt gibt, mehr oder weniger kreativ verunstaltet werden, ist meines Wissens noch nie vorge­kommen. Hier hätte es eine ästhetisch und ökologisch nachhaltigere Alternative zur dünnpfiffbraunen Blechwand gegeben, wenn bei den zuständigen Planern der Deutschen Bahn kurz nachgedacht worden wäre…

    Die visuelle Umweltverschmutzung durch Behörden und Staatsunternehmen führt zu ästhetikfreien Zonen, die mit ein wenig Achtsamkeit bei den Entscheidern leicht vermeidbar wären. Diesen Leuten mal den Allerwertesten zu versohlen oder Sie zu zwingen, einen Tag lang auf Ihr Planungsergebnis zu schauen, würde die vermutlich effektivere Maßnahme in der Angelegenheit sein…

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